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Blockchain

"Blockchain schafft Vertrauen!"

Matthias K. Hartmann, Vorsitzender der Geschäftsführung IBM Deutschland GmbH, General Manager IBM Deutschland, Österreich, Schweiz

08.05.2018
Hartmann, Matthias
Matthias K. Hartmann, Vorsitzender der Geschäftsführung IBM Deutschland GmbH

Was macht Blockchain zum Enabler digitaler Geschäftsmodelle?

In der digitalen Wirtschaft ist Vertrauen wichtiger als je zuvor. Ohne Vertrauen und Sicherheit werden viele Chancen für neue Wertschöpfung überhaupt nicht genutzt, sondern Daten bleiben in Silos in einzelnen Geschäftsbereichen und Unternehmen weggeschlossen. Sicher, aber nutzlos. Genau deswegen trifft Blockchain auf solch großes Interesse – es ist ein neuer Weg, Sicherheit und Transparenz in Transaktionen und ganze Geschäftsprozesse zu bringen. Das gilt auch, wenn sich die einzelnen Parteien nicht kennen und daher auch nicht unbedingt von Anfang an vertrauen.

Welche Vorteile hat die dezentrale Technologie?

Mit der Blockchain können wir nahezu alles, was einen Wert hat, digital abbilden, nachverfolgen und effizienter austauschen – und das ohne einen zentralen Kontrollpunkt. Ihr Einsatz ist umso sinnvoller, je mehr Partner beteiligt sind, je intransparenter die Wertschöpfungsketten sind und je grösser die Gefahr für Betrug, Missbrauch, Diebstahl oder auch nur menschliche Fehler sind. Blockchain hilft, diese Probleme in den Griff zu bekommen. Und sie ermöglicht es allen Partnern, Daten zu einer Transaktion sicher zu erfassen und je nach Zugangsberechtigung miteinander zu teilen. Alle Parteien haben in Echtzeit Sicht auf eine "single version of truth", also eine einheitliche Version dessen, was von allen Beteiligten als korrekt betrachtet wird. Gleichzeitig können mit Blockchain Medienbrüche in Wertschöpfungsketten eliminiert werden und die Automatisierung über Geschäftsnetzwerke hinweg wird möglich.

Gibt es auch Risiken?

Die gibt es immer, und ich denke dabei gar nicht in erster Linie an technologische Fragen. Blockchain bietet ein enormes Potenzial und das Interesse im Markt ist groß. Schwierig finde ich aber, wenn Blockhain als Wundermittel für jede Herausforderung gesehen wird. In Projekten mit unseren Kunden legen wir daher von Anfang an viel Wert darauf, Problemstellungen und Geschäftsprozesse genau zu verstehen, um gemeinsam zu entscheiden, ob Blockchain tatsächlich der beste Weg ist oder ob es das Problem auch mit anderen Technologien gelöst werden kann.

Welche Industrien profitieren am meisten von der Blockchain?

Grundsätzlich bieten sich alle transaktionsintensiven Geschäftsaktivitäten für den Einsatz von Blockchain an - alle Industrien können also profitieren. Bei IBM arbeiten wir weltweit mittlerweile an Hunderten von Projekten mit Kunden - sie kommen vermehrt aus der Finanzbranche, aber auch aus Branchen wie der Luxusgüterindustrie, Energie, Lebensmittelsicherheit, Mobilität oder der Öffentlichen Verwaltung. Großes Potenzial sehe ich auch im Bereich Supply Chain Management und Logistik. Ein Beispiel ist hier unsere Zusammenarbeit mit Maersk , dem weltweit führenden Unternehmen im Bereich Container-Logistik. Gemeinsam arbeiten wir daran, in dieser Branche, in der noch so vieles manuell und auf Papier abgewickelt wird, mit der Blockchain-Technologie Lieferketten zu digitalisieren und so den Handel zu verbessern. Und um mal eine Hausnummer zu nennen: Das World Economic Forum geht davon aus, dass der Welthandel durch die Beseitigung von Barrieren in den internationalen Lieferketten um fast 15 Prozent wachsen kann.

Was zeigt IBM zum Thema Blockchain auf der CEBIT?

Blockchain ist einer unserer Messeschwerpunkte, denn sie unterstützt unser Motto "Let`s put smart to work" wesentlich. Es geht uns generell darum zu zeigen, mit welchen Technologien und mit welchen Skills wir alle unsere Wirtschaft, Umwelt und unser Leben besser machen können. Konkret: IBM hat bereits letzten Sommer die erste kommerziell nutzbare Blockchain-Plattform für den Unternehmenseinsatz angekündigt, und zwar als flexibles Software-as-a-Service-Angebot aus der IBM Cloud. Natürlich können sich Besucher hierzu mit unseren Experten austauschen und auch darüber, wie andere Technologien wie beispielsweise Internet-of-Things in Blockchain-Projekte einfließen können. Wichtig ist uns auch, auf der CEBIT konkrete Kundenprojekte aus unterschiedlichen Branchen vorzustellen, beispielsweise der erwähnten Logistikbranche. Und wer dann noch mehr über unsere Erfahrungen und Lessons learned aus der Praxis erfahren möchte, dem sei auch der CEBIT Blockchain Summit am Freitag empfohlen.