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scale11 (Startups)

Vorhang auf! Warum Gründen längst Frauensache ist

Frauen brauchen auch im 21. Jahrhundert noch finanziellen und gesellschaftlichen Support, wenn es darum geht, sich selbstständig zu machen? Von wegen!

07.06.2018 Gründerszene
Quelle: eyeem
Quelle: Eyeem

Wie Frauen die Gläserne Decke zum Bersten bringen

Wir schreiben das Jahr 2018. Hierzulande darf man endlich heiraten, wen man will, an großflächigen Gesichtstätowierungen stört man sich nur noch jenseits des Aldi-Süd-Äquators, und für beinahe jedes Wehwehchen gibt es eine App, die einem sagt, ob sich der Gesundheitszustand nahe am Delirium oder weitab vom Siechtum befindet.

Um die Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern ist es allerdings weniger gut bestellt: Zwischen Männern und Frauen klafft offiziell eine Lohnlücke von 21 Prozent. In puncto Selbstständigkeit sieht es auch nicht besser aus: Der Deutsche Startup Monitor von 2017 weist für Berlin 16,2 Prozent Frauen als Gründerinnen aus, der deutschlandweite Durchschnitt liegt bei 15 Prozent. Und selbst im progressiven Silicon Valley beträgt die weibliche Manager-Quote lediglich zehn Prozent.

Diese Ungleichheit zwischen den Geschlechtern rief zahlreiche Aktionen seitens der Politik und Ämter auf den Plan, und auch in der Berufswelt bemüht man sich, gegen die Gläserne Decke anzukämpfen: Um die Chancengleichheit am Arbeitsplatz zu sichern, wurde die Frauenquote in Vorständen eingeführt. Ein Gründerinnen-Manifest will zudem dazu beitragen, dass Frauen die Startup-Szene abseits von Business-Ideen wie Windelversand, Parfums oder schicken Kaffeebechern aus Bambusfaser bereichern. Und sie dazu animieren, in den Bereich zu gehen, der vermeintlich Männern vorbehalten ist: Technologie.

Was auf den ersten Blick bevormundend wirkt, bricht tatsächlich jedoch eine Lanze für Frauen in der Welt der jungen Unternehmen: "Ziel des Manifests ist es, mehr Frauen zum Gründen zu motivieren, aus weiblichen wie auch männlichen Erfahrungen bei der Gründung zu lernen, und eine vielfältige Perspektive auf die besten Rahmenbedingungen für Gründungen zu entwickeln", so der O-Ton. Es sagt aber auch: "Setzen Sie sich für ein zielgruppengerechtes und frauenfreundliches Wording bei der Bewerbung von Computerkursen und bei der Erstellung von Lehrmaterial ein ("Kreatives Lösen von Problemen" statt "Programmieren mit Java")." Darf oder will man Frauen die harte Realität der Arbeitswelt nicht zumuten?

Du willst dich mit anderen Frauen vernetzen, die sich mitten im Gründungsprozess befinden oder schon erfolgreich gegründet haben? Dann komm am 13. Juni 2018 zum Gründerinnenfrühstück des Bundesverbands Deutsche Startups auf der Startup-Area der CEBIT, der scale11!

Stephanie Renda
Stephanie Renda

Startup als alternative Karriere-Option für Frauen?

Wieso aber gibt es so wenig Frauen in Startups? Stephanie Renda, Leiterin des Gründerinnenfrühstücks und Vorstandsmitglied des Bundesverband Deutsche Startups, sieht das Problem bereits im Vorfeld des Gründens:

"Frauen gelten als Risiko-avers und sicherheitsorientiert. Das trifft zum einen nicht auf alle zu, zum anderen können diese Eigenschaften auch dazu beitragen, dass Startups erfolgreich werden. Ein Startup ist das beste Arbeitsmodell, um Familie und Karriere unter einen Hut zu bringen: Man ist seine eigene Herrin und kann seine Zeit frei einteilen."

Das Gründerinnenfrühstück im Rahmen der CEBIT soll dazu beitragen, dass mehr Frauen endlich das tun, was für Männer selbstverständlich ist: Sich gegenseitig unterstützen, netzwerken, gemeinsam gründen. Es will Gründerinnen in den Austausch bringen, Gestalterinnen und Managerinnen aus der Wirtschaft vernetzen und den "Female Startup Monitor" vorstellen. Zusätzlich dazu wird eine Paneldiskussion stattfinden, die erörtern möchte, warum es so wenige Gründerinnen gibt und wie man Frauen dazu bewegen kann, ein Startup zu gründen.

Gründen Frauen anders?

Sind Frauen wirklich so anders? Muss man ihnen "Mut machen", ein Unternehmen zu gründen? Und was hält Frauen davon tatsächlich davon ab, den Sprung in die Selbstständigkeit zu wagen?

Ein zentrales Hindernis dabei, sich als Frau selbstständig zu machen, ist – abgesehen von noch immer existierenden strukturellen Hindernissen wie fehlenden Kitas oder Ganztagsschulen – ,dass Frauen sich oft selbst zu wenig zutrauen. Oder, dass sie versuchen, männliche Verhaltensweisen zu imitieren, in der Annahme, dies sei der Schlüssel zum Erfolg. Diese Strategie ist jedoch selten zielführend. Wichtiger ist es, authentisch zu bleiben und seine persönlichen Stärken einzubringen.

Female Founders gefragt: Auf der scale11 könnt Ihr Eure Ideen pitchen, auf Investoren treffen und bei spannenden Panels mitdiskutieren. Alle Infos gibt es hier!

Jenni Schwanenberg
Jenni Schwanenberg

Weniger zweifeln, einfach machen!

Ein ebenso "weibliches" Problem: Eine völlig falsche Einschätzung der eigenen Fähigkeiten, gepaart mit unnötigem Herunterspielen ebendieser. Natürlich ist es nicht verkehrt, sich selbst und seine Kenntnisse von Zeit zu Zeit auf den Prüfstand zu stellen. Vor allem Frauen sind jedoch oft von völlig unangebrachten Selbstzweifeln geplagt und stehen sich dadurch selbst im Weg. Umso wichtiger ist es, diese Selbstzweifel und oft zu hohen Erwartungen an sich selbst beiseite zu schieben und das Selbstbewusstsein zu entwickeln, das es braucht, um sich in der noch immer männerdominierten Gründerszene durchzusetzen.

Weniger zweifeln, einfach machen: So könnte auch das Erfolgsrezept von Jenni Schwanenberg aus München lauten. Sie ist Gründerin und CPO der "WerkerApp" , einer App zur Baustellendokumentation. Sie kommt selbst aus einem männerdominierten Umfeld, denn sie ist in einem Gerüstbaubetrieb groß geworden. "Egal mit wem ich bisher gesprochen habe - ich spreche seine Sprache auf Augenhöhe, das bringt mehr Respekt, als Anzughosen."

Du willst mehr Girlpower in die Startup-Branche bringen, hast die zündende Idee, aber die Finanzierung hakt noch? Dann nichts wie hin zur scale11, Europas größter Startup-Plattform auf der CEBIT, wo Startups auf Investoren treffen, Jungunternehmen auf Konzerne, Digital-Entscheider auf Developer, Geschäftsführer auf Querdenker und Forscher auf Strategen.