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Future Mobility

Miles belohnt dich fürs Öffis fahren – weiß aber, wo du bist

Miles, ein neues Silicon-Valley-Startup, lässt seine Nutzer Meilen sammeln – allerdings nicht fürs Fliegen, sondern für das Fahren mit Auto, Bus oder Fahrrad. Das hat aber seinen Preis.

31.07.2018 Quelle: t3n Jörn Brien
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Meilensammeln mit Öffis – neue Startup-Idee aus den USA (Bild: Shutterstock)

Wer viel fliegt, nimmt sicher an einem der zahlreichen Bonusprogramme zum Meilensammeln teil. Wäre es aber nicht toll, wenn nicht das Fliegen, sondern das umweltfreundlichere Fahren per Bus oder Fahrrad belohnt würde? Genau das hat sich das kalifornische Startup Miles auch gedacht und eine gleichnamige App an den Start gebracht, wie The Verge berichtet . Damit sollen Vielfahrer sich Gutscheine oder andere Vorteile „auszahlen“ lassen, wenn sie bestimmte Strecken absolviert haben.

Öko-App mit Big-Brother-Faktor: US-Startup spendiert Bonusmeilen fürs Busfahren

Die kostenlose App steht derzeit nur für iOS-Geräte – und nur in den USA – zur Verfügung. Eine Android-Version soll den Entwicklern zufolge bald kommen. Spannend an dem Konzept ist jedenfalls, dass es umso mehr Punkte für eine zurückgelegte Strecke gibt, je umweltfreundlicher diese absolviert wurde. Für eine Autofahrt gibt es etwa eine Belohnungsmeile pro Meile. Wer einen Ridesharing-Dienst nutzt, bekommt schon zwei Meilen gutgeschrieben. Fürs Fahrradfahren gibt es fünf und für einen Spaziergang sogar zehn Bonuspunkte pro Meile.

Diese Bonusmeilen können dann, so die Idee, gegen bestimmte Vorteile, Rabatte oder Gutscheine bei großen Konzernen eingelöst werden. Derzeit hat Miles etwa Gutscheine für Starbucks, Amazon oder Target im Angebot. Außerdem kann man per Hello Fresh bestellen und sparen oder den Audi-Fahrservice Silvercar günstiger nutzen.

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Screenshot von Miles. (Screenshot: Apple/Miles, t3n.de)

Wer aufgepasst hat, hat jetzt schon den Nachteil des Ganzen entdeckt: Die App will jederzeit Zugriff auf die Bewegungsdaten des Nutzers. Das lässt sich nur leicht entschärfen, indem man der App nur dann diesen Zugriff gewährt, wenn man sie aktiviert. Zwar dürfte dem Miles-CEO Jigar Shah zu trauen sein, wenn er sagt, dass keiner der Partner Zugang zu Nutzerdaten bekommt. Die Gefahr eines Hacks ist dennoch nicht vom Tisch zu wischen.

Eher zu denken geben sollte einem dann aber, dass Miles selbst mit den gesammelten Daten ganze Bewegungsprofile einzelner Nutzer erstellen kann – und das offenbar zu Werbezwecken auch tut. Denn das Unternehmen kann dank einer eigens entwickelten KI mit der Zeit ziemlich genau vorhersagen, ob Nutzer an bestimmten Orten gerade Lust auf einen bestimmten Snack oder eine Dienstleistung haben könnten. Was das soll? Weiß man das, könnte man diesem Nutzer einen maßgeschneiderten Rabattcode zukommen lassen, just dann, wenn er nicht weit entfernt von dem entsprechenden Geschäft ist.

Miles: Startup will Nutzerwünsche vorhersagen können

Oder, um es mit Shah zu sagen: Es geht weniger darum, auf den Nutzer abzuzielen als vielmehr auf seine Wünsche. "Sobald du Meilen bekommst und wir einige der Daten verstehen, beginnen wir damit, künftige Wünsche vorherzusagen", so Shah gegenüber The Verge. Die Daten werden zwar aggregiert und anonymisiert. Allein, dass Miles eventuell sagen könnte, dass mehrere Nutzer in den nächsten Stunden mit Kaffeedurst in der Nähe einer Starbuck‘s-Filiale vorbeikommen – und ähnliche Prognosen – hat aber mehrere große Marken überzeugt und an Bord gebracht.

Eine gute Möglichkeit, umweltfreundliches Fahren zu fördern, bietet die Miles-App laut ihrem CEO aber auch. Über bestimmte Challenges, etwa „Fahre in dieser Woche fünf Mal mit dem Bus statt mit dem Auto“, könnten Städte die Nutzung ihrer Öffis ankurbeln. Vorausgesetzt, Miles hat genug Nutzer. In den vergangenen zwei Jahren haben jedenfalls Tausende Nutzer die App getestet und offenbar für gut befunden. Wenn da nur nicht der Big-Brother-Faktor wäre.

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