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Startups

"Im Silicon Valley arbeitet man deutlich effektiver"

Christopher Obereder ist das, was man wohl einen Überflieger und echten Digital Native nennt: Er gründete im Teenageralter Facebookseiten mit Millionen von Fans, schuf erfolgreiche Apps und ging mit Anfang 20 ins Silicon Valley.

13.04.2018
Christopher Obereder
Christopher Obereder

Mit 25 Jahren wurde der "Serial Entrepreneur" auf die "Forbes 30 under 30"-Liste gewählt. Heute lebt der 26-Jährige Münchner wieder in seiner Heimatstadt und betreut von dort aus internationale Kunden, vor allem in den USA.

Im Interview spricht er über die Unterschiede der Arbeitswelten in den USA und Deutschland, seinen ersten Besuch auf der CEBIT und in welches Start-up er heute investieren würde.

Herr Obereder, Sie haben lange im Silicon Valley gearbeitet. Wie unterscheiden sich die dortigen Arbeitsweisen von denen in Deutschland?

Im Silicon Valley geht es im Arbeitsleben immer darum, ein Ziel zu erreichen und nicht seine Zeit im Büro abzusitzen. Während in Deutschland vielleicht noch eine Jahresplanung gemacht wird, denkt man im Valley in deutlich kürzeren Zeiträumen. Dort macht man eine Monatsplanung und legt in täglichen Stand-ups fest, was man am jeweiligen Tag erreichen möchte.

Außerdem gibt es jeden Tag einen Termin, in dem die Zahlen des Vortages analysiert werden. So weiß jeder immer, wo er steht und was er in einem Arbeitstag schaffen muss. Ich empfinde das als deutlich effektiver als die deutsche Art zu arbeiten.

...umgekehrt gibt es aber vielleicht auch ein paar Dinge am deutschen Arbeitsleben, die Ihnen besser als in den USA gefallen. Oder?

Nun ja, in den USA herrscht die Hire-and-Fire-Mentalität. Jeder Arbeitsvertrag kann mit einer Frist von zwei Wochen gekündigt werden. Das sorgt für extremen Stress, die Leute gehen extrem ans Limit und ziehen auch oft schnell wieder weiter zum nächsten Unternehmen. Das ist in Deutschland etwas entspannter.

Sie selbst sind ein schönes Beispiel dafür, wie beide Welten in einer neuen Arbeitsform vereint werden.

Ja. Ich kann arbeiten wann, wo und wieviel ich will. Aktuell ist das wieder in Deutschland. Meine Kunden in den USA erwarten, dass ich einmal am Tag ihre Zahlen reporte und Ergebnisse liefere. Wieviel Zeit ich dafür aufwende und wo ich sitze, ist ihnen egal, solange die Zahlen gut sind.

Sie sind Serial Entrepreneur. In welches Start-up würden Sie aktuell investieren?

Ich persönlich interessiere mich sehr dafür, womit sich die Menschen künftig in autonomen Fahrzeugen beschäftigen werden. Denn sie müssen nun ja nicht mehr die ganze Zeit lenken und auf die Straße achten. Aktuell beherrscht aber der Krypto-Hype alles. Wenn Du ein Krypto-Start-up hast, wirst Du überschwemmt mit Geld.

Die Frage ist nur, wie lange das noch geht. Entweder es revolutioniert alles, oder den Krypto-Währungen geht es wie den Chatbots: Zuerst sprechen alle darüber, jeder gründet ein Chatbot-Start-up – doch wenn keiner einen echten Exit schafft, ist der Hype auch schnell vorbei.

Sie sprechen ja zum ersten Mal auf der CEBIT. Waren Sie eigentlich schon einmal dort – und was bedeutet die Neupositionierung für Sie?

Ich war noch nie auf der CEBIT, aber für mich ist sie seit 20 Jahren DAS Hauptevent der Tech-Branche. Ich finde es extrem cool, dass sich die CEBIT so stark wandelt und mit der Zeit geht. Und dass ich dabei sein darf, freut mich natürlich besonders.

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