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Humanoid Robots

Reich mir mal das Ölkännchen, Du Blechdose!

ARMAR-6, der derzeit fortschrittlichste Vertreter einer Reihe humanoider Roboter, die das Karlsruher Institut für Technologie seit dem Jahr 2000 entwickelt hat, konnte jetzt im Rahmen des EU-Projekts "SecondHands" einen Job als Servicetechniker in einem britischen Onlineshop ergattern.

21.03.2018
KIT_ARMAR_6
KIT ARMAR 6

Eines der Schwerpunktthemen der neu ausgerichteten CEBIT, die 2018 erstmals im Juni ihre Pforten öffnen wird, widmet sich humanoiden Robotern, also einer Spezies, die spätestens seit Daniel Düsentriebs "Helferlein", allerspätestens jedoch seit "Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt" tief in unserem kollektiven Bewusstsein verankert ist. Dass es seitdem dann doch etwas länger brauchte, um Vergleichbares diesseits der Mattscheibe zum "Leben" zu erwecken, liegt in der Komplexität der Sache. Der Mensch hat den aufrechten Gang - nach allem, was man weiß - auch nicht an einem Sonntagnachmittag erlernt. Einer der fortschrittlichsten seiner Art dürfte derzeit ARMAR-6 sein, ein humanoider Roboter des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Die mittlerweile sechste Generation der Roboterfamilie ARMAR ist inzwischen so weit entwickelt, dass einer von ihnen vor kurzem einen "Job" als Servicetechniker im automatisierten Lagerhaus des britischen Onlineshops "Ocado" ergattern konnte. Zu verdanken ist diese Anstellung aber auch den sieben Millionen Dollar, die von der Europäischen Union zur Förderung des Projekts "SecondHands" ausgelobt wurden. In Zusammenhängen denkende Menschen werden an dieser Stelle vielleicht einwenden, dass dieses Projekt vor allem der Erforschung dient, wie die Automatisierung neuer Arbeitsbereiche den Freizeitanteil der ursprünglichen Humanoiden weiter erhöhen kann.

Etwas weniger ketzerisch betrachtet darf man ARMAR-6 und seine vor den Toren stehende Nachfolger aber durchaus auch als "Unterstützer" sehen, nicht als reine "Ersetzer". So ähnlich jedenfalls formuliert es Tamim Asfour, Professor am KIT und seit rund 20 Jahren mit der Entwicklung humanoider Roboter befasst: "ARMAR-6 stellt das neueste Mitglied der ARMAR-Familie dar und zeichnet sich durch ein Höchstmaß an Integration von Mechatronik, Informatik und künstlicher Intelligenz aus. Im Kontext des EU-Projektes soll ARMAR-6 lernen, wie Werkzeuge aufgabenspezifisch gegriffen werden sollen, um sie zu verwenden, beziehungsweise einem Techniker zu übergeben", erklärt Tamim Asfour. Weiterhin soll ARMAR-6 autonom erkennen können, dass ein Techniker Hilfe benötigt und diese dann anbieten, wenn er dazu in der Lage ist. Man darf getrost davon ausgehen, dass er das in absehbarer Zeit sein wird.

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Karlsruher Institut für Technologie (D-76131 Karlsruhe)
Website: www.kit.edu