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Partnerland Japan

Society 5.0: Die Digitalisierung Japans

Mit einem Regierungsprogramm will Japan nicht nur seine Wirtschaft fit für die Digitalisierung machen, sondern auch die Gesellschaft darauf einschwören.

27.01.2017
(Foto: iStock)

Während Deutschland auf dem besten Weg zur Industrie 4.0 ist, geht Japan schon einen Schritt weiter: Das Regierungsprogramm "Society 5.0" stärkt dabei nicht nur die Wirtschaft, sondern liefert vor allem Argumente, welche positiven Veränderungen eine zunehmende Digitalisierung auf und für die Bevölkerung Japans hat.

Hintergrund des Programms ist die Feststellung, dass Japan in einigen Bereichen hinter den Entwicklungen anderer Nationen hinsichtlich Digitalisierung zurückliegt. Vergleichbare Pläne wie etwa das deutsche Projekt Industrie 4.0 , das Programm "e-Estonia" aus Estland oder der "Smart Nation" in Singapur hat Japan bislang nicht zu bieten. Und auch unternehmensfinanzierte Projekte wie das "Industrial Internet" , das in den USA von General Electric ins Leben gerufen wurde, suchte man bislang vergeblich. Das ändert sich nun grundlegend.

Mensch statt Maschine im Fokus

Denn im Vergleich mit anderen Ländern beschränkt sich Japan nicht auf Teilbereiche des Lebens, wie Industrie oder Verwaltung. Der Regierung schwebt nicht weniger als eine neue, super smarte Gesellschaft vor, die "Society 5.0". Dabei stehen eben nicht nur Unternehmen im Vordergrund, sondern auch die Individuen und das Zusammenleben.

Ausgangspunkt des Programms ist dabei die Definition verschiedener Herausforderungen, vor denen insbesondere Japan steht, etwa eine zunehmende Überalterung der Gesellschaft, Umweltverschmutzung und Naturkatastrophen. Für jedes dieser Problemfelder bietet Society 5.0 Ansatzpunkte, um die Gefährdung zu verringern oder abzuwenden. Dazu bedarf es laut einem Thesenpapier des wichtigsten japanischen Wirtschaftsverbandes "Keidanren" einem "Durchbrechen der fünf Mauern". Damit meint der Verband die fünf größten Hindernisse, die eine Entwicklung des Landes in diese Richtung hemmen. Die „Wand der Verwaltung“ etwa soll zum Einsturz gebracht werden, indem eine gemeinsame Strategie formuliert wird und staatliche Beihilfen für innovative Unternehmen definiert werden. Gleichzeitig soll die "Wand des Rechtssystems" wackeln, indem die Justiz den neuen Bedingungen einer digitalisierten Welt Rechnung trägt. Die Technologie-Wand schließlich soll eine gemeinsame Wissensbasis aus dem Weg räumen.

Eine landesweite Vision soll Japan helfen

Das Problem schwindender Fachkräfte ("Wall of Human Resources") will Keidanren mit der Inklusion der Menschen aller Schichten und Altersgruppen in den Griff bekommen: Zum einen mit Bildungsinitiativen, zum anderen mit einer Kultur der Innovation. Damit eng verbunden ist auch die fünfte Hürde auf dem Weg zur Society 5.0: die soziale Akzeptanz. Eine gemeinsame, landesweite Vision soll dafür sorgen, dass das Zusammenspiel zwischen Menschen und Maschinen einen höheren Stellenwert bekommt und moralische, ethische und wirtschaftliche Aspekte der Digitalisierung in der Gesellschaft verankert sind.

Um diese durchaus herausfordernden Ziele zu erreichen, schlägt der Verband verschiedene Maßnahmen vor, die sich die Wirtschaft selbst auferlegt. Dazu gehört etwa eine Strukturreform in den eigenen Reihen, was Arbeitsweisen und -bedingungen angeht (z.B. Unterstützung für mobiles Arbeiten, Einbeziehen von Führungskräften in die Ausbildung und Diversifizierung der Arbeitskräfte).

Alles in allem soll die Initiative nicht weniger sein, als eine Transformation von der "Informationsgesellschaft" in die "Super Smart Society", also die hochintelligente Gesellschaft. Das klingt zumindest nach einer spannenden Herausforderung.

Auf der CeBIT präsentiert das Partnerland Japan gemeinsam mit den Unternehmen seine Vision der Society 5.0.

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