Soziale Technologien wie Wiki-Lösungen, Social Messagigng-Systeme à la Twitter oder Social Networks sind keine “Selbstläufer” - insbesondere dann nicht wenn sie unternehmensweit ihre Anwendung finden sollen. “Man kann es nicht einfach hinstellen und dann läuft das” – so Frank Wolf von T-Systems MMS in seinem Vortrag beim Webciety Meetup. Es braucht ein aktives Community- und Projekt-Management, damit das Projekt zum Erfolg geführt wird. Den Mitarbeitern muss die soziale Technologie als Problemlösungsansatz nahe gebracht werden und sie müssen befähigt werden, dass sie diese Technologien für die Problemlösung ihre Prozessaufgaben auch nutzen können.
Auf der anderen Seite der Gleichung stehen für Frank Wolf aber auch Herausforderungen, die nur über eine Veränderung der Unternehmenskultur behoben werden können. So stellte er provokant heraus, dass das über die Technologien ermöglichte persönliche Netzwerk von den Mitarbeitern auch gemanagt werden muss, was sowohl Aufmerksamkeit als auch Zeit in Anspruch nimmt und am Ende des Tages den persönlich wahrgenommenen Stress (aufgrund der Informationsflut, der für die Prozessaufgaben “verloren” gegangenen Zeit und der Komplexität der Netzwerklogik) auch erhöhen kann. Insbesondere im mittleren Management schlagen diese Faktoren oftmals in “Reaktanz” bzw. Ablehnung gegenüber den Technologien und ihren Möglichkeiten um. Hier braucht es eine “Intervention” und ein Überdenken der Koordinationsroutinen. Es bedarf einer Einräumung von “Freiräumen” für das arbeitsbezogene Netzwerken – sowohl auf operativer als auch auf Führungs-Ebene. Denn mehr “Status”-Updates und Dokumentationen zu Prozessabläufen und -ergebnissen bietet mehr Transparenz für die Entscheidungssituation sowie Potentiale für Prozess- und Produktinnovationen. Dies hilft sowohl den auf Problemlösungswissen angewiesenen operativen Mitarbeitern als auch den Koordinationsinstanzen im mittleren und Top-Management.
Frank Wolf unterstrich aber auch, dass ohne ein Überdenken gewisser kultureller Rahmenbedingungen, die Technologien aber nicht ihre Potentiale entfalten können und oftmals zum Scheitern verurteilt sind.