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Data Center, Server & Storage Solutions

Das Rechenzentrum taucht ab

Im Rahmen eines Forschungsprojekts hat Microsoft ein Rechenzentrum vor den Orkney-Inseln im Meer versenkt. Ziel ist es, effizientere Kühlungsmethoden zu erforschen.

18.06.2018 Roland Freist, David Schahinian
Quelle: Microsoft
Quelle: Microsoft

"50 % von uns leben in Küstennähe. Warum nicht auch unsere Daten?", heißt es auf der Internetseite des Natick-Projekts . Microsoft hat für das Projekt 12 Racks mit 864 Standard-Servern und 27,6 Petabytes Speichervolumen in einen rund 12 x 3 Meter großen Tank gepackt und diesen vor den schottischen Orkney-Inseln auf den Meeresgrund abgelassen. Der Container ist über ein Unterwasserkabel mit dem Land verbunden und soll bis zu 5 Jahre vor Ort bleiben. Der Strom für den Betrieb des Rechenzentrums stammt zu 100 % aus erneuerbaren Quellen in der näheren Umgebung.

Microsoft will mit dem Projekt herausfinden, ob sich Rechenzentren unter Wasser wirtschaftlicher betreiben lassen als an Land. Aufgrund der effizienteren Kühlung benötigen sie weniger Energie, zudem steht am Meer oft günstiger Strom aus Wind- und Gezeitenkraftwerken zur Verfügung. Mit versenkten Containern könnten viele Ballungsräume am Meer mit lokalen Rechenzentren ausgestattet werden, die ansonsten aufgrund des großen Platzbedarfs weit außerhalb aufgebaut werden müssten. Kritiker warnen allerdings, dass das System die Erwärmung der Ozeane anheizen könnte. Microsoft bestreitet dies: Die Auswirkungen seien wenige Meter von der Serverfarm entfernt schon kaum mehr messbar.

Laut einer Kurzstudie des Netzwerks energieeffiziente Rechenzentren (NeRZ) aus dem vergangenen Jahr sehen viele Betreiber von Rechenzentren weiterhin ein großes Potenzial zur Energieeinsparung im Bereich der Kühlung, Klimatisierung und Lüftung. Trotz aller bisherigen Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz nehme der Energiebedarf der Rechenzentren in Deutschland nämlich kontinuierlich zu.