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Blockchain

Revolution in spe

Um die junge Blockchain ranken sich bereits viele Mythen. Eine davon: Die Technologie mache Banken überflüssig. Dabei ist der Finanzsektor nicht der einzige Bereich, in dem die Datenkette Einzug hält. Auch Logistik, öffentliche Verwaltung oder Werbeindustrie könnten grundlegende Veränderungen durch Blockchain erfahren.

21.03.2017
Blockchain verspricht Umwälzungen, verrät aber noch nicht, wo.

Trend-Technologien haben in der Regel alle eines gemeinsam: Man hört oft von ihnen, aber bis sie tatsächlich zum Einsatz kommen, vergeht viel Zeit. Blockchain ist das Gegenteil davon. Kaum ein anderes Thema polarisiert die IT-Gemeinde derzeit so stark, wie die ominöse Datenkette. Angeblich hat sie bereits das Ende der bisherigen Finanzinstitutionen eingeläutet und steht kurz davor, den Energiemarkt zu revolutionieren.

Dass sich mit der Blockchain eine Technologie entwickelt hat, die in vielen Bereichen für Wirbel sorgen wird, ist unbestritten. Nur: In welchem Umfang sich diese Veränderungen vollziehen werden, ist noch völlig offen. Also doch nur ein Hype? Das wäre zu kurz gegriffen. Für die Krypto-Währung Bitcoin hat sich das System bereits etabliert, auch wenn Zahlungen mit dem digitalen Geld für Normalverbraucher noch weitgehend ohne Bedeutung sind.

Die Finanzbranche ist alarmiert

Für Banken ist der Erfolg jedoch ein Alarmsignal und viele arbeiten bereits mit Hochdruck an Lösungen, um selbst von Blockchain zu profitieren. Etwa die Deutsche Bank , für die Blockchain "einen Paradigmenwechsel im vorherrschenden Finanzsystem" bringen und "einzelne Geschäftsbereiche traditioneller Banken künftig überflüssig" machen könnte .

Ähnlich könnte es dem Energiemarkt gehen, auch wenn das Beratungshaus PwC noch Schwierigkeiten bei Versorgungssicherheit und Datenschutz feststellt und sich daher "derzeit noch nicht abschätzen lässt, ob sich die Blockchain-Technologie im Energiesektor durchsetzen wird".

Heilsbringer oder Disruptor?

Dabei sind Finanz- und Energiesektor bei weitem nicht die einzigen, die von der disruptiven Wirkung der Blockchain betroffen sein könnten. Glaubt man den Experten, könnte das Peer-to-Peer-Datensystem auch Notare überflüssig machen, sogar die Zukunft von Standesbeamten steht angeblich in Frage. Denn wozu sollte man zukünftig Menschen brauchen, die einen Vertrag als rechtsgültig einstufen, wenn das ebenso die Masse der User für immer und ewig festhalten kann?

Und in Verbindung mit dem Internet der Dinge könnte die Blockchain sogar sich selbst verwaltende Verträge möglich machen: Die Rate für das Auto wird nicht rechtzeitig überwiesen und von der Blockchain registriert? Dann bleibt möglicherweise auch der Start-Befehl an den Motor aus – und der säumige Zahler muss zu Fuß gehen.

Eine Lösung für welches Problem?

Große Hoffnungen setzt indessen die Logistik-Branche auf die Blockchain. Damit könnte es endlich möglich sein, jedes Produkt und jedes Bauteil vom Hersteller bis zum Kunden lückenlos zu verfolgen. Ein entsprechendes Projekt hat IBM in China angestoßen: Zusammen mit der Universität in Peking ist man dabei, auf Blockchain basierend den kompletten Lieferweg der Lebensmittel vom Bauern über den Transportweg bis in die Regale hinein nachvollziehen zu können. "Man kann beispielsweise die Temperaturen, die während der Transportzeit auf welchem Kilometer geherrscht haben, nachvollziehen oder sonstige Rahmenbedingungen", sagt Harald Murgas von IBM .

In den Fintech-Zentren London und im Silicon Valley werden mittlerweile täglich neue Ideen verkündet, wie Blockchain genutzt werden könnte, berichtet die Zeit . Von der Übertragung von Eigentumsrechten mit "Smart Contracts" bis zur Grundbuchführung in Honduras ist da die Rede. Doch dabei werden offenbar eher Möglichkeiten ausgelotet, als vermarktbare Produkte kreiert. Oder, wie Tobias Federico von Energy Brainpool es kürzlich bei einer Experten-Konferenz auf den Punkt brachte : "Wir haben eine Lösung. Blockchain. Aber wir müssen jetzt schauen, wo das Problem dafür ist." Die Anzeichen dafür, dass sich das Thema Blockchain doch noch zum Trend entwickelt, sind also deutlich vorhanden.

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