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Security

Meltdown, Spectre und die Frage nach digitaler Souveränität

Die Anfang 2018 bekannt gewordenen Sicherheitslücken Meltdown und Spectre gelten als ein Security-Supergau, der auch den VDE auf den Plan ruft: Ansgar Hinz, CEO des Verbandes der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik, fordert eine massive Stärkung des Mikroelektronik-Standorts Europa.

12.01.2018
VDE_CEO_Ansgar-Hinz
VDE CEO Ansgar-Hinz

Die so genannten Prozessorlücken Meltdown und Spectre ermöglichen gefährliche Cyber-Attacken auf Desktops, Smartphones und Tablets, vereinfacht ausgedrückt hebt Meltdown Trennmechanismen zwischen installierten Programmen und dem Betriebssystem auf, während Spectre aggressiver Schadsoftware Tür und Tor öffnet und so dafür sorgt, dass Anwender ausspioniert werden können. Man kann von einem Herzfehler digitaler Systeme sprechen, denn die Schwachstellen sitzen in den CPUs, die im Grunde jedes digitale Endgerät antreiben. "Der weltweite Chip-Gau zeigt erneut die fundamentale Bedeutung eines durchgängigen und systemischen Security-Ansatzes für Hardware und Software", stellt deshalb VDE-CEO Ansgar Hinz fest und beschreibt einen Weg, wie derlei Sicherheitslücken künftig geschlossen werden können.

Hinz bezeichnet den Security-Supergau als lautstarken Weckruf für das digitale Deutschland. "Zumal so gut wie alle IT-Plattformen betroffen sind, eine Behebung über Patches nur unvollständig sein und die stringente und schnelle Installation nicht durchgängig gewährleistet werden kann", so Hinz, der nun mehr europäisches Engagement fordert: "Wenn wir unsere digitale Souveränität sichern wollen, müssen wir unsere Expertise erhalten und stetig weiter ausbauen. Wir dürfen nicht nur auf Softwarekompetenz und Patches von Dritten vertrauen. Gefordert ist Technologiekompetenz. Gefordert ist Hardware-Designkompetenz. Gefordert ist Produktionskompetenz und die Kontrolle darüber."

Der VDE verweist darauf, dass er sich bereits seit Jahren dafür einsetzt, die gesamte Innovationskette vom Chip-Design bis zur Fertigung in Europa zu fördern, wozu auch die Entwicklung von eigenen Kryptochips gehöre, die Kriminellen den Zugang durch Backdoors von Beginn an verweigern. "Was wir brauchen, ist eine massive Stärkung des Mikroelektronik-Standorts Europa, eine diesbezüglich konsequente Forschungs- und Industrieförderung und eine international koordinierte Cyber-Security-Strategie. Deutschland verpasst sonst seine Chancen, die digitalen Technologien der Zukunft mitzugestalten", sagt VDE-CEO Hinz.

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VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e. V. (D-60596 Frankfurt am Main)
Website: www.vde.com