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Alte Computerspiele verhelfen zu Microjobs

Achtung: Nicht legal und hierzulande auch nicht lohnenswert. Doch In Venezuela verdienen Arbeitslose ein paar Dollar, indem sie in Rollenspielen für andere Spieler Gold sammeln.

06.02.2018 Isabelle Reiff
Quelle: Wil Riera/Bloomberg
Quelle: Wil Riera/Bloomberg

Venezuelas Währung liegt am Boden. Während der Präsident noch versucht, per Kryptowährung eine Hintertür zu öffnen, sind einige Bürger schon unter die Goldfarmer gegangen. Nicht in Wirklichkeit, sondern in schmuddeligen Internetcafés. Hier sitzen sie vor alten Röhrenmonitoren und spielen veraltete Online-Spiele wie Tibia und RuneScape. Mehr als grobe Pixelgrafik läuft bei der miesen Verbindungsrate in Venezuela nämlich nicht.

Die Ironie: In der Ersten Welt spielen andere diese Spiele aus purer Nostalgie – haben aber keine Ausdauer oder Lust, Zeit in ihre Charaktere zu stecken. Und so kaufen sie die von Venezolanern erkämpften virtuellen Unzen für wenige Dollars auf dem Online-Marktplatz Mercadolibre. Reich werden die Armen dadurch nicht, aber in Venezuela reicht es für ein Essen.

Mathew Kemp, Projektmanager beim RuneScape-Entwickler Jagex in Cambridge, Großbritannien, löscht nach eigenen Angaben jeden Tag rund 10.000 Accounts. "Wenn wir Goldfarmen erlauben, wird es das Spiel zerstören", schrieb er der "Bloomberg Businessweek" in einer E-Mail. Hierzulande schwören laut dem Onlinespiele-Magazin "Mein MMO" Einige noch auf Linden-Dollars: Wer in Second Life Content kreiert, Cyber Sex anbietet oder reale Produkte bewirbt, kann damit ebenfalls echte Euros verdienen.