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Mit Bitcoin und Blockchain das Banking revolutionieren

Schnell und sicher Geld transferieren – Bitwala verändert das Bankengeschäft mithilfe von Kryptowährung. Welchen Ansatz verfolgt das Fintech-Startup?

17.02.2017
bitwala-team
Mit Bitcoins und Blockchain will Bitwala dem bewährten Bankensystem den Rang ablaufen.

Das Schneckentempo bei Bankgeschäften

Überweisungen sind zumeist langsam und bei Transfers ins Ausland ziemlich kostspielig – gerade im internationalen Vergleich liegt die Bundesrepublik bei der Geschwindigkeit von Transaktionen zurück. Viele Verbraucher verärgert diese Trägheit. Das Fintech Bitwala will Banking im digitalen Zeitalter beschleunigen, und zwar mit Blockchain und Bitcoins. Mitgründer und CEO Jörg von Minckwitz erzählt im Interview, wie das Ganze funktionieren soll.

Fintech gehört bei Gründern zur beliebtesten Branche. Jörg, wie sticht Bitwala da aus der Masse heraus?

Wir wollen mit moderner Technologie das klassische Bankkonto digitalisieren. Das bekannte Überweisungssystem ist veraltet, langsam und umständlich. Also ein krasses Gegenteil zur globalisierten Welt, in der Informationen in Millisekunden ausgetauscht werden können. Genau da setzen wir an: Unsere Transaktionen funktionieren mit Kryptowährungen wie Bitcoin, und ermöglichen damit Geldtransfers im In- und Ausland in Echtzeit – dank Blockchain auch vollkommen sicher. Unser Angebot ist besonders attraktiv für Kleinunternehmen und den Mittelstand, denn internationale Bankkonten sind teuer und belasten oft die Firmenfinanzen.

Banktransfers mit Kryptowährung – klingt kompliziert. Wie funktioniert das denn?

Unser Geschäft basiert auf Bitcoins und Konsorten als Technologie. Das Prinzip ist einfach erklärt: Für eine Transaktion von beispielsweise Deutschland in die USA werden hier Bitcoins für einen Euro-Betrag erworben, in die USA gesendet und dort für den entsprechenden Dollar-Betrag wieder verkauft. Das geschieht meistens schon in Echtzeit, es kommt höchstens noch eine kurze Wartezeit im Zielland dazu. Wir umgehen damit quasi den Transfer über das Bankensystem, sparen dem Kunden Wartezeiten, ohne dass sich für ihn etwas am gewohnten Prozess ändert. Das war uns wichtig – denn Bitcoins sind zwar mittlerweile im digitalen Raum etabliert, aber für die breite Masse trotzdem nur schwer verständlich. Deswegen bekommt der Kunde von der Technologie im Hintergrund eigentlich nichts mit und muss sich um so wenig wie möglich kümmern.

Euer Konzept soll Banking also schneller, sicherer und wirklich digital machen. Kam euch dabei der wachsende Mobile-Trend entgegen?

Definitiv! Ein Großteil der Menschen hat sein Smartphone immer dabei, sogar immer in der Hand – da lag es für uns nahe, einen wirklich digitalen Service anzubieten. So ist ja auch N26 erfolgreich geworden: Die konnten mit einer guten, intuitiven Smartphone-App aufwarten und hatten so ihren Durchbruch. Usability ist für alles Digitale unglaublich wichtig. Mein Ziel war von Anfang an, dass ich unsere App meiner Mutter in die Hand geben kann und sie keine Probleme hat, alle Funktionen zu nutzen. Deswegen ist auch die Verbreitung von mobilem Internet so wichtig für uns: Internet ist praktisch überall verfügbar, Menschen auf der ganzen Welt nutzen eine Unmenge an Online-Services. Unsere Kunden haben überall Zugriff auf ihre Finanzen und erwarten daher auch, dass sie die schnell und einfach verwalten können.

Über langsame Banken haben sich schon viele geärgert – aber nur wenige bauen deswegen ein neuartiges Bankengeschäft auf. Was hat euch inspiriert?

Tatsächlich sind wir im Studium auf das Thema Bitcoins gestoßen. Die Frage nach der Zukunft von Payment wurde in einer Vorlesung aufgeworfen und hat uns direkt fasziniert. Wir wollten das disruptive Potenzial, das in Bitcoins steckt, nicht einfach ignorieren. Deswegen haben wir mit einer Consulting-Firma und später einem E-Commerce-Shop auf Basis von Bitcoin das Thema vorangetrieben und unser Know-how vertieft. Als dann die Zahlungsströme des Shops immer schwieriger zu verwalten waren, dachten wir uns: Warum nicht von der Geschwindigkeit, die der Handel mit Bitcoin bietet, Gebrauch machen? So entstand dann die Idee des Blockchain-Bankings, die wir mit Bitwala umsetzen.

Kryptowährungen werden außerhalb der IT-Szene immer noch mit Argwohn betrachtet. Hat euch das in der Gründungsphase Schwierigkeiten bereitet?

Nein, es hat uns vielmehr geholfen, schnell die richtigen Investoren zu finden. Wir haben zwei Arten von Kapitalgeben kennengelernt: Die einen konnten nichts mit Kryptowährungen anfangen, die anderen hatten Lust darauf, mit uns etwas grundlegend Neues zu probieren. Die größte Herausforderung war für uns tatsächlich die rechtliche Lage: Es gab bis zuletzt keine Regularien für Finanzgeschäfte mit Kryptowährungen, die für uns als angehendes Bankinstitut aber notwendig sind. Wir haben deswegen gemeinsam mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) die juristischen Rahmenbedingungen für Bitcoin von Grund auf ausgearbeitet. Das war zwar Pionierarbeit, aber sehr konstruktiv – und wir freuen uns, jetzt im März als Bankinstitut durchzustarten.

Ihr seid im März auch bei der SCALE11 zu treffen, stellt euch dort das erste Mal in eurer neuen Bankenfunktion dem Fachpublikum. Was erwartet ihr von der Messe?

Die SCALE11 ist eine super Plattform für Startups, um Kontakte zur Industrie und zu Investoren zu knüpfen. Die CeBIT gehört zu den größten IT-Messen weltweit und bietet mit der Startup-Ausstellung eine tolle Möglichkeit, uns der Branche zu präsentieren. Wir treffen gerade dort das Fachpublikum, das auch an Bitcoin und Blockchain interessiert ist. Wir erhalten direktes Feedback auf unser neues Konzept – und das von Besuchern aus der ganzen Welt.

Was plant ihr für 2017?

Wir werden im März international als Bankinstitut an den Markt gehen, wobei uns das Feedback auf der SCALE11 schon erste Anhaltspunkte für das Finetuning geben kann. Wir werden unseren Service schrittweise ausweiten und aus unserer Nische heraus auf den Mainstream-Markt treten. Die SCALE11 wird dafür quasi unsere Generalprobe.

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