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Digitale Transformation

Nachhaltigkeit: Vom Blauen Engel bis zum Energy Star

Der Umweltschutz ist eine der wichtigsten Aufgaben der Gegenwart. Zum einen sollten Unternehmen selbst im Zeichen der Nachhaltigkeit agieren. Zum anderen sollten sie darauf achten, dass auch die Geräte des täglichen Gebrauchs diesem Bestreben folgen – Prüf- und Gütesiegel können dabei helfen.

04.05.2018 Quelle: funkschau Natalie Ziebolz
Quelle: Shutterstock.com

Immer wieder werden Stimmen laut oder Studien veröffentlicht, die vor allem Laserdruckern die Emission von gesundheitsschädlichen feinen und ultrafeinen Partikeln nachsagen – doch dabei wird eines vergessen: Die Produktion der Geräte und ihres Zubehörs sind auch bei Tintendruckern eine Belastung für die Umwelt: Rund 55 Millionen Druckerpatronen und acht Millionen Tonerkartuschen werden laut dem Bundesdeutschen Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management (B.A.U.M. e.V.) jährlich allein in Deutschland verkauft. Dazu kommen die Geräte – Multifunktionsgeräte sowie Laser- und Tintenstrahldrucker. Bei der Herstellung dieser werden oftmals natürliche Ressourcen oder umwelt- und gesundheitsbelastende Materialien verwendet. Hinzu kommt der Energieverbrauch beim Betrieb der Geräte. Prüf- und Gütesiegel sollen deshalb Qualitätshinweise liefern und dem Käufer Orientierung geben. Neben denen, die auf gesetzlichen Grundlagen passieren und die Sicherheit von Geräten oder die Einhaltung von Mindestnormen bestätigen, sind viele Gütesiegel privater Organisationen im Umlauf. Um die Aussagekraft bewerten zu können, empfiehlt es sich, auf Zeichen unabhängiger Institute zu achten.

Der blaue Engel

Über 12.000 Produkte von rund 1.000 Unternehmen wurden seit 1978 mit dem Umweltzeichen ausgezeichnet. Die Vergabe erfolgt durch die Jury Umweltzeichen, einem weisungsfreien, unparteiischen und ehrenamtlich tätigen Gremium. Den Nachweis über die Erfüllung der Kriterien können Hersteller teilweise durch schriftliche Erklärungen erbringen – ansonsten müssen Prüfberichte vorliegen, die vom RAL bewertet werden und dem Bundesumweltamt als Grundlage für eine Stellungnahme dienen.

Drucker, Kopierer und Multifunktionsgeräte, die mit dem Blauen Engel gekennzeichnet sind, arbeiten mit Tonern und Tinten, die keine gefährlichen Stoffe enthalten und wiederauffüllbar sind. Dazu dürfen die Geräte maximal 74 dB(A) laut sein. Wichtig – vor allem bezüglich der Debatte um den Ausstoß feiner und ultrafeiner Partikel bei Laserdruckern – ist zudem, dass in der Vergaberichtlinie RAL UZ-205 der Grenzwert für die maximale Freisetzung von Feinstaub und flüchtigen organischen Stoffen festgelegt ist. Auch dürfen nur minimale Spuren von Schwermetallen, keine halogenorganischen Verbindungen und krebserregende Stoffe in den Kunststoffteilen enthalten sein, denn sie müssen recyclebar sein.

Die RAL-UZ 205 ist erst seit Beginn des Jahres gültig. Mit ihr ging eine erneute Verschärfung der Vergabekriterien einher. Da bis Ende 2017 jedoch noch Label nach der alten Grundlage RAL-ZU 171 vergeben wurden, ist es ratsam, dass vor einer Neuanschaffung geprüft wird, welche Vergabekriterien dem gewünschten Gerät zugrunde lagen.

Detaillierte Informationen zu den Richtlinien und den ausgezeichneten Geräten stellt der Blaue Engel online zur Verfügung.

CE-Zeichen

Das Zeichen der Europäischen Gemeinschaft ist für alle Hersteller, die in der EU Waren auf den Markt bringen, verpflichtend. Das Auszeichnen der Produkte, aber auch der einzelnen Bauteile, können sie selbst übernehmen. Mit proaktiven und reaktiven Stichproben, die durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales gesteuert werden, wird die Einhaltung der zugrundeliegenden Regeln überprüft.

Mit der Kennzeichnung ihrer Produkte mit dem CE-Zeichen bestätigen Hersteller die Erfüllung der Niederspannungs- und EMV-Richtlinien. Diese dienen zur Vermeidung von Funkstörungen oder der Beeinflussung von Telefonverbindungen. Ebenso gilt das Energie-verbrauchsrelevante-Produkte-Gesetz (EVPG), das den maximalen Energieverbrauch bei IT-Geräten regelt.

DGUV-Test

Das Prüfzeichen wird von den Prüf- und Zertifizierungsstellen des Spitzenverbandes der Unfallversicherungsträger (DGUV) vergeben. Die Prüfung ist für die Hersteller freiwillig und gilt nach der Vergabe fünf Jahre. Die Geräte werden entweder nach einer umfangreichen Baumusterprüfung oder nur für Einzelaspekte erfolgen. Das Zeichen enthält dann beispielsweise Zusätze wie ergonomisch, schadstoffarm oder emissionsarm.

Die Prüfkriterien für die Mengen an Feinstaub, Ozon oder flüchtigen organischen Stoffen, die Drucker und Kopierer freisetzen, sind beim DGUV-Test strenger als beim Blauen Engel – sie liegen unterhalb der gültigen Arbeitsplatzgrenzwerte. Auch Tonerkartuschen mit niedrigen Gefahrstoffgrenzwerten können das DGUV-Testzeichen erhalten. Online gibt es einen Einkaufsführer, indem alle nach dem DGUV-Test geprüften Produkte aufgelistet sind.

Energy Star

Das weltweit vergebene Umweltzeichnen kennzeichnet Bürogeräte – unter anderem auch Drucker und Multifunktionsgeräte – als besonders energieeffizient. Um ihre Geräte mit dem Energy Star auszeichnen zu können, müssen Hersteller eine Erklärung über die Erfüllung der Kriterien bei dem Energy-Star-Büro der Europäischen Gemeinschaft (EGESB) einreichen. Die vom Hersteller angefertigten Prüfergebnisse werden der Europäischen Kommission mitgeteilt. Zudem müssen Hersteller jährlich eine Liste mit den gekennzeichneten Geräten abgeben. Eine Kontrolle dieser ist nicht vorgesehen und findet lediglich stichprobenartig im Rahmen der Marktüberwachung durch die Bundesländer statt.

Eco-Kreis

Verliehen wird der Eco-Kreis vom TÜV-Rheinland an Drucker, Fax- und andere Bürogeräte, welche die Einhaltung der neusten Standards für Sicherheit, Ergonomie und Ökologie bewiesen haben. Geprüft werden die Geräte vom TÜV Rheinland im Büro. Ausgezeichnete Produkte wurden dabei unter anderem auf ihre elektromagnetische Verträglichkeit, reduzierte Lärmemission, Langlebigkeit und Recyclingfähigkeit aber auch auf die eingeschränkte Verwendung gefährlicher Schadstoffe und ihre Energieeffizienz getestet.

Auf dem Eco-Kreis ist das Jahr der relevanten Richtlinien vermerkt. Sollten sich diese ändern, muss die Zertifizierung erneuert werden. Zudem werden die erfüllten Kriterien beispielsweise recyclebar, schadstoffgeprüft oder ergonomisch neben dem Logo aufgelistet.

TCO-Prüfsiegel

Bekannt geworden ist das TCO-Prüfsiegel für Computermonitore, es zertifiziert mittlerweile jedoch auch Drucker, Büromöbel und Mobiltelefone. Vergabestelle ist der Dachverband der schwedischen Angestellten- und Beamtengewerkschaft, der Tjänstemännens Centralorganisation (TCO). Zusammen mit dem Energy-Star ist es das älteste bestehende Umweltlabel für Computerhardware.

Die Prüfkriterien wurden 2006 an gesetzliche Vorgaben für Umwelt und Energie angepasst. Das Zertifikat bescheinigt Druckern seither eine geringe Geräuschemission sowie einen reduzierten Energieverbrauch durch technische und organisatorische Maßnahmen. Zudem stoßen die Geräte wenig umweltschädliche Stoffe aus und lassen sich recyceln. Die verwendeten Stoffe sind klar deklariert. Die Prüfung ist umfassend dokumentiert und steht im Internet zur Verfügung. Dort können sich Verbraucher auch darüber informieren, welche Regelwerke den Kriterien zugrunde liegen. In regelmäßigen Abständen werden die Anforderungen an den technischen Fortschritt angepasst.