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Startups

Eine Ode ans Scheitern: Darum muss mehr über Fuckups geredet werden!

Als vermeintlicher Verlierer gewinnen? In der Gründerszene ist Scheitern verpönt – doch die Geschichten von Misserfolgen sind ein heimlicher Erfolgsbringer.

04.05.2018 Gründerszene
Quelle: Eyeem
Quelle: Eyeem

Die German Angst steht unserer Innovationskraft im Weg

Schon einmal von German Angst gehört? Bestimmt. Der Germanismus beschreibt nichts anderes als das typisch deutsche Zögern und die damit verbundene Angst vor allem möglichen. Besonders vorm Scheitern.

Wir Deutschen scheinen nicht gut mit Rückschlägen umgehen zu können – nicht im Privaten, und auch nicht im Business.

Das Ganze könnte man leicht mit einem Schulterzucken als bloße Halbwahrheit abtun. Ein großer Fehler! Denn Erkenntnisse der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit zeigen, dass zum Beispiel Amerikaner oder Vietnamesen unsere Angst vorm Scheitern als unnötigen Spleen ansehen, der unsere gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung hemmt. Und in einer Zeit, in der Mut zur Innovation über den Firmenerfolg entscheidet, ist es tatsächlich fatal, Rückschläge zu fürchten.

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Ein gesunder Umgang mit Misserfolgen tut also Not – vor allem im Hinblick auf die zahlreichen Startups, die Jahr für Jahr in Deutschland gegründet werden. Nur 80 Prozent erleben ihr drittes Geschäftsjahr und gehen hierzulande dann schnell als Pleite in die Annalen der Geschäftswelt ein. Nicht in allen Fällen liegt das daran, dass Gründer ihr Business nicht bis ins letzte Detail durchdacht haben. Ausbleibende Investoren, schwache Netzwerke oder rechtliche Stolperfallen tragen häufig dazu bei, dass Startups auf dem Markt nicht überleben.

3 gute Gründe, warum wir mehr über Fuckups reden müssen

"Break the stigma!", lautet die Ansage von Yannick Kwik, dem CEO der weltweiten Bewegung Fuckup Nights, die in diesem Jahr auch auf der CEBIT Startup-Area scale11 Halt machen. "Ich bin überzeugt davon, dass es im Business wichtig ist, über Fehler zu reden. Warum? Erfolgsgeschichten bekommen eine viel größere Bühne – was paradox ist, wenn man bedenkt, dass die meisten Projekte scheitern." Doch das Reden über Fuckups ist nicht nur von Bedeutung, um zu zeigen, dass auf dem Markt tatsächlich nur wenige Startups Erfolge feiern. Die Stories über Pleiten, Pech und Pannen helfen vor allem (angehenden) Gründern dabei, zu lernen, welche Vorteile man aus den eigenen Rückschlägen ziehen kann.

1. Ein bisschen Silicon Valley im deutschen Tal der Furcht

Ja, das Silicon Valley gilt mittlerweile nicht mehr nur noch als der utopische Tech- und Startup-Himmel, für den er anfänglich gefeiert wurde. Denn Valley-Aushängeschilder wie Google oder Apple sind tatsächlich nur die Ausnahme, auch dort scheitern Startups fast so häufig wie in Deutschland. Aber: Nach wie vor hat kaum ein anderer Ort so viele erfolgreiche Innovationen hervorgebracht wie das Digital-Mekka in der San Francisco Bay Area. Im Valley gilt Scheitern nach wie vor nicht als Schmach – sondern als wichtige und positive Erfahrung auf dem Weg zu Erfolg. Die Kultur des Scheiterns hat zum Beispiel PayPal erfolgreich gemacht, denn CEO Max Levcin hatte zuvor andere Startups am Start, die sang- und klanglos untergegangen sind.

Also: Je eher sich die deutsche Geschäftswelt von dieser Mentalität eine Scheibe abschneidet, desto besser kommen überlebenswichtige Innovationen in deutschen Firmen zustande, da das Schreckgespenst Misserfolg gar nicht mehr so angsteinflößend ist.

2. Besser scheitern ist der Grundstein für spätere Erfolge

Besser scheitern mag auf den ersten Blick paradox klingen – ist aber von unschätzbaren Wert für Unternehmen. Warum? Nur wer aus seinen Fehlern lernt, kann auch in Zukunft gewinnbringend auf dem Markt mitmischen. "Wichtig ist, nicht gleich den Kopf in den Sand zu stecken. Vielmehr sollte man sich die Zeit nehmen, seine Fehler genau zu analysieren und sich dann neue Gewohnheiten zulegen, die die eigene Belastbarkeit und Widerstandsfähigkeit stärken", meint Yannick Kwik. Scheitern als Chance zu begreifen, fällt besonders Deutschen schwer, ist aber auf dem Weg zum Geschäftserfolg von enormer Wichtigkeit, da man so lernt, Krisen effektiv zu meistern – die gibt es schließlich selbst in florierenden Unternehmen. Und wer weiß, vielleicht ergibt sich auf diese Weise sogar der ein oder andere Geschäftsvorteil.

3. Es stärkt die Gründergeneration von morgen

Startups sind fester Bestandteil der deutschen Unternehmenslandschaft. Sie verschwinden aber oft genauso schnell, wie sie aufgetaucht sind. Die ständige Proklamation von Misserfolgen als unverzeihbare Schmach trägt dazu bei, dass die Gründergeneration von morgen trotz der unzähligen technologischen Möglichkeiten aus Angst vom Scheiter-Mobbing nur zögerlich mit ihren Innovationen an den Markt geht. Vorhang auf für die Fuckup Nights: "Die Geschichte eines Fehlschlags zu teilen, inspiriert nicht nur andere Gründer, sondern zeigt auch, wie es wirklich ist, ein Unternehmen zu führen", erklärt Yannick Kwik die Vorzüge von gemeinsamen Gesprächen über gescheiterte Führungskonzepte, fehlende Leadership-Qualitäten und die andere harte Realität des Business-Alltags.

Junge Gründer und die, die es noch werden wollen, bekommen auf diese Art den Zuspruch und Mut, den sie für ihre Unternehmerkarriere so dringend brauchen und lernen noch dazu etwas über die Dos und Don’ts im Geschäftsdasein eines CEOs.

Auf der scale11 werden gescheiterte Gründer zu Helden

Als Teil der neuen CEBIT-Formats d!tec dreht sich bei der scale11 auch in diesem Jahr alles um Startups – und deren Rückschläge. Auf den Fuckup Nights können Gründer sich die mitreißenden Geschichten von gescheiterten Gleichgesinnten anhören und gemeinsam diskutieren, was man davon für die Zukunft lernen kann und warum Scheitern so ein essentieller und nicht nur negativer Teil des Gründer-Daseins ist.

Ihr wollt Euch all das nicht entgehen lassen? Dann sichert Euch noch heute Eure Tickets für die scale11!