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Recht & Datenschutz

Privatsphäre im Netz muss endlich selbstverständlich werden

Der Gründer des Suchmaschinenbetreibers Qwant lobt das Inkrafttreten der EU-DSGVO als starkes Signal für die steigende Bedeutung von Verbraucherschutz im Netz. Immer noch müssen sich Nutzer zu oft ihre Privatsphäre in digitalen Räumen erkämpfen - gegen Marktdominanz und undurchsichtige Bedingungen.

31.05.2018 Quelle: funkschau Axel Pomper
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Mit dem Inkrafttreten der Datenschutzgrundverordnung werden Verbraucherdaten ab heute besser geschützt. Für Eric Léandri, den Gründer und CEO des europäischen Suchmaschinenanbieters Qwant, ein längst überfälliger Schritt: "Die Datenskandale der letzten Zeit haben gezeigt, wie achtlos viele Unternehmen mit den Nutzerdaten umgehen. Die DGSVO ist ein deutliches Signal der Politik, dass die Privatsphäre der Nutzer nicht länger als optionales Luxusgut verstanden wird. Dass die Nutzer jetzt aktiv einwilligen müssen, bevor ihre ureigenen Daten von Unternehmen gesammelt und verwendet werden, ist eine längst überfällige Initiative für den Verbraucherschutz. Die DSGVO kann aber nur ein erster Schritt sein, damit Unternehmen endlich verantwortungsvoll mit den Daten ihrer Nutzer umgehen. Viel zu oft müssen diese sich ihre Privatsphäre noch erkämpfen."

In den Regelungen der DSGVO werden unter anderem die Prinzipien "Privacy by Design" und "Privacy by Default" gesetzlich verankert. Privacy by Design steht hierbei für einen technischen Kreationsprozess, der die Privatsphäre der Nutzer von Beginn an berücksichtigt. Privacy by Default bezeichnet datenschutzfreundliche Grundeinstellungen technischer Dienste und Geräte. Häufig wünschen sich Nutzer datenschutzfreundliche Bedingungen, zögern jedoch, diese aktiv einzustellen. Qwant verfolgt ebenfalls einen Ansatz, der den Schutz der Privatsphäre der Nutzer in den Mittelpunkt stellen soll: Im Gegensatz zu Konkurrenzangeboten werden beim Gebrauch der europäischen Suchmaschine keinerlei Suchanfragen gespeichert und die Informationen der Nutzer nicht archiviert.

Eric Léandri erklärt den Ansatz: "Für uns bei Qwant waren Privacy by Design und Privacy by Default schon vor der DSGVO wesentliche Grundsätze. Wir hatten von Anfang an das Ziel, nicht in die Privatsphäre unserer Nutzer einzudringen oder sie durch undurchsichtige Voreinstellungen über den Tisch zu ziehen. Jeder soll sich auch im Internet sicher fühlen und die Hoheit über seine Daten behalten. Viele Nutzer geben extrem sensible Daten in Suchmaschinen ein, im guten Glauben daran, dass diese nicht zu lange gespeichert werden, nicht zu Geld gemacht werden, nicht gehackt oder weitergereicht werden können. Leider haben zu viele Mitspieler im Internet nicht das Interesse der Nutzer im Sinn. Auch wenn die DSGVO jetzt die Verbraucherrechte gegenüber Unternehmen stärkt, müssen die Nutzer also immer noch vorsichtig sein und eine bewusste Wahl treffen, wem sie ihre Daten anvertrauen möchten – und wem lieber nicht."

Zwar werden die Unternehmen durch die DSGVO in die Pflicht genommen, die Privatsphäre stärker zu berücksichtigen. Die wesentliche Verantwortung verbleibt jedoch weiterhin bei den Usern: Wer nach der DSGVO privatsphärefeindliche Dienste weiter nutzt und den Unternehmen dabei durch das zweimalige Klicken auf OK die Zustimmung gibt, Nutzerdaten zu sammeln, zu speichern oder weiterzugeben, vergibt die Chance, die eigene Privatsphäre effektiv zu schützen.

Auch mit der DSGVO ist vor allem jeder Einzelne dafür verantwortlich, für seine digitale Sicherheit Sorge zu tragen: Möglichkeiten für den einzelnen Nutzer, die eigenen Daten zu schützen, sind etwa die Aktivierung des Trackingschutzes im Browser, die Verwendung von Diensten verschiedener Anbieter, etwa alternativer Browser oder E-Mail-Clients, die Auswahl von Diensten und Geräten, die den Datenschutz in den Vordergrund stellen, und eine generelle Vorsicht bei der Preisgabe von Informationen oder der Nutzung von Diensten im Internet: Bei der Installation von Anwendungen oder bei der Verwendung von Onlineprogrammen und Spielen erfolgt häufig ein unerwünschter Zugriff auf Informationen und Daten. Bei der Onlinerecherche sollten Suchmaschinen genutzt werden, die keine Nutzerinformationen speichern. In sozialen Netzwerken und bei Sprachassistenten sollten Nutzer mit dem Teilen persönlicher Informationen sehr zurückhaltend vorgehen.