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Digital Office - ECM / Input / Output

Provider liefern versprochene Geschwindigkeit nicht

Die vertraglich zugesicherten Datenraten von Breitbandanbietern werden nach der diesjährigen Messung der Bundesnetzagentur Großteils nicht eingehalten. Die Werte mobiler Anschlüsse haben sich verschlechtert.

25.01.2018 Quelle: CRN Jona van Laak

Der ein oder andere wird ein Lied davon singen können, wenn sich der Download-Balken mal wieder zäh von links nach rechts bewegt und man die Bytes einzeln begrüßen kann. Was Internetnutzer gerne behaupten, wird auch aus der Breitbandmessung 2016/17 der Bundesnetzagentur ersichtlich. Die Zahlen des Jahresberichtes sprechen eine deutliche Sprache: nur 71,6 Prozent der Nutzer erhalten mindestens die Hälfte der vertraglich vereinbarten maximalen Datenübertragungsrate und nur bei 12 Prozent der Nutzer wurde diese voll erreicht oder überschritten. Damit wurde zum Vorjahreszeitraum mit 70,8 Prozent und 12,4 Prozent nahezu keine Verbesserung erreicht.

Für die Breitbandmessung hat die Bundesnetzagentur zwischen dem 1. Oktober 2016 und dem 30. September 2017 insgesamt 437.192 Messungen an stationären Breitbandanschlüssen und 245.143 Messungen an mobilen Breitbandanschlüssen durchgeführt. »Über alle Bandbreiteklassen und Anbieter hinweg erreichen Kunden nach wie vor oft nicht die maximale Geschwindigkeit, die ihnen die Anbieter in Aussicht gestellt haben«, sagte Chef der Bundesnetzagentur Jochen Homann.

Deutliche Qualitätsunterschiede gibt es bei den unterschiedlichen Breitbandklassen. Während 23,3 Prozent der Anschlüsse mit mehr als 200 Mbit/s die zugesicherte Geschwindigkeit erreichten, war dies nur bei 4,6 Prozent der Anschlüsse mit 8-18 Mbit/s der Fall. Auch die Anbieterwahl ist für die Datenübertragungsrate entscheidend. So erreichten bei Unitymedia 37,1 Prozent der teilnehmenden Kunden die versprochene Übertragungsrate, bei der Deutschen Telekom nur 3,2 Prozent und beim Anbieter ACO kein einziger. Zugleich hat jedoch die Telekom mit 40,1 Prozent die meisten Kunden, gefolgt von Vodafone mit 19,7 Prozent und 1&1 mit 13,8 Prozent.

Erhebliche Schwankungen lassen sich auch im Tagesverlauf feststellen. Dies betrifft vor allem schnelle Breitbandanschlüsse mit mehr als 100 Mbit/s. Hier sank die Übertragungsrate in den Abendstunden um nahezu 40 Prozent gegenüber den Werten am Morgen. Die ermittelte Kundenzufriedenheit lag dennoch bei 64,2 Prozent.

Nochmals deutlich schlechtere Werte ermittelte die Bundesnetzagentur bei mobilen Breitbandanschlüssen. Über alle Bandbreiteklassen und Anbieter hinweg erhielten im Download 18,6 Prozent der Nutzer mindestens die Hälfte der vertraglich vereinbarten maximalen Datenübertragungsrate; bei 1,6 Prozent der Nutzer wurde diese voll erreicht oder überschritten. Diese Werte liegen deutlich unter den Vorjahreswerten mit 27,6 Prozent und 3,4 Prozent.

Als Ursache führt die Bundesnetzagentur Vertragsänderungen der Anbieter auf: So hätten einige Anbieter die vertraglich vereinbarten Maximalraten deutlich erhöht, ohne die Datenrate liefern zu können. Zwar seien die Übertragungsraten insgesamt gestiegen, allerdings nicht in gleichem Maße wie die vertraglichen Vereinbarungen.

Die Zufriedenheit der Endkunden ist im Vergleich zum Vorjahr mit 76,6 Prozent gegenüber 82,8 Prozent rückläufig, liegt damit jedoch noch über stationären Breitbandanschlüssen.