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5G

5G-Netz: Plant United Internet ein eigenes Mobilfunknetz?

Die Auktion der 5G-Netze könnte noch in diesem Jahr über die Bühne gehen. Dabei werden Telekom, Vodafone und Co. möglicherweise einen neuen Konkurrenten vorfinden, der den Markt noch einmal durcheinander wirbeln könnte.

18.04.2018 Quelle: t3n Tobias Weidemann
Quelle: dpa
Quelle: dpa

Schlagabtausch zwischen den Mobilfunkprovidern: Kurz bevor die Rahmenbedingungen für die nächste Mobilfunkauktion festgelegt werden, hat sich United-Internet-Chef Ralph Dommermuth zu Wort gemeldet. Der Unternehmenslenker, der Marken wie 1&1, GMX und Web.de verantwortet, machte deutlich, dass ein viertes Mobilfunknetz wieder für mehr Wettbewerb unter den Providern sorgen könnte, knüpfte daran aber eine interessante Bedingung: "Ein neuer Anbieter ist auf jeden Fall darauf angewiesen, Roaming-Vereinbarungen in Deutschland schließen zu können, also während des Aufbaus eines modernen 5G-Netzes vorhandene Mobilfunknetze mitzunutzen, so wie es beim Aufbau des O2-Netzes möglich war", erklärte Dommermuth gegenüber der Welt.

5G-Netz: Unter dieser Bedingung will Dommermuth mitbieten

Die Aussage zeigt, dass Dommermuth offenbar tatsächlich an einem eigenen Mobilfunknetz für 1&1 interessiert ist, wenn auch nur unter bestimmten Rahmenbedingungen. Dass United Internet dies stemmen könnte, bezweifelt in der Branche niemand. Mehrfach hat das Unternehmen aus Montabaur unter Beweis gestellt, dass man aus eigener Kraft marktverändernd wirken kann.

Dommermuth spielt hier auf eine Besonderheit an, die Ende der 90er Jahre für Viag Interkom, den Vorgänger der heutigen O2/Telefonica, geschaffen wurde. Vodafone-Chef Hannes Ametsreiter sieht das anders: Man werde in einem solchen Fall vier schlechte Netze haben, erklärte er im Interview. Den Netzprovidern wäre es in der Tat am liebsten, wenn unliebsame Konkurrenten wie Freenet/Mobilcom oder Drillisch nicht auf die schnellen Netze Zugriff hätten. Wie die Bundesnetzagentur hier die Vergaberegeln genau gestalten wird, ist noch Verhandlungssache.

Gestritten wird derzeit auch noch um die genaue Ausgestaltung des Netzes: Möglich wäre es nämlich, dass die Bundesnetzagentur vorschreibt, dass bestimmte Frequenzbereiche lokalen Anbietern vorbehalten sein könnten. Die Folge wäre, dass dann auf dem begrenzteren Frequenzspektrum mehr Mobilfunkmasten installiert werden müssten – nicht nur ein Kostenproblem, sondern auch eines, das Bürgerinitiativen auf den Plan rufen könnte. Klar ist in diesem Zusammenhang aber auch, dass es ein flächendeckendes 5G-Netz erst in einigen Jahren geben wird – die Bundesregierung ging vor einigen Monaten von 2025 als Datum für ein flächendeckendes Netz aus.

Dabei ist der Fahrplan, den die Bundesnetzagentur für die Versteigerung der 5G-Lizenzen zu Grunde legt, mehr als ambitioniert: Möglich sei, so die Bundesnetzagentur, eine Versteigerung noch in diesem Jahr, wofür die Spielregeln allerdings im zweiten Quartal festgelegt werden müssten. Wer hier außer der Telekom, Vodafone und Telefonica alles mitbieten wird, ist unklar.

5G-Netz: Ein neues Netz macht nur mit Roaming Sinn

Dass ein Netzbetreiber dennoch ein ernsthaftes Interesse daran hat, möglichst schnell ein eigenes Netz hochzuziehen, dürfte klar sein. Denn die Roaming-Gebühren können angesichts der dadurch anfallenden Kosten für den Provider nur ein Notnagel sein. Umgekehrt werden sich Kunden aber wohl (heute noch mehr als vor 20 Jahren) nur für ein Netz entscheiden, das erst im Entstehen ist, wenn eine solche Roaming-Möglichkeit besteht. Ein löchriges, nur in den Ballungszentren existentes Netz war schon zur Jahrtausendwende eine Alternative, für die sich viele Kunden nur als Zweitkarte entschieden.