Smart Cities

WLAN ist der "Klebstoff" vernetzter Städte

Eine europaweite Umfrage von Ruckus und Atomic Research zeigt, dass die Vorzüge von Smart Cities offenkundig sind, aber die IT-Sicherheit und technologische Herausforderungen ein wesentliches Hindernis für deren Akzeptanz darstellen.

22.11.2017 Quelle: funschau Natalie Ziebolz
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Ruckus, Anbieter im Bereich Netzwerk-Konnektivität, veröffentlichte gemeinsam mit dem britischen Marktforschungsunternehmen Atomik Research die Ergebnisse seiner Umfrage rund um das Thema Smart Cities. Im Rahmen der Untersuchung wurden 380 europäische IT-Entscheider aus dem öffentlichen Sektor befragt. Ziel der Studie war es, die Einstellung gegenüber der Implementierung von Smart-City-Konzepten zu verstehen und zu erfahren, welche Möglichkeiten sie der Industrie eröffnen.

Die Mehrheit der Befragten (82 Prozent) ist der Meinung, dass Smart-City-Technologien dazu beitragen, die Sicherheit der Bürger beispielsweise durch die Installation von Smart Lighting oder vernetzten Überwachungskameras zu erhöhen und die Kriminalitätsrate zu reduzieren. Obwohl die Vorteile und der Nutzen allgemein bekannt zu sein scheinen, stellen die Ängste vor Cyberangriffen ein deutliches Hindernis auf dem Weg zur Smart City dar. Für 58 Prozent der befragten IT-Entscheider ist es das größte Problem, gefolgt von fehlender technologischer Infrastruktur und der Finanzierung.

Vorteile stadtweiter Konnektivität

Die Umfrageergebnisse zeigen, dass die Infrastruktur und die Technologieplattformen, die für Smart Cities geschaffen wurden, genutzt werden könnten, um dem öffentlichen Sektor einen wesentlichen Mehrwert zu bieten und um innovative Anwendungen zu entwickeln, die direkt auf die Bedürfnisse der Bürger eingehen. Weitere Bereiche, die vom Smart-City-Modell profitieren, sind das lokale Gesundheits- (81 Prozent) und Verkehrswesen (81 Prozent), die durch umfassende Vernetzung einen verbesserten Zugang zu öffentlichen Angeboten für Bürger ermöglichen. Nach Meinung der deutschen IT-Entscheider bieten Smart-City-Konzepte ebenfalls entscheidenden Nutzen für die Sicherheit der Bürger (72 Prozent), den öffentlichen Verkehr (62 Prozent) sowie für den Gesundheitsdienst (60 Prozent). “Ein grundlegendes Verständnis von den Vorteilen für die Bürger zeigt, dass sich die Entscheidungsträger über die positiven Auswirkungen dieser Technologie bewusst sind”, so Nick Watson, Vice President EMEA bei Ruckus, zu den Ergebnissen. Wenn der Return on Investment deutlicher wird und Smart Cities mehr und mehr zum Alltag werden, wird gezielte Förderung den Organisationen erlauben, zusammenzuarbeiten, um die Stadt der Zukunft schon heute Wirklichkeit werden zu lassen, so Watson weiter. Natürlich sei es angesichts der Menge sensibler Daten, die preisgegeben werden könnte, nicht erstaunlich, dass Sicherheitsbedenken eine große Rolle spielen. Ein sicheres, robustes und verlässliches Netzwerk werde es ermöglichen, auf diese Sorgen einzugehen und eine sichere Grundlage für Smart Cities zu schaffen.

Den Nutzen von Smart Cities erkennen

Die Umfrage zeigt, dass sich der öffentliche Sektor durchaus des Mehrwerts bewusst ist, den intelligente Städte bieten. Fast zwei Drittel (65 Prozent) aller Befragten gaben an, dass Smart Cities Nutzen bringen – in Deutschland 56 Prozent. 78 Prozent aller Umfrageteilnehmer gaben zudem an, dass sie erkannt haben, dass wirtschaftliche Gründe deutlich dafürsprechen, in Smart-City-Konzepte zu investieren. Zu diesen Gründen zählen zum einen das mit einer intelligenten Stadt verbundene Ansehen (20 Prozenz) und die künftige Infrastruktur (19 Prozent). Zum anderen zählt dazu die damit verbundene Attraktivität, die zur Neuansiedlung von Unternehmen führt (18 Prozent) und die darauf hindeutet, dass der wahre Wert intelligenter Städte in der Umsatzgenerierung und der Förderung der lokalen Wirtschaft liegt.

Diese Erkenntnisse sind ein positiver Schritt in Richtung idealer Rahmenbedingungen, in denen sich Smart Cities erfolgreich entwickeln können. Damit intelligente Städte in ganz Europa Realität werden, braucht es jedoch einen übergreifenden Ansatz, in den alle Abteilungen einer Stadt miteinbezogen werden. Die Umfrage von Ruckus stellte jedoch auch fest, dass isoliert geplante Projekte (39 Prozent) immer noch ein großes Hindernis für Smart Cities darstellen.

Obwohl fehlende Finanzierung als dritthäufigstes Hemmnis für eine schnelle Umsetzung gesehen wird, erwarten 78 Prozent der Befragten aus allen Ländern, dass ihnen das nötige Budget für Smart-City-Lösungen bis 2019 zur Verfügung stehen wird und dadurch eine Vielzahl potenzieller neuer Umsatztreiber in diesem Bereich geschaffen werden können. Das dürfte auch durch Förderbekanntmachungen wie das Wifi4EU-Programm erleichtert werden. Diese gibt den Städten die Sicherheit, dass die Infrastruktur zur Unterstützung intelligenter Technologien verfügbar sein wird, wenn sie investieren.

Im Gesamtvergleich sind die deutschen Entscheidungsträger im Hinblick auf die Finanzierung nicht so positiv gestimmt. Ein Viertel bezweifelt, dass in den nächsten zwei Jahren Budget für Smart-City-Konzepte zur Verfügung stehen wird. 19 Prozent der Befragten in Deutschland erwarten, dass es länger als zwei Jahre dauern wird, bis die Finanzierung für Smart Cities gesichert ist.

Barrieren überwinden

Um diese Dienste bereitzustellen, ist ein stabiles öffentliches WLAN-Netzwerk entscheidend. 76 Prozent der Befragten stimmen zu, dass dieses der wichtigste Faktor ist, um Smart-City-Konzepte erfolgreich zu implementieren. 34 Prozent sind sich einig, dass WLAN wichtiger ist als ein kabelgebundenes Netzwerk, in Deutschland sieht das sogar fast die Hälfe (46 Prozent) der Entscheidungsträger so.

WLAN ist der “Klebstoff” für vernetzte, intelligente Städte. Es erleichtert es, die Auslastung zu verteilen und reduziert Verbindungsprobleme. Der Access Point am Rand des Netzwerks ist die ideale Schnittstelle, die als Nachrichtenvermittler fungiert, indem er Datenverkehr übermittelt, einfache Datenverarbeitung vornimmt und zurückleitet und die Software durch Controller platziert.

Allerdings sind nicht alle WLAN-Technologien gleich. Stromversorgung (53 Prozent), Interferenzen (52 Prozent) und Backhauls (45 Prozent) werden als die größten Hindernisse für die Einrichtung einer öffentlichen WLAN-Infrastruktur gesehen. Die deutschen IT-Entscheider nannten die Konsolidierung vorhandener Netzwerke (51 Prozent) als ein weiteres entscheidendes Hemmnis. Das ist besonders wichtig, weil die Anzahl der angeschlossenen Geräte zu einer Zeit zunimmt, in der bestehende Netzwerke nicht auf das exponentielle Wachstum des Datenverbrauchs vorbereitet sind. IT-Entscheidungsträger haben die klare Aufgabe, den richtigen Technologiepartner auszuwählen, um die technologischen Anforderungen ihrer Stadt zu erfüllen.

Die Umfrage macht deutlich, dass für die Schaffung von Smart Cities WLAN als notwendig erachtet wird, da:

  • es allen einen Zugang zu Informationen bietet (71 Prozent)
  • es die digitale Kluft zwischen Bürgern überwindet (67 Prozent)
  • es für die Regierungen kostengünstiger ist (61 Prozent)
  • es zu einem besseren Service führen könnte (37 Prozent)

"Es ist beruhigend zu sehen, dass die Überzeugung weit verbreitet ist, dass Smart Cities der Gesellschaft einen Mehrwert bieten”, erklärt Watson abschließend. "Aber wenn die Regierung und der öffentliche Sektor nicht in die richtige Technologie investieren, dann riskieren sie es, die zahlreichen Möglichkeiten für Städte, Bürger und sich selbst zu verpassen."

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