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Industrie 4.0

Lieblinge der Industrie: Diese Startups helfen bei der Digitalisierung

Angesichts von Milliardeninvestitionen der Industrie in die Digitalisierung werden Fabriken, Fließbänder und Lagerregale zunehmend zur Spielwiese von Startups. Wir stellen spannende Neugründungen rund um das Thema Industrie 4.0 vor.

14.05.2018 Quelle: t3n Daniel Hüfner

Es hat einige Jahre gedauert, doch inzwischen ist die Erkenntnis auch in der deutschen Industrie angekommen: Fabriken können noch schneller, besser und günstiger produzieren als bisher.

Selbst veraltete Industrieanlagen oder analoge Verkehrsinfrastrukturen lassen sich inzwischen leicht mit Sensoren nachrüsten und die daraus gewonnen Daten zur Produktionssteigerung nutzen.

Quelle: Proglove
Quelle: Proglove

Industrie setzt auf Know-how von Startups

Der unter dem Schlagwort "Industrie 4.0" bekannte Branchentrend verzeichnet ein rasantes Wachstum. Allein im vergangenen Jahr wuchs das Geschäft mit smarten Hard- und Software-Lösungen für die Industrie um 21 Prozent auf rund sechs Milliarden Euro. Großen Anteil daran haben vor allem Startups, auf die die Industrie zunehmend setzt. Unternehmen vom Mittelstand bis zum Konzern haben erkannt, dass die Zusammenarbeit mit Gründern aus der Hightech-Branche schnell zu entscheidenden Wettbewerbsvorteilen führen kann. Welche Neugründungen aus der Industrie derzeit besonders beliebt sind, zeigt die folgende Übersicht:

Proglove

Wenn es so etwas wie ein Vorzeige-Startup der Industrie gibt, dann ist es Proglove . In den Büroräumen des Münchener Jungunternehmens hat sich sogar die ehemalige Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles schon umgesehen. Aus gutem Grund: Denn Proglove entwickelt einen smarten Handschuh, der die Arbeit in Fabriken auf lange Sicht erheblich erleichtern könnte.

Im Handschuh sind ein Scanner und mehrere Sensoren verbaut, wodurch überflüssige Arbeitsschritte entfallen und falsche Handgriffe vermieden werden. So ertönt ein entsprechender Warnton, sollte ein bestimmtes Bauteil falsch gehalten oder eingesetzt werden. Namhafte Kunden aus der Industrie von Bosch bis Kuka und BMW hat das Startup um Gründer Thomas Kirchner bereits für sich gewonnen. Jüngst gab es auch eine Millionenfinanzierung vom Chip-Hersteller Intel .

Quelle: Konux
Konux-Gründer Andreas Kunze hilft der Deutschen Bahn bei der Schienenwartung.

Konux

Kein Wunder, dass sich die Deutsche Bahn schnell für die Technologie von Konuxinteressiert hat: Das bereits 2014 von Andreas Kunze, Dennis Humhal und Vlad Lata gegründete Startup hat sich auf die Auswertung von vernetzten Sensoren spezialisiert – und will so vorhersagen, wann beispielsweise Wartungs- oder Erneuerungsarbeiten im Schienennetz notwendig sind. Durch zunehmende Traglast und alternde Infrastruktur sind die Sensoren der Münchener auch im Ausland gefragt. Bis heute haben die Gründer rund 40 Millionen US-Dollar von Investoren eingesammelt.

Quelle: Pixolus
Digitalisierung von Stromzählern: Pixolus macht's möglich.

Pixolus

Dass auch Stadtwerke und regionale Energieversorger ein vielversprechender Kunde für Startups sein können, zeigt hingegen Pixolus aus Köln. Das von Mark Asbach und Stefan Krausz gegründete Unternehmen bietet mobile Software-Lösungen zur Digitalisierung von Datenerfassungen an.

Bedeutet: Mithilfe der Kamera im Smartphone oder Tablet lassen sich unter anderem per App die Zählerstände von Strom-, Gas-, Wasser-, Wärme- oder Betriebs¬stunden¬zählern ablesen. Die Technologie ist angeblich so genau, dass Fehlangaben vermieden werden und Anwender wertvolle Zeit sparen. Mit Vattenfall, Innogy und EWE hat Pixolus übrigens auch schon Großkunden von sich überzeugt.

Quelle: Freighthub
Quelle: Freighthub

Freighthub

Die Logistik ist nicht nur das Rückgrat der Globalisierung, sondern stellt für das produzierende Gewerbe auch die entscheidende Weiche für den Vertrieb ihrer Güter dar. Blöd nur, dass die Branche bisher kaum von der Digitalisierung profitiert hat. In vielen Speditionen sind Faxbestellungen, telefonische Preisanfragen und lästige Formulare noch immer an der Tagesordnung.

Das Berliner Startup Freighthu b will das ändern. Über die digitale Frachtspedition können Kunden ihre Lieferungen buchen, verwalten und den Standort der Container verfolgen. Gearbeitet wird vor allem mit Datenmengen: So lassen sich über die Online-Plattform die erwartete Abfahrts- und Ankunftszeit, angefahrene Häfen, Hafengebühren und Zollanforderungen abrufen sowie die Kosten für den sogenannten Nachlauf, also den Lkw-Transport vom Hafen zum Zielort. Mehr als 250 Kunden aus Industrie und Logistik sollen die Lösung von Freighthub bereits nutzen.

Quelle: Bigrep
Stefan Beyer und René Gurka statten die Industrie mit riesigen 3D-Druckern aus.

Bigrep

Kostengünstige Prototypen und industrielle Produkte in geringer Stückzahl herstellen – dank Anbietern wie Bigrep ist das für Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe kein Problem mehr. Das in Berlin ansässige Startup entwickelt riesige 3D-Drucker, mit denen sich beispielsweise Rotoren für Windturbinen oder Karosserieteile von Bussen mühelos herstellen lassen. Zu den Kunden von Bigrep zählen unter anderem Airbus, Deutsche Bahn und BMW.

Quelle: Michael Hübner
Paul Hopton und Jackson Bond haben das Startup Relayr mitgegründet.

Relayr

Zu den gehyptesten Internet-der-Dinge-Startups in Deutschland gehört zweifellos das Unternehmen von Josef Brunner: Relayr versteht sich als Brückenbauer für die Digitalisierung veralteter Industrieanlagen. Mit sogenannten Retrofitkits sollen Anlagen intelligent vernetzt und klassische Maschinenbauverkäufer zum Serviceanbieter werden. Wer ein solches Kit kauft, kann seine Fertigungsstraße beispielsweise so aufrüsten, dass sie automatisch Alarm auslöst, sobald eine Wartung notwendig wird oder die Produktion stockt. Die Idee kommt nicht nur bei Kunden wie General Electric oder Merck gut an. Mehr als 35 Millionen Dollar sind bereits in Relayr geflossen – unter anderem von der Deutschen Telekom.

Quelle: Siemens
Die Magazino-Gründer Nikolas Engelhard, Lukas Zanger und Frederik Brantner.

Magazino

Die Zeit und Kosten, die für die Beschäftigung menschlicher Lagerarbeiter in Versandzentren draufgehen, stellen für Handelsunternehmen vom Schlage Amazon eine große Herausforderung dar. Kein Wunder also, dass längst an entsprechenden Robotern gearbeitet wird, die Abhilfe versprechen.

Zum Beispiel Magazino : Das Startup baut wahrnehmungsgesteuerte, mobile Roboter für die Intralogistik. Mithilfe integrierter 2D- und 3D-Kameras sollen einzelne Objekte im Regal identifiziert und lokalisiert, sicher gegriffen und schließlich präzise an ihrem Bestimmungsort wieder abgelegt werden können. Wie weit die Technologie von Magazino bereits fortgeschritten ist, zeigt unter anderem Zalando, das sich an den Münchenern beteiligt hat. Produktiv eingesetzt werden die Packroboter unter anderem schon beim Osnabrücker Textillogistiker Meyer & Meyer.