Augmented & Virtual Reality

"Wir müssen die Arbeitswelt 4.0 aktiv gestalten"

Die Digitalisierung und Globalisierung verändern die Arbeitswelt. Althergebrachte Strukturen werden aufgebrochen – ein Prozess, der sowohl von den Unternehmen als auch von den Mitarbeitern ein hohes Maß an Flexibilität verlangt.

16.03.2016
ERP-Forum

Unternehmen sehen sich zunehmend mit immer komplizierter werdenden Abläufen und Veränderungen der technischen und organisatorischen Rahmenbedingungen konfrontiert. Arbeit 4.0 lautet das Stichwort. Die Suche nach zukunftsfähigen Lösungen läuft. Insbesondere professionelles Zeitmanagement, Bedarfsermittlung, Einsatzplanung, Self Services und Mobile Apps spielen in diesem Kontext eine wichtige Rolle.

"Der Begriff Arbeit 4.0 ist geprägt von unserer Bundesarbeitsministerin Nahles und stellt das Pendant zu Industrie 4.0 dar", erklärte Burkhard Röhrig, Geschäftsführer der GFOS mbH, am Mittwoch im Rahmen einer Podiumsdiskussion auf der CeBIT. "Dabei ist es eigentlich ein Fehler, die Begriffe zu trennen, man sollte sie lieber zusammenführen – und dabei auch gleich noch das über 100 Jahre alte Arbeitszeitgesetz modernisieren und es flexibler machen."

Work-Life-Balance gewinnt an Bedeutung

In der Tat könne man in dem derzeit noch recht starren Rahmen keine "Arbeitszeit 4.0“ umsetzen, ergänzte Walter Elsner, der Geschäftsführer der PCS Systemtechnik GmbH. "Die Work-Life-Balance wird in der heutigen Zeit einfach immer wichtiger für die Menschen und Unternehmen müssen Prozesse so gestalten, dass eine Win-Win-Situation entsteht. Dennoch müssen aber natürlich auch Wege gefunden werden, um auch flexible Arbeitszeiten zuverlässig zu erfassen."

Das sei insbesondere deshalb wichtig, da man heutzutage die Möglichkeit habe, von zu Hause aus zu arbeiten, erklärt Elsner. Geistige Arbeit erfordere eben Kreativität und diese benötige Freiraum, um sich zu entfalten. "Prozesse laufen künftig anders ab. Immer weniger Menschen werden von 6 Uhr bis 14 Uhr oder von 14 Uhr bis 22 Uhr arbeiten. Die Freizeit hat für die Menschen inzwischen einen hohen Stellenwert. Sie sind durchaus auch mal bereit dazu, 60 Stunden in einer Woche zu arbeiten, wenn das nötig ist. Aber danach wollen sie als Ausgleich auch wieder Zeit für Freunde und die Familie."

Die digitale Revolution muss man nicht fürchten

Wenn über die Digitalisierung der Arbeitswelt gesprochen wird, schwingt bei vielen Menschen in Deutschland die Angst mit, dass sie eventuell ihren Arbeitsplatz verlieren. Manche fürchten gar, dass irgendwann alle Jobs von Computern und Maschinen übernommen werden.

Diese Angst ist unbegründet, meint Burkhard Röhrig. "Die Digitalisierung lässt sich nicht aufhalten. Geschäftsmodelle werden sich ändern, also ändert sich auch die Arbeitswelt. Wenn man an die industriellen Revolutionen früherer Zeiten denkt, waren diese immer mit dem Verlust von einfachen Arbeitsplätzen verbunden. Das ist richtig. Gleichzeitig muss man aber auch sehen, dass die Automatisierung noch nie so hoch war wie heute – und dennoch ist auch die Beschäftigung so hoch wie nie!" Deshalb sei es jetzt vor allem wichtig, den Mitarbeitern zu helfen, mit den neuen Technologien umzugehen, erklärt Burkhard.

Augmented Reality macht vieles einfacher

Timon Vielhaber, der Geschäftsführer der World of VR GmbH, hat eine dieser neuen Technologien schon im Firmennamen integriert: die VR. "Die Virtual Reality kann man sich in der Arbeitswelt vielleicht noch schwer vorstellen, aber es gibt durchaus Fälle, in denen das schon heute Sinn macht – zum Beispiel bei Windrädern. Wenn man diese reparieren muss, braucht man hochqualifizierte Mitarbeiter. Aber wie viele Physiker gibt es, die eine Steigberechtigung für solche Höhen haben? Die Lösung: eine Datenbrille, die einen Techniker auf dem Windrad mit einem Physiker am Boden vernetzt. Sie können dann im Team arbeiten", erläutert Vielhaber.

Generell plädiert der Unternehmer dafür, dass Arbeit mehr Spaß machen soll. "Wir setzen beispielsweise Instant Messenger seit mehreren Jahren ein, um mit Freunden und Bekannten zu sprechen. Warum soll ein Chef nicht auch mit seinen Mitarbeitern auf diesem Weg kommunizieren? Die Menschen müssen sich untereinander vernetzen!"

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