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CEBIT News

Interview mit Digitalism

Seit 14 Jahren macht "Digitalism" Musik. Stillstand gibt's nicht. Wir haben Ismail "Isi" Tüfekçi und Jens "Jence" Moelle zum Interview getroffen. (Nicht verpassen: Die Band spielt am CEBIT Donnerstag um 20:30 Uhr)

14.06.2018
Quelle: Maria Luceiro
Quelle: Maria Luceiro

Je mehr man sieht, desto mehr lernt man

Zum Interview erwischen wir Ismail Tüfekçi und Jens Moelle alias Digitalism in ihrem Hamburger Bunker-Studio. Meistens jettet das Duo aber durch die Weltgeschichte. London, Rom, Shanghai – Stillstand gibt’s nicht. Seit 14 Jahren macht Digitalism Musik. Kennengelernt haben sich die beiden fernab der digitalen Welt – in einem Plattenladen.

Zum ersten Mal getroffen habt Ihr Euch zwischen Vinyl – Musik macht Ihr mit dem Computer. Warum?

Jence: "Das war die einzige Möglichkeit für uns. Der Computer war da. Alles andere hätten wir kaufen müssen. Wir hatten kein Geld. Deshalb mussten wir unsere Musik auf dem Computer machen. Und das war in Ordnung."

Seit 18 Jahren begeistert Ihr rund um den Globus. Ihr seid ständig unterwegs. Nervt das nicht manchmal?

Isi: "Das ist einfach unser Ding. Natürlich freuen wir uns, wenn wir zu Hause sind. Aber nach einer Weile wollen wir wieder los."

Also wird Euch bei Stillstand schnell langweilig?

Isi: "Genau. Je mehr man sieht, desto mehr lernt man. Das Reisen, neue Menschen kennenzulernen – das erweitert den Horizont. Da kann man noch so viele Bücher lesen. Oder die Welt durchs Internet zu sich holen."

All diese neuen Eindrücke lasst Ihr in Eure Musik einfließen, oder?

Jence: "Auf jeden Fall. Wir entwickeln uns immer weiter. Im Kern ist es uns auch wichtig, dass wir uns nicht verbiegen. Unsere Musik trägt immer unsere Handschrift. Das klingt mal deeper. Oder etwas mehr Indie- oder Techno-lastig. Es ist nicht so, dass wir irgendwelchen Trends folgen."

Und wie sieht‘s mit der technischen Entwicklung aus? Reist Ihr nur noch mit USB-Stick, auf dem Eure Musik steckt?

Jence: "Leider nicht, wir müssen immer noch viel Zeug mit uns rumschleppen. So richtig viel hat sich da bei uns nicht geändert. Vielleicht haben wir schnellere Rechner. Aber wir machen immer noch alles von Grund auf selbst. Deshalb ist es für uns egal, ob wir vor einem neuen Gerät sitzen oder vor einem aus den 80er-Jahren. Wir nehmen alles mit dem Computer auf, schneiden es."

Wie erlebt Ihr denn den Wandel durch die zunehmende Digitalisierung? Isi: "Wir sind ja mit dem Fernseher aufgewachsen. Die Kids von heute sehen das Internet als Grundrecht. Die nächsten Jahre werden interessant. Es gibt Dinge, von denen man gedacht hat, dass es sie nie geben wird. Zum Beispiel autonomes Fahren."

Und wie schaut es in Sachen Musik aus?

Isi: "Musikgeräte werden immer leichter. Musik lässt sich viel leichter verbreiten – übers Internet. Keiner weiß, wann es einen viralen Hit gibt. Das geschieht einfach. Niemand weiß, in welche Richtung sich die digitale Welt bewegt."

Macht Euch das Angst?

Isi: "Nein. Aber ich denke, dass viele Angst haben, weil sie nicht wissen, was auf sie zukommt. Wenn man Sachen nicht kennt, ist man immer zuerst ängstlich." Jence: "Es gibt immer Menschen, die sagen: Früher war alles besser. Es ist jetzt anders. Heutzutage ist man ja auch nicht mehr mit Pferden unterwegs, sondern mit Autos. Die Zeiten ändern sich."

Über Digitalism

"Digitalism" gründete sich 2004 in Hamburg und besteht aus Jens "Jence" Moelle and Ismail "Isi" Tüfekçi. Mit ihren Club-Hits wie "Pogo", "Blitz" oder "Utopia" waren sie Vorreiter der elektronischen Indie-Szene.

Nicht verpassen: Die Band spielt am CEBIT Donnerstag um 20:30 Uhr

Wer: Digitalism
Wann: 14. Juni 2018 um 20:30 Uhr
Wo: d!campus auf der CEBIT

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