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Workspace 4.0 & Collaboration

Dieser Chip geht unter die Haut

Ein US-Unternehmen hat einem Teil seiner Mitarbeiter einen RFID-Chip implantiert – zur leichteren Identifikation. Ob so etwas auch in Deutschland möglich wäre, erklärt Anwalt Klaus-Dieter Franzen.

12.02.2018 David Schahinian
Quelle: CNCB/USA Today
Quelle: CNCB/USA Today

Damit erhält das Wort Mitarbeiterbindung eine ganz neue Bedeutung: 50 der 80 Beschäftigten von Three Square Market , eines Anbieters von High-Tech-Getränke- und Snackautomaten ließen sich freiwillig einen kleinen Chip zwischen Daumen und Zeigefinger einsetzen. Mit ihm können sie unter anderem mittels einer Handbewegung Türen öffnen und in der Kantine bezahlen. Wer Auswirkungen auf die Gesundheit befürchtet oder die Implantierung aus anderen Gründen ablehnt, kann den Chip auch als Armband am Körper tragen.

Klaus-Dieter Franzen, Bremer Fachanwalt für Arbeitsrecht, sieht diese Entwicklung kritisch. Die Chipträger könnten vollständig überwacht werden – das Anlegen von Profilen wäre theoretisch leicht realisierbar. Auch könnten weitere Daten auf dem Chip gespeichert werden, zudem bestehe die Gefahr, dass Kriminelle die Daten unbemerkt auslesen.

In Deutschland steht der Nutzung von Implantaten im Arbeitsleben Einiges entgegen. So tritt im Mai 2018 die EU-Datenschutzgrundverordnung und das neue Bundesdatenschutzgesetz in Kraft. Sie setzen hohe Hürden für die Verarbeitung personenbezogener Daten. Franzen bezweifelt zudem, dass ein deutsches Arbeitsgericht die gegebenenfalls von einem Mitarbeiter freiwillig erteilte Einwilligung als wirksam beurteilen würde.

Das hält freilich niemanden davon ab, sich freiwillig einen RFID-Chip einpflanzen zu lassen. Rund 4000 Menschen sollen das nach Schätzungen des Kölner Stadt-Anzeigers bereits getan haben.