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Security

DDoS-Attacken - das war 2017, so wird 2018

Während IoT-Botnetze im ablaufenden Jahr 2017 die Schlagzeilen beherrschten, war vor allem der dramatische Anstieg des Bitcoin-Kurses für die zunehmende Zahl von DDoS-Attacken in diesem Jahre verantwortlich. Ein Trend, der sich auch 2018 fortsetzen wird.

25.01.2018 Quelle: funkschau Axel Pomper

Über das gesamte Jahr hinweg hat das ERT Team von Radware eine Vielzahl von DDoS-Angriffen in aller Welt beobachtet und Angriffsmuster überprüft und analysiert, um detaillierte Einblicke in Trends und Veränderungen zu gewinnen.

Der offensichtlichste Trend ist weiterhin der zunehmende Missbrauch von IoT-Geräten, um umfangreiche Botnetze aufzubauen. 2017 wurden Angriffe beobachtet, die modifizierte Varianten von Mirai oder Bashlite verwenden, und neue Botnets wie Reaper, Persirai, Imeij, BrickerBot, Zyklon und WireX stiegen auf. Angreifer suchen zudem nach neuen Angriffsvektoren, die sie in diesen Botnets einsetzen können, um ihre Angriffe effektiver durchführen zu können. Einer der bemerkenswertesten davon nutzt das Connectionless Lightweight Directory Access Protocol (CLDAP).

CLDAP als massiver Verstärker

CLDAP ist eine Alternative zum LDAP-Protokoll auf Port 389. Angreifer nutzen es, um Internetverzeichnisse zu verbinden, zu durchsuchen und zu modifizieren. LDAP-Server unter Windows unterstützen TCP-Verbindungen, während CLDAP über UDP arbeitet. Aus diesem Grund sind Hacker in der Lage, reflektierende und verstärkte Angriffe zu starten, indem sie exponierte LDAP-Server missbrauchen. CLDAP-Anfragen an den LDAP-Server liefern einen Verstärkungsfaktor zwischen 45-55 für die Ziel-IP. In den letzten sechs Monaten hat Radwares ERT Team mehr als 800 reflektierter CLDAP-Angriffe beobachtet.

Schon 2016 war Lösegeld die primäre Motivation hinter Cyber-Angriffen, und dieser Trend setzte sich 2017 fort. RDoS-Angriffe sind finanziell lohnend für Cyber-Kriminelle, da diese bei sehr geringen Investitionen hohe Gewinne erzielen können. Dabei benutzen Kriminelle häufig die Namen anderer Gruppen zur Einschüchterung, ohne die Absicht, tatsächlich eine DoS-Kampagne zu starten. Im Jahr 2017 beobachtete Radware etwa Lösegeldforderungen von Gruppen, die behaupteten, FancyBear, XMR Squad, Armada Collective, Anonymous und Phantom Squad zu sein. Die durchschnittliche Lösegeldforderung für eine RDoS-Kampagne beträgt normalerweise 1 Bitcoin, abhängig von den Marktbedingungen.

Auch die bereits 2016 beobachtete Zunahme von Burst-Angriffen setzte sich 2017 fort. Im Laufe des Jahres sind diese komplexer und häufiger geworden, und auch ihre Laufzeiten wurden länger. Anders als persistente Angriffe bestehen solche Attacken aus kurzzeitigen Bursts mit hohen Traffic-Raten. Diese Angriffe lassen Unternehmen oft keine Zeit zum Reagieren, und wenn sie beispielsweise auf die Spieleindustrie abzielen, können zwei Sekunden Ausfallzeit zu einem kompletten Spielabbruch führen.

Zu den am häufigsten angegriffenen Branchen gehörten 2017 Internet Service Provider und Finanzinstitute. Die Finanzdienstleistungen, sowohl in Krypto- als auch Nicht-Krypto-Währungen, litten dabei nicht nur unter finanziell motivierten Cyberkriminellen, sondern auch unter Hacktivisten, von denen eine Vielzahl von Angriffen ausging. Service Provider finden sich nicht nur als primäres Ziel wieder, sondern häufig auch als Mitbetroffene, wenn das Volumen massiver DDoS-Kampagnen die Infrastrukturkapazität des eigentlichen Ziels übersteigt.

Ausblick auf 2018

Das ERT Team von Radware geht davon aus, dass sich die Denial-of-Service-Landschaft auch im Jahr 2018 kontinuierlich weiterentwickeln wird, da IoT-Geräte immer mehr akzeptiert und eingesetzt werden. Angreifer werden im Laufe des nächsten Jahres aufgrund der schlechten Sicherheitsstandards immer mehr anfällige IoT-Geräte finden, die sie in ihren Botnets einsetzen können. Öffentlich bekannte Schwachstellen werden sie dabei innerhalb kürzester Zeit ausnutzen. Da der Preis von Bitcoin und anderen digitalen Währungen weiter in die Höhe schnellen wird, erwartet Radware, dass die Handelsplätze gerade in Zeiten der Volatilität Ziele massiver Angriffe sein werden. Auch Hacktivisten werden weiterhin mit Denial-of-Service-Angriffe gegen politische oder soziale Entwicklungen protestieren, so wie gerade in den USA gegen die Abschaffung der Netzneutralität.