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Digital Health

Der Ärztepräsident will die Gesundheitskarte nicht

Als "völlig veraltet" hat Bundesärztepräsident Frank Ulrich Montgomery das gegenwärtige Konzept der elektronischen Gesundheitskarte bezeichnet. Er plädiert für einen Neustart des Gesundheitsdatensystems.

05.06.2018 Dirk Bongardt
Quelle: Shutterstock.com

Für das bereits seit fünfzehn Jahren geplante System der elektronischen Gesundheitskarte sieht der Ärztepräsident keine Zukunft. Das sagte er in einem Interview mit der Tageszeitung "Rheinische Post" . Insbesondere kritisierte Montgomery, dass die Karten, auf denen sich zum Beispiel der Medikamentenplan oder die Vorerkrankungen eines Patienten speichern lassen sollen, nur in Praxen und Kliniken ausgelesen werden könnten. "Es kann nicht sein, dass nicht auch Patienten selbstständig und jederzeit Zugang zu ihren Daten haben."

Montgomery kritisierte, das Konzept der Gesundheitskarte stamme aus einer Zeit vor der massenhaften Verbreitung von Smartphones, inzwischen gebe es aber viele sehr gute Gesundheits-Apps. Die Sorge vor Datenschutzproblemen in diesem Zusammenhang lässt Montgomery nicht gelten: "In Deutschland wird mit dem Datenschutz übertrieben", meinte der Ärztepräsident.

Das sehen Verbraucherverbände freilich anders. So mahnte die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen im letzten Jahr neun Anbieter von Fitness-Apps und Wearables ab, weil deren Datenschutzvorkehrungen erhebliche Mängel aufwiesen.

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