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Workspace 4.0 & Collaboration

Betriebsräte sehen die Arbeit 4.0 kritisch

Viele Unternehmen sind nicht fit für die Arbeit 4.0. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des arbeitnehmernahen Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI). Die Arbeitsintensität und der Druck seien gestiegen, die Zufriedenheit der Mitarbeiter gesunken.

12.03.2018 David Schahinian
Quelle: Hans-Böckler-Stiftung
Quelle: Hans-Böckler-Stiftung

Das WSI hat für die Untersuchung über 2.000 Betriebsräte befragt. Sie bemängeln vor allem dünne Personaldecken, fehlende flexible Arbeitszeitmodelle und den Gesundheitsschutz. So würden etwa 76 % der Unternehmen die gesetzlich vorgeschriebenen Gefährdungsabschätzungen nicht wie vorgesehen durchführen. Hinzu kommt die Sorge um den Arbeitsplatz, die branchenabhängig unterschiedlich stark ausgeprägt ist. So befürchtet jeder dritte befragte Betriebsrat bei Banken und Versicherungen negative Auswirkungen durch zunehmende Rationalisierung, Standardisierung und Leistungskontrolle.

Studienautorin Dr. Elke Ahlers empfiehlt Arbeitgebern unter anderem, Personal aufzustocken und individuelle Hilfestellungen anzubieten, um dem Konflikt zwischen dem Wunsch nach mehr Arbeitsautonomie und "der Gefahr von Selbstausbeutung" zu begegnen. Darüberhinaus könnten Homeoffice und Arbeitszeitkonten zu mehr Zeitsouveränität führen.

Zumindest in dieser Hinsicht scheint sich bereits etwas getan zu haben. Die Interviews zur jetzt veröffentlichten WSI-Studie wurden 2016 geführt; im September 2017 stellte der Branchenverband Bitkom in einer Umfrage unter 1.530 Unternehmen fest, dass das Home Office in immer mehr Firmen zum Alltag gehört. Vier von zehn Arbeitgebern lassen ihre Mitarbeiter mittlerweile ganz oder teilweise von zu Hause arbeiten, 97 % gehen von einer konstanten oder weiter steigenden Entwicklung aus.