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CeBIT 2018, 11. - 15. Juni

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Partnerland Japan

Exoskelett statt Kimono: In Japan lebt die Zukunft

Was fast überall nach Zukunftsmusik klingt, ist in Japan bereits Realität: Roboter, künstliche Intelligenz und ultraschnelles Internet sind hier vielerorts normal. Auch diese Innovationskraft macht das Land zur drittgrößten Wirtschaftsmacht der Welt – bei gerade mal 127 Millionen Einwohnern.

16.02.2017
Pepper, ein SoftBank Robotics Roboter

Das große Staunen beginnt bereits am Flughafen Haneda in Tokio: Dort begrüßen mehrere Roboter des Herstellers Hitachi (Halle 4, Stand A38) die Fluggäste aus aller Welt. Aber nicht nur statisch, mit einem auswendig gelernten "Hallo", sondern interaktiv. Die humanoiden Roboter namens Emiew3 können Stimmen und Bilder verarbeiten und darauf reagieren. So beantworten sie Fragen von Touristen und begleiten sie beispielsweise sogar zum gesuchten Gate.

Im Bus zum Hotel können Besucher dann beobachten, wie Flughafenmitarbeiter mühelos schwere Gepäckstücke verladen. Exoskelettanzüge, die mithilfe von Sensoren die Nervensignale des Trägers messen und mit künstlichen Gliedmaßen die Bewegung unterstützen, machen es möglich . Der Hersteller heißt nicht umsonst Cyberdyne , angelehnt an den Roboterfabrikanten aus dem Film "Terminator", dessen Maschinen am Ende die Weltherrschaft übernehmen.

Weiter als der Rest der Welt

In Japan scheint das Szenario der engen Verbundenheit von Mensch und Maschine deutlich weiter fortgeschritten zu sein, als in anderen Teilen der Erde. Obwohl hier nur rund 127 Millionen Menschen leben, ist das Land die drittgrößte Wirtschaftsmacht der Welt, das Vermögen pro Haushalt liegt mit durchschnittlich rund 86.000 Dollar ebenfalls an dritter Stelle hinter den USA und der Schweiz. Großen Anteil am wirtschaftlichen Erfolg hat der Informations- und Telekommunikationsmarkt. Nach Angaben des Branchenverbandes Bitkom (Halle 4, Stand C58) wurden 2015 allein nach Deutschland ITK-Produkte im Gesamtwert von knapp 1,3 Milliarden exportiert.

Kaum verwunderlich also, dass Japan als Partnerland der CeBIT 2017 agiert. Für die mehr als 7.000Quadratmeter große Partnerland-Präsentation in den Hallen 4 und 12 haben sich bislang rund 120 Unternehmen angemeldet, etwa zehnmal so viele wie im Jahr zuvor. Darüber hinaus sind gut ein Dutzend große japanische Hersteller mit eigenen Messeständen präsent.

Keine falsche Bescheidenheit

Zeigen werden die Unternehmen unter anderem den Einsatz von Robotern in der Medizin und der Landwirtschaft, kündigte Hitoshi Masuda von der japanischen Außenhandelsorganisation Jetro an . Mit Haushaltsrobotern, die Essen servieren und Getränke ausschenken, beschäftigt sich das deutsch-japanische Universitätsnetzwerk Hekksagon.

Für Japan ist der Auftritt wichtig, um sich als innovatives Land mit herausragenden Entwicklungen zu präsentieren. Eine dringend notwendige Maßnahme, denn eine Studie des japanischem Instituts für Wissenschafts- und Technologiepolitik (Nistep) zeigt, dass Japans Forschung mehr oder weniger unter Ausschluss der Weltöffentlichkeit stattfindet. Vielleicht ist das auch einer der Gründe, weshalb hier bereits viele Entwicklungen im Alltag angekommen sind, die in Deutschland, den USA oder China noch einen weiten Weg vor sich haben.

Der nächste Standard steht vor der Tür

So ist in Nippon beispielsweise schnelles mobiles Internet längst Standard. Die ersten Testläufe des Hightech-Riesen NTT Docomo (Halle 7, Stand A40) für den UMTS-Nachfolger 5G sind bereits absolviert, rechtzeitig zu den Olympischen Spielen 2020 soll der Mobilfunkstandard in Japan etabliert sein.

Vor allem die japanischen Autobauer Nissan, Toyota und Honda (alle Halle 4, Stand A38) geben bei der Weiterentwicklung von künstlicher Intelligenz mächtig Gas , um Autos das Sehen, Fahren und Sprechen beizubringen. Der Hersteller SoftBanks verkauft bereits heute etwa 1.000 humanoide Roboter pro Jahr und mischt durch den Zukauf des Chipherstellers ARM auch kräftig im Bereich Smart Cars mit.

Japan dürfte also trotz asiatischer Zurückhaltung bei der Präsentation von Innovationen langfristig seine Rolle als Technologieführer beibehalten – und damit für Besucher der CeBIT von größtem Interesse sein.

Mehr Informationen zum Partnerland der CeBIT 2017 finden Sie in unserer Infografik. Eines der Messe-Highlights ist der CeBIT Japan Summit am 20. März. Unter dem Motto "Society 5.0 – eine andere Perspektive" erfahren die Besucher dort mehr über Japans Weg zur hochintelligenten Gesellschaft.

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