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Künstliche Intelligenz hilft bei Depressionen

Gerade dann, wenn der Kontakt zu anderen übermenschlich schwerfällt, könnten spezialisierte KI-Systeme helfen. Sie erkennen nicht nur depressive Muster, sondern bieten sich sogar als Therapiepartner an.

20.04.2017
Können KI-Systeme zukünftig nicht nur Depressionen erkennen, sondern auch therapieren?

Bereits seit einigen Jahren versuchen Wissenschaftler, mithilfe von MRT-Scans des Gehirns Depressionen zu erkennen. Doch die Erfolge waren bislang gering. Seit allerdings Machine-Learning-Verfahren zum Einsatz kommen, scheinen sich die Ergebnisse deutlich verbessert zu haben, wie ein Artikel in der Fachzeitschrift Psychiatric Research zeigt. Demnach gelang es anhand von Vergleichen der Hirnscans von betroffenen und nicht betroffenen Personen, mit einer Wahrscheinlichkeit von 74 % die richtige Diagnose zu stellen. In anderen Untersuchungsreihen wird Machine Learning mittlerweile zur Untersuchung von Stimmmustern herangezogen, die Aufschluss darüber geben sollen, ob jemand etwa eine posttraumatische Belastungsstörung aufweist. Selbst Facebook experimentiert derzeit mit einer KI, die Postings aufspüren sollen, die auf ein Suizidvorhaben hinweisen könnten.

Und auch bei der Auswahl der richtigen Behandlungsmethode soll KI-Technik zukünftig helfen, wie das Nachrichtenmagazin Vox berichtet : Am Weill Cornell Medical College in New York wurden Machine-Learning-Algorithmen eingesetzt, um auf Basis von Hirnscans bei depressiven Patienten vier verschiedene Arten von Depressionen zu unterscheiden. Auf diese Weise, so hoffen die Wissenschaftler, könnte zukünftig die Auswahl der passenden Therapie verbessert werden. Schließlich kann künstliche Intelligenz sogar bei der Therapie helfen: Michiel Rauws hat mit Tess einen psychologisch geschulten KI-Chatbot entwickelt, der für Patienten mit Depressionen jederzeit ansprechbar ist.

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