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Digital Office - ECM / Input / Output

EU investiert 1 Milliarde Euro für Supercomputer

Die EU will kräftig in den Aufbau einer europäischen Supercomputer-Infrastruktur investieren. Das soll die Wettbewerbsfähigkeit und Unabhängigkeit in der Datenwirtschaft stärken.

17.01.2018 Quelle: CRN Jona van Laak
Cern_Pascal Dusapin

Wie die Europäische Kommission bekannt gab, soll ein neuer Rechts- und Finanzierungsrahmen in Form des Gemeinsamen Unternehmens EuroHPC den Erwerb, den Aufbau und die Einrichtung einer europaweiten Hochleistungsrecheninfrastruktur ermöglichen. Dazu zählt auch ein Forschungs- und Innovationsprogramm, um die Hardware und Software der Supercomputer zu entwickeln. Die EU wird zum Gemeinsamen Unternehmen EuroHPC etwa 486 Mio. EUR im Rahmen eines mehrjährigen Finanzrahmens beitragen, ein ähnlicher Betrag ist von den Mitgliedstaaten und den assoziierten Ländern zu erwarten. Wie CRN berichtete, sollen so bis 2020 öffentliche Mittel in Höhe von etwa 1 Mrd. EUR investiert werden. Private Mitglieder der Initiative werden voraussichtlich auch Sachbeiträge leisten.

In einem ersten Schritt werden Supercomputer mit einer Rechenleistung von hundert Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde erworben. Zeitgleich soll die Entwicklung von Systemen mit einer Rechenleistung von einer Trillion Rechenoperationen pro Sekunde auf der Grundlage von EU-Technologie bis 2023 vorangetrieben werden. Die Supercomputer sollen öffentlichen und privaten Nutzern zur Verfügung gestellt werden.

Supercomputer werden benötigt, um die immer größeren Datenmengen zu verarbeiten und entfalten ihren Nutzen für die Gesellschaft in vielen verschiedenen Bereichen, von der Gesundheitsversorgung und erneuerbaren Energien über die Fahrzeugsicherheit bis hin zur Cybersicherheit. Mit Hochleistungsrechnen kann etwa die Früherkennung von Krankheiten oder die Wirksamkeit von Therapiemöglichkeiten berechnet werden. Ebenfalls werden HPCs bei der Prognose von Naturkatastrophen eingesetzt, insbesondere bei der Vorhersage der Zugbahnen von Wirbelstürmen oder bei Erdbebensimulationen. Nicht zuletzt auch im Kontext nationaler Sicherheit und Verteidigung, z. B. für die Entwicklung komplexer Verschlüsselungstechnik oder die Rückverfolgung von Cyberangriffen.

Der heutige Schritt ist entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit der EU und ihre Unabhängigkeit in der Datenwirtschaft. Zurzeit verarbeiten europäische Wissenschaftler und Unternehmen ihre Daten außerhalb der EU, weil die verfügbaren Rechenzeiten in der EU für ihre Bedürfnisse nicht ausreichen. Dieser Mangel an Unabhängigkeit ist ein Risiko für die Privatsphäre, den Datenschutz, Geschäftsgeheimnisse und das Dateneigentum, insbesondere bei sensiblen Anwendungen.

Andrus Ansip, Vizepräsident der Europäischen Kommission und zuständig für den digitalen Binnenmarkt, äußerte sich in diesem Zusammenhang wie folgt: "Supercomputer sind der Motor der digitalen Wirtschaft. Die EU muss in diesem harten Rennen aufholen, denn wir haben noch keine Supercomputer in der weltweiten Top-Ten-Liste. Mit der EuroHPC-Initiative wollen wir den europäischen Forschern und Unternehmen bis 2020 erstklassige Superrechner-Kapazitäten zur Verfügung stellen, um Technologien wie künstliche Intelligenz zu entwickeln und die künftigen Alltagsanwendungen in Bereichen wie Gesundheitswesen, Sicherheit oder Ingenieurwesen zu erstellen."