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Security

Kaspersky zieht teilweise in die Schweiz um

Nachdem Kaspersky in den vergangenen Monaten immer wieder vorgeworfen wurde, dem russischen Geheimdienst nahezustehen, verlegt der Security-Spezialist europäische Kundendaten in die Schweiz. Dort soll ein erstes Transparenzzentrum entstehen, in dem unabhängige Prüfer auch den Quellcode einsehen können.

24.05.2018 Quelle: CRN Daniel Dubsky
Quelle: Kaspersky
Quelle: Kaspersky

Vor allem die USA hatten Kaspersky im vergangenen Jahr immer wieder vorgeworfen, mit dem russischen Geheimdienst zusammenzuarbeiten und diesen bei seinen Spionageaktivitäten zu unterstützen. Zwar hatte der Hersteller stets dementiert, doch das Image ist angekratzt, weshalb im Herbst eine große Transparenzoffensive angekündigt wurde. Zu der gibt es nun konkrete Informationen: So wird bis Ende 2019 in Zürich in der Schweiz ein Rechenzentrum eingerichtet, in dem die Daten europäischer Kunden gespeichert und verarbeitet werden sollen. Auch die Informationen von Nutzern aus Nordamerika, Australien, Singapur, Südkorea und Japan ziehen dorthin um – weitere Länder sollen folgen.

Darüber hinaus wird auch die Finalisierung der Kaspersky-Produkte, etwa die Kompilierung des Codes, künftig in Zürich stattfinden. Noch in diesem Jahr soll damit begonnen werden, die Anwendungen und Signaturdatenbanken in der Schweiz zu erstellen und digital zu signieren, bevor sie an Kunden verteilt werden. Zuvor sollen unabhängige Organisationen sie prüfen können, denn der Hersteller will auch seinen Quellcode offenlegen – "unser Allerheiligstes", wie Peter Neumeier, der deutsche Channel-Chef des Herstellers, im Gespräch mit CRN betont. Dementsprechend werde man den Code "sicher nicht für Jedermann" bereitstellen, wohl aber für unabhängige Prüfer und andere berechtigte Parteien.

Parallel zum Rechenzentrum entsteht dafür in der Schweiz das erste von mehreren geplanten Transparenzzentren, in denen der Hersteller nicht nur Einblick in seinen Code, sondern auch in interne Prozesse gewährt. Das Ziel: Nachweisen, dass die Kaspersky-Lösungen frei von Hintertüren sind und einzig dem Zweck dienen, Kunden vor Sicherheitsbedrohungen zu schützen – egal ob hinter diesen Cyberkriminelle oder staatliche Stellen stecken – und Vertrauen zurückgewinnen.

Hauptquartier bleibt in Moskau

Die Schweiz, wo Kaspersky bislang nur eine kleine Vertriebsorganisation unterhielt, wird damit zu einer weltweit wichtigen Zentrale des russischen Herstellers. Dessen Hauptquartier soll allerdings in Moskau verbleiben, wie Neumeier betont. Zu viele Mitarbeiter und zu viel Know-how ist dort gebündelt, als dass man es einfach in die Schweiz verlegen oder dort neu aufbauen könnte. Zudem würde ein solcher Schritt wohl auch gewaltig an der Unternehmensidentität kratzen.

Weitere Transparenzzentren sollen in den kommenden Jahren in den USA und in Asien entstehen. "In einer sich schnell verändernden Branche wie der unseren müssen wir uns an neue Bedürfnisse unserer Kunden, Stakeholder und Partner anpassen", so CEO Eugene Kaspersky. "Transparenz ist ein solches Bedürfnis, und deshalb haben wir uns entschieden, unsere Infrastruktur neu zu gestalten und unsere Datenverarbeitung in die Schweiz zu verlegen. Wir sind davon überzeugt, dass solche Maßnahmen zu einem weltweiten Trend für die Cybersicherheit werden."