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CeBIT 2018, 11. - 15. Juni

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CEOs @ CeBIT #4: Helmut Binder, Materna

Materna ist führend bei der Entwicklung von Behörden-Software. Ein Bereich, der als konservativ gilt. Für Geschäftsführer Helmut Binder gehört die digitale Transformation dennoch zu den drängendsten Themen überhaupt.

16.02.2017
Helmut Binder, CEO von Materna

Herr Binder, Materna-Lösungen stecken in Check-in-Systemen der Lufthansa, unterstützen aber auch die Zollabfertigung des Finanzministeriums. Sehr bekannt ist die Marke überregional allerdings nicht. Inwiefern kann die CeBIT dazu beitragen, das zu ändern?

Materna hat einen sehr guten Namen in spezifischen IT-Märkten. Wir sind in den IT-Abteilungen fast aller großen DAX-Unternehmen und Bundesbehörden zu finden. Unsere Check-in-Systeme sind an Flughäfen in den USA, Kanada und in vielen Ländern Europas zu finden. Da wir nicht im Endkundengeschäft tätig sind, hat Materna keine breite Bekanntheit. Es ist ein klares Ziel für dieses Jahr, unsere Positionierung und unsere Marke in unserer Kundenzielgruppe noch klarer herauszuarbeiten. Die CeBIT hilft uns dabei, beispielsweise unsere Positionierung als Experte für die öffentliche Verwaltung weiter zu stärken.

Das Motto der CeBIT 2017 lautet "d!conomy – no limits". Was heißt "no limits" für Sie persönlich?

Die Digitalisierung begleitet uns schon einige Jahre. Dennoch besitzen viele Unternehmen in Deutschland erst einen geringen digitalen Reifegrad. Erst in den vergangenen 12 bis 18 Monaten spüren wir bei unseren Kunden, dass die digitale Transformation an Fahrt aufgenommen hat und die Unternehmen offener werden gegenüber der Digitalisierung. Digitalisierung ist ein fortlaufender Prozess und hat kein definiertes Ende. Der digitale Reifegrad verändert sich und nimmt zu durch die permanente technologische Weiterentwicklung und durch kreative Innovationen. Das heißt für mich "no limits".

Was fasziniert Sie am digitalen Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft?

Der digitale Wandel zeigt eindrucksvoll, dass gute Ideen, die auf den Kunden eingehen, immer noch der beste Garant für wirtschaftlichen Erfolg sind. Nur so lassen sich die Erfolgsgeschichten von Uber, Airbnb oder des Thermomix von Vorwerk erläutern. Diese Unternehmen haben die digitalen Möglichkeiten so geschickt wie niemand vor ihnen genutzt und dadurch ganz neue Geschäftsmodelle entwickelt, die echten Kundennutzen schaffen. Durch die Analyse der Kundendaten werden dann auch noch die Angebote permanent verbessert. Das ist faszinierend.

Gibt es dabei auch Grenzen, die wir nicht überschreiten sollten?

Die Grenzen der Digitalisierung sind weniger technischer sondern vor allem ethischer Natur. So sind wir mit dem heutigen Entwicklungsstand nur wenige Schritte von Szenarien entfernt, bei denen beispielsweise ein Telefon ohne Freisprecheinrichtung nicht während der Fahrt funktioniert und wo es nicht mehr möglich ist, eine Ampel bei Rot zu überfahren, weil das Fahrzeug automatisch abbremst.

Regeln, die dies technologisch abbilden, lassen sich heute schon finden. Zu klären sind die Fragen zu Ethik, Verantwortung und Haftung: Wer wäre für einen aus diesem Szenario entstandenen Verkehrsunfall verantwortlich – der Hersteller des Fahrzeugs, der Fahrer oder der Software-Entwickler? Wie würde ein Gericht entscheiden, wenn sich das Auto eigenständig dazu entschieden hätte, auf den Bürgersteig auszuweichen, weil eine Kollision mit einem anderen Verkehrsteilnehmer kurz bevorstand?

Die rasante Entwicklung im Bereich Cognitive Computing wird hier weitere Möglichkeiten schaffen. Noch gibt es keine einfachen Antworten auf diese Fragen. Hier sehe ich Grenzen, für die wir im Rahmen der zunehmenden Digitalisierung Antworten finden müssen.

"Die Grenzen der Digitalisierung sind vor allem ethischer Natur."

CeBIT-Besucher finden Materna im Public Sector Park in Halle 7. Was gibt es dort zu sehen?

An unserem Stand im Public Sector Parc zeigen wir unsere neuesten Lösungen für die drei Touchpoints der digitalen Verwaltung – Behörden, Unternehmen und Bürger. Wir haben für diese drei Zielgruppen einige Neuheiten im Gepäck. Mit Showcases zu den Trendthemen elektronische Rechnung, elektronische Identifikation mit dem neuen Personalweis, sicheres Signieren mit dem Smartphone und Chatbots als moderner Eingangskanal in den Bürger-Service adressieren wir jeden Touchpoint der Behörden mit spezifischen Lösungsangeboten.

Darüber hinaus adressieren wir auch unsere Unternehmenskunden: Als Partner von IBM zeigen wir auf dem IBM-Stand Lösungen für die Private Cloud, die auf IBM Bluemix Private Cloud basieren und in einem deutschen Rechenzentrum betrieben werden. Hierzu haben wir die Cloud von IBM um Managed Services veredelt. Und schließlich geht es bei Materna auf der CeBIT auch um Showcases mit Elementen von "Cognitive Computing" auf Basis von IBM Watson, wie z.B. um innovative Chatbots, die jeden Service Desk verbessern, indem sie kognitiver Services integrieren. Unser Ziel ist es, mit unseren Lösungen die IT unserer Kunden in eine agile Zukunft und in die Cloud zu transformieren.

Materna auf der CeBIT

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