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CeBIT 2017, 20. - 24. März

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Startups

Parken im IoT-Zeitalter (Interview)

Als Student hat Stefan Bader parkpocket mitgegründet. Aus der App zur Parkplatzsuche könnte ein entscheidender Datenlieferant für Connected Cars werden.

Stefan, per Smartphone die nächstgelegene Parkmöglichkeit finden – mit dieser Idee seid ihr nicht allein. Was macht parkpocket anders?

Mit unserer App für iOS und Android finden Autofahrer sofort den Weg zur nächsten Parkmöglichkeit. Die Informationen werden in Echtzeit aktualisiert – der Parkplatz ist also auch wirklich frei, wenn ich ankomme. Preisinformationen und Routenführung sind mit dabei, für Parkhäuser, Tiefgaragen und P+R-Plätze in der gesamten D-A-CH-Region.

Als du dich vor zwei Jahren selbstständig gemacht hast, sahen die Pläne noch ganz anders aus…

Allerdings! Als Student habe ich in der Nähe des Stuttgarter Flughafens gewohnt, und dort war ständig alles zugeparkt. Dabei gab es eigentlich genügend Parkplätze, aber die waren eben fest vermietet. Damals kam mir die Idee, eine Art Online-Marktplatz aufzubauen, über den jeder seinen eigenen Stellplatz untervermieten kann – also eine Art Airbnb für Parker. Kurz darauf waren meine Schwester und besten Freunde auch mit an Bord und die Reise konnte losgehen.

Ein Fehlschlag?

Kann man so sagen. Wir hatten uns für unseren Businessplan an ausländischen Märkten orientiert und Geschäftsmodelle wie eben das von Airbnb zum Vorbild genommen. Das war naiv, denn wir sind von falschen Annahmen ausgegangen. Seine Wohnung vermietet man, weil es sich einfach lohnt. Bei der privaten Parkplatzvermietung stehen Aufwand und Nutzen aber in keinem guten Verhältnis.

Andere hätten das Handtuch geworfen, ihr habt euer Geschäftsmodell mal eben neu erfunden.

Das war die schwerwiegendste Entscheidung in unserer kurzen Geschichte. Und die beste! Wir verdienen heute kein Geld mit unserer App – unser eigentlicher Wert sind die Parkdaten dahinter. Teilweise erhalten wir die Parkdaten über Schnittstellen, etwa von Parkhausbetreibern und Städten. Aber der Markt ist extrem fragmentiert. Die meisten relevanten Infos erfassen wir daher über ein selbstentwickeltes System. Das macht uns attraktiv für Unternehmen: Wir lizenzieren unsere Parkdaten an Kartenanbieter, Automobilhersteller und so weiter.

Auf der CeBIT 2015 habt ihr eine Beta-Version vorgestellt, seid dort bei einem Startup-Wettbewerb ins Finale eingezogen. Wie wichtig ist eine klassische Messe für ein innovatives IoT-Schnellboot wie parkpocket?

Also uns hat‘s knapp eine halbe Million gebracht! (lacht) Nein, im Ernst. Das war schon enorm wichtig. Wir haben auf der CeBIT nach Telefónica mit GFT Technologies unseren zweiten Investor gefunden. Nur dadurch konnten wir im November mit der parkpocket App live gehen und haben nun bereits mehr als 35.000 User. Die Aufmerksamkeit der Medien war ebenfalls unbezahlbar.

Ihr seid 2016 wieder auf der CeBIT, genauer: auf der SCALE11. Eure Pläne?

Ich glaube, auf der SCALE11 können wir den nächsten Entwicklungsschritt gehen. Auf dieser „Messe in der Messe“ speziell für Startups möchten wir neue Anwender begeistern und vor allem weitere Investoren finden – die nächste Finanzierungsrunde steht an.

Warum sollten Kapitalgeber auf euch setzen?

Die Zukunft der Automobilbranche liegt im Connected Car – und im autonomen Fahrzeug. Dieser Markt nimmt gerade ordentlich an Fahrt auf. Und wir werden wichtige Daten dafür liefern. Selbst ein intelligentes, eigenständig fahrendes Auto muss schließlich wissen, wo es parken kann.

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