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Artificial Intelligence

Prof. Dr. Bauckhage zum Thema Artificial Intelligence

Prof. Dr. Christian Bauckhage ist Professor für Informatik an der Universität Bonn und wissenschaftlicher Direktor des Fraunhofer-Zentrums für Maschinelles Lernen. Als engagierter Verfechter des Open-Science-Gedankens spricht er in öffentlichen Vorträgen regelmäßig über künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen.

15.05.2018
Christian Bauckhage
Prof. Dr. Christian Bauckhage

Wir haben mit Prof. Dr. Christian Bauckhage gesprochen:

Elon Musk sieht in Künstlichen Intelligenzen eine mögliche Bedrohung für die Menschheit. Hat der Tesla-Gründer Recht?

Wenn er sich auf das Terminator-Szenario bezieht, dann nein. Künstliche Intelligenz (KI) ist eigentlich ein ungünstig gewählter Begriff, denn KI zu entwickeln bedeutet nicht, künstliche, uns überlegene Wesen zu schaffen, die eigenes Bewusstsein, eigene Ziele oder eigene Bedürfnisse hätten. Es bedeutet viel mehr, Programme zu entwickeln, die komplizierte kognitive Probleme lösen können und mit unvorhergesehenen Eingaben umgehen können, ohne dass menschliche Experten zu Rate gezogen werden müssen.

Diese Programme machen aber nur die Arbeit, für die sie vorgesehen sind, und kommen nicht auf eigene Gedanken. Wenn die vorgesehene Arbeit aber militärisch oder gar terroristischer Natur ist, sieht es vielleicht anders aus. Deswegen brauchen wir eine gesellschaftliche Debatte darüber, wofür wir KI nutzen wollen.

Wann werden uns Maschinen bei typischen Alltagstätigkeiten überlegen sein?

In einigen Arbeitsfeldern sind sie uns heute schon überlegen, zum Beispiel immer dort, wo es darum geht komplizierte Daten auszuwerten, auf deren Analyse das menschliche Gehirn nicht spezialisiert ist. Bei typischen Alltagstätigkeiten wie Treppensteigen oder Spülmaschine einräumen, über die wir gar nicht groß nachdenken, wird es noch länger dauern, bis Maschinen das so gut können wie wir Menschen.

Ob Gesundheitswesen oder Straßenverkehr: Sollen Algorithmen künftig über Leben und Tod entscheiden?

Das sind ethische Fragen, die wir diskutieren müssen. Für den Homo Faber oder Homo Oeconomicus ist der Gedanke sicherlich nicht abwegig, beim Fliegen haben wir auch kein Problem damit, uns voll und ganz auf den Autopiloten zu verlassen. Im Straßenverkehr kommen sicher Neuerungen auf uns zu. Im Gesundheitswesen werden wir als Gesellschaft entscheiden müssen, wieviel Menschlichkeit uns wichtig ist; für den Homo Amans ist dieser Gedanke sicher nicht akzeptabel.

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