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CEOs @ CeBIT #3: Sabine Bendiek, Microsoft Deutschland

Seit Januar 2016 gibt Sabine Bendiek die Richtung von Microsoft Deutschland vor. Und prägt den digitalen Wandel des Unternehmens. Worauf es dabei ankommt, erzählt sie im Interview.

16.02.2017
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Sabine Bendiek, CEO bei Microsoft Deutschland

Frau Bendiek, woran merken Sie am deutlichsten, wie stark die Digitalisierung die Welt verändert?

Ganz klar in der gesamten Arbeitswelt. Wenn ich unser neues Office in München Schwabing betrete, in dem jeder täglich neu entscheidet, wo und wie er arbeitet. Wenn ich bei uns, aber auch bei vielen unseren Kunden, erlebe, wie viel leichter sich heute schon die Ansprüche des Unternehmens und die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeiter vereinbaren lassen. Und wenn ich beobachte, wie selbstverständlich nicht nur junge Menschen Technik in ihr Leben integrieren.

Welche Rolle spielen Messen für ein Digitalunternehmen wie Microsoft?

Ich bin davon überzeugt, dass auch in einer zunehmend digitalen Welt weiter das Bedürfnis besteht, sich persönlich auszutauschen und Dinge live zu erleben. Dementsprechend brauchen wir auch weiterhin Plattformen wie die CeBIT, die dafür den richtigen Rahmen bieten. Unser Ziel ist es, die Vielfalt am Standort Deutschland zu stärken. Das funktioniert nur mit Partnern, die auf der Basis unserer Technologien passgenaue, kundenspezifische Lösungen entwickeln. Auf der CeBIT 2017 stellt Microsoft deshalb seine Partner in den Mittelpunkt und präsentiert an über 40 Partnerständen sein Lösungsportfolio in den Themenclustern Kollaboration (Sharepoint) und Kommunikation (Skype for Business), Kundenbindung (CRM) und Ressourcenplanung (ERP). In der Halle 6 (Business Security) sind wir außerdem mit einem Microsoft Security Stand vertreten.

Das Motto der CeBIT 2017 lautet "d!conomy – no limits". Was heißt "no limits" für Sie persönlich?

Der Begriff Limit stammt ja vom lateinischen limes, was so viel wie Grenzwall bedeutet. Und Grenzwälle haben die Eigenart zu limitieren. Vor dem Hintergrund der Digitalen Transformation sind solche Begrenzungen im Denken und Handeln gefährlich. Grenzen alter Erfolgsrezepte und Geschäftsmodelle müssen angepasst, verschoben und dank mutiger Entscheidungen durch neue Freiräume, durch Innovationen ersetzt werden. "No limits" heißt für mich, den Mut aufzubringen, Dinge zu verändern und dabei auch Risiken zu erkennen und einzugehen.

Sie arbeiten jetzt seit über 20 Jahren als Führungskraft in der Technologiebranche. Was war die bedeutendste Grenze, die Sie in dieser Zeit überwinden mussten?

Müsste ich eine außergewöhnliche Phase herausgreifen, dann wären es die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2008. Der Fortschrittsglaube unserer Branche war empfindlich erschüttert. Die Blockaden in den Köpfen waren nur mit sehr viel persönlichem Einsatz, Gesprächen und Überzeugungskraft zu lösen – sowohl bei Kunden aber auch bei Mitarbeitern.

",No limits´ heißt für mich, den Mut aufzubringen, Dinge zu verändern und dabei auch Risiken zu erkennen und einzugehen."

Cloud-Computing, Internet der Dinge, Künstliche Intelligenz: Die Digitalisierung hat viele Facetten und einige von ihnen werden regelrecht gehypt. Welches Thema halten Sie hingegen für unterschätzt?

Das ist für mich ganz klar der menschliche Faktor. Wenn der Mensch nicht Schritt halten kann oder nicht mitmachen will, weil ihm die notwendige Qualifikation fehlt, weil er schlecht informiert ist, weil er um seine Privatsphäre oder um seinen Job fürchtet, dann werden wir kein Digitales Wirtschaftswunder schaffen. Wir müssen uns deshalb noch mehr bemühen, Menschen mitzunehmen und Vertrauen zu schaffen – durch mehr Investitionen in digitale Bildung und Qualifikation, durch mehr Transparenz und Kommunikation bei Change-Prozessen in den Unternehmen und durch mehr Aufklärung über die Funktionsweisen und die möglichen Auswirkungen von Zukunftstechnologien, wie beispielsweise "Künstliche Intelligenz". Dafür engagiert sich Microsoft mit anderen führenden IT-Unternehmen in der ‚Partnership on Artificial Intelligence‘.

Worin sehen Sie das größte Risiko der Digitalisierung? Und was sollten Unternehmen tun, um sich zu wappnen?

Unternehmen stehen momentan vor einer besonderen Herausforderung. Um im Wettbewerb zu bestehen, müssen sie schneller und agiler werden und bei der Digitalisierung richtig Tempo machen. Gleichzeitig müssen sie einen echten Kulturwandel vollziehen – und so etwas braucht Zeit. Unternehmen werden also nicht umhinkommen, mit verschiedenen Geschwindigkeiten zu operieren. Individuell skalierbare Cloud-Lösungen helfen Ihnen dabei, die wachsende Komplexität zu managen und dabei die digitale Transformation zu ihren eigenen Bedingungen umzusetzen.

Wie stellen Sie sich die IT-Branche in fünf Jahren vor?

In fünf Jahren wird praktisch jedes Business ein digitales Business sein. Die Bedeutung von IT-Unternehmen, die die Infrastruktur dafür bereitstellen ist höher denn je. Gleichzeitig müssen diese Unternehmen auch in der Lage sein, sich auf die unterschiedlichsten Kundenbedürfnisse einzustellen. Die Fähigkeit, Lösungen zu entwickeln, die ebenso skalierbar wie hoch-individuell sind, könnte zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor werden.

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