Cookies

Die Deutsche Messe verwendet Cookies, um die Website bestmöglich an die Bedürfnisse unserer Besucher anpassen zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Infos zum Datenschutz

OK
Research & Innovation

Aufbruch in die fünfte Dimension der Videografie

Die Forscher der Uni Saarbrücken haben in Eigenregie eine der bis dato äußerst seltenen Lichtfeld-Kameras für Videoaufnahmen entwickelt und präsentieren jetzt auf der CEBIT erstmals Aufnahmen und Details ihres faszinierenden Projekts.

13.06.2018
Uni_Saarland_fuenfte_Dimension_fuer_Videos
Uni Saarland fünfte Dimension für Videos

Die so genannte Lichtfeld-Fotografie fasziniert mit ihrer nahezu unendlichen Tiefenschärfe nicht nur Profifotografen und Spezialisten, auch Hobbyfotografen entdecken seit der Einführung bezahlbarer Kameras die Vorteile dieser Aufnahme-Technik. Bietet sie doch die Möglichkeit, den Schärfebereich des gewählten Bildausschnittes noch nach der Belichtung zu verändern oder neu festzulegen, darüber hinaus ermöglicht sie dreidimensionale Aufnahmen. Bei Videos dagegen kommt die Lichtfeld-Technik bisher nur sporadisch zum Einsatz, auch weil die dafür notwendige Hardware kaum verfügbar ist. Zu den wenigen, die Zugriff auf eine solche Kamera haben, gehört seit kurzem auch die Universität des Saarlandes. Anlässlich der CEBIT 2018 werden die Saarbrücker Forscher daher erstmals Aufnahmen und Details ihres selbst entwickelten Systems vorstellen.

"Es geht keine Bildinformation mehr verloren", erklärt Thorsten Herfet, Professor für Nachrichtentechnik an der Universität des Saarlandes, den Effekt des Kamerasystems. "Wenn man beispielsweise einen Fahrradfahrer aufnimmt, der während der Aufnahme durch einen Strauch verdeckt wird und dadurch nur etwas durchscheint, kann man in der Nachbearbeitung den Strauch komplett herausrechnen", sagt Herfet, der das System zusammen mit seinen Mitarbeitern Tobias Lange und Frank Waßmuth in den vergangenen zwölf Monaten entwickelt hat.

Voraussetzung für funktionierende Lichtfeld-Videos ist die Aufnahme derselben Szene aus mehreren Blickwinkeln. Dazu haben die Saarbrücker Informatiker 64 Kameras auf einem so genannten Array angeordnet, das in seiner Fläche variiert werden kann. Jede dieser Kameras verfügt über eine Auflösung von 1920 mal 1200 Pixeln bei 8 Bit Farbtiefe und kann bis zu 40 Bilder pro Sekunde aufnehmen. "Wir können jede Kamera unabhängig von den anderen auf der Zeitachse ansteuern und damit gezielt einzelne Bildbereiche durch frühere oder spätere Aufnahmen ersetzen", erklärt Herfet. "Damit sind völlig neuartige Aufnahmen von Bewegungen möglich. Wir brechen sozusagen in die fünfte Dimension auf." Schon während der Aufnahme werden die Bilddaten der jeweiligen Kamera von ihrem eigenen Mini-PC verarbeitet, der nicht größter als eine Brotdose ist. "Bei diesen Small-Office-PCs sind für uns insbesondere die schnellen Festplatten wichtig, da jede Kamera während der Aufnahme pro Sekunde 270 Megabyte an Daten schickt“", erklärt Tobias Lange, Doktorrand bei Professor Herfet. Jeweils 16 Mini-Rechner sind in einem gut einen Meter hohen Gehäuse zusammengefasst, das Lange entwickelt und mit Hilfe eines 3-D-Druckers produziert hat. Von dort gehen die Bilddaten an eine zentrale Speichereinheit mit einer Kapazität von mehr als 50 Terabyte.

Universität des Saarlandes WuT GmbH (D-66123 Saarbrücken), Halle 27, Stand G75