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Digitalgeschäft wird immer wichtiger für den Tonträgermarkt.
Mit dem Beginn der Digitalisierung und der Ausbreitung des Internets in den neunziger Jahren wurde das Ende der Musikkonzerne proklamiert.
Im Vorwort zum Jahrbuch "Musikindustrie in Zahlen 2008" des Bundesverbandes der deutschen Musikindustrie heißt es jedoch: "Wie kein anderer Wirtschaftszweig hat die Musikindustrie auf die digitale Herausforderung reagiert".
2008 wurden weltweit bereits mehr als 20 Prozent der Umsätze über neue digitale Vertriebsformen und Geschäftsmodelle erzielt. Spitzenreiter in dieser Entwicklung: die USA. Dort machen Downloads mehr als 30 Prozent der Umsätze aus. In Deutschland entwickelte sich dieser Zweig ebenfalls rasant: Bei den Downloads konnte ein Umsatzplus von 34 Prozent verzeichnet werden - Tendenz steigend.
Das Internet, das macht der Bericht deutlich, wird als Vertriebsweg für Musikprodukte immer wichtiger. Bezieht man den Mobilmarkt in die Rechnung ein, erreichte das Digitalgeschäft einen Umsatzanteil von rund sieben Prozent am Musikverkauf. Fast 27 Prozent der gesamten Umsätze entfielen bereits auf digitale Vertriebswege wie Internet-Versandhandel, Downloadshops oder mobile Angebote.
Neben dem Verkauf der Musik im Netz haben die Plattenfirmen weitere Geschäftsmodelle entwickelt: Kooperationen mit Herstellern von Mobiltelefonen und Hardware oder die Lizenzierung ihrer Produkte an Internet- Communities wie MySpace.
Um die Abhängigkeit vom klassischen Geschäft des Musikverkaufs weiter zu verringern, hat die Branche neue Einnahmequellen aufgetan: Merchandising, Künstlermanagement, Einnahmen aus Konzerten und Ticketing, aber auch Lizenz- und Werbeerlöse. Sie gewinnen an Bedeutung, werden aber in den heutigen Umsatzstatistiken noch nicht erfasst.
Weltweite Umsatzeinbrüche - deutscher Markt relativ stabil
Auf dem deutschen Markt vertritt der Bundesverband der Musikindustrie die Interessen von rund 350 Labels und Unternehmen, welche rund 90 Prozent des Tonträgermarktes repräsentieren. 2008 haben sie insgesamt 1,575 Milliarden Euro umgesetzt.
Deutschland nimmt als zweitgrößter Absatzmarkt nach England weiter eine zentrale Stellung in Europa ein. Während in anderen Ländern hohe Umsatzeinbrüche entstanden, blieb der deutsche Markt vergleichsweise stabil. Eine Grund: In Deutschland blieben die CD-Verkäufe mit über 80 Prozent der Gesamtverkäufe relativ konstant. Die CD ist und bleibt das beliebteste Musikprodukt und der größte Umsatzträger.

Der weltweite Umsatz mit Tonträgern summierte sich 2007 auf geschätzte 29,9 Milliarden US-Dollar. Fast drei Viertel entfielen dabei auf die fünf größten Musikmärkte der Welt: die USA (34,7 Prozent), Japan (16,4 Prozent), Großbritannien (9,9 Prozent), Deutschland (7,6 Prozent) und Frankreich (5,4 Prozent).
Herausforderungen: Musikdiebstahl und Privatkopie
Trotz aller Bemühungen, legale Downloads attraktiver zu machen und juristisch gegen Internetpiraterie vorzugehen, wurden 2008 allein in Deutschland über 300 Millionen Songs illegal aus dem Internet gezogen. Dem Bericht zufolge bleibt neben dem Musikdiebstahl im Netz vor allem die Privatkopie das zentrale Problem der Tonträgerindustrie. 2008 befanden sich 26,2 Milliarden Musikdateien, teils legaler, teils illegaler Herkunft auf deutschen Festplatten, MP3-Playern und Musikhandys.
Im Vorwort des Jahrbuches heißt es dazu: "Das Problem der ausufernden Privatkopie kann langfristig nur durch eine breite gesellschaftliche Debatte über die Bedeutung von und den Respekt vor kreativer Leistung und geistigem Eigentum begegnet werden". Was die Erfolgsgeschichte Digitalmarkt angeht, positioniert sich der Musikverband in seinem Bericht ebenfalls deutlich: Erst wenn es gelänge, auch in der digitalen Welt ein starkes Urheberrecht zu verankern, könne die digitale Herausforderung langfristig in eine Erfolgsgeschichte umgeschrieben werden.
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Weiterführende Links zum Thema:
Bundesverband der Musikindustrie: Musik in Zahlen 2008
Bundesverband der Musikindustrie: Brennerstudie 2009
Geschichte der Musikindustrie bei Planet Wissen
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