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Wie Start-ups den richtigen Investor finden

Der richtige Investor gibt weit mehr als nur sein Geld. Er ist Ansprechpartner, Türöffner und Brückenbauer. Wichtige Tipps für Technologie-Start-ups, die sich auf die Suche nach Investoren begeben.

23.02.2017
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Sie suchen einen Investor? Hier finden Sie Tipps für Ihr Startup.

Eduard Andrae hat es geschafft – er hat einen Investor für seine Idee gefunden. Der 50-jährige ist Gründer des Portals trusted-blogs und kann sich jetzt ganz auf seine Webseite konzentrieren. "Ich habe mich auf Internet-Portalen umgesehen und Veranstaltungen für angehende Gründer besucht, um wichtige Informationen zu sammeln. Dabei konnte ich gleichzeitig potentielle Partner auf mich aufmerksam machen", sagt Andrae. Wichtig sei ihm dabei, dass es in der Verbindung zwischen Geldgeber und Gründer um mehr ginge, als nur das Finanzielle: "Es muss menschlich passen, damit ein Start-up auch von den Kompetenzen des Investors profitieren kann."

Das sieht Carsten Meyer-Heder genauso. Der Investor von trusted-blogs und Geschäftsführer der Bremer Digitalagentur team neusta hat für Start-ups eine ganze Reihe an Ratschlägen parat, worauf sie bei der Investorensuche achten sollen. "Gründer müssen zunächst wissen, was sie selbst wollen: Eine langfristige Partnerschaft oder nur eine kurzfristige Geldspritze?", so der Investor. Hilfreich sei in jedem Fall ein Finanzier aus derselben Branche, denn dieser kann nicht nur wichtiges fachliches Wissen einbringen, sondern kennt den Markt und kann den Zugang zu diesem deutlich erleichtern. So knüpft er wichtige Kontakte oder führt in Netzwerke ein – beides entscheidende Erfolgsfaktoren für junge Start-ups. Außerdem kann er Fachkräfte vermitteln, denn nicht jedes Start-up hat Experten für jeden Bereich – von der Technologie, über das Marketing, den Vertrieb bis hin zur Projektorganisation. "Am Ende muss die Chemie stimmen, deshalb empfehle ich, eher ein Familienunternehmen zu finden als den klassischen Risikokapitalgeber", sagt Meyer-Heder.

Schwarze Schafe gibt es auch unter den Investoren, eine gute Recherche und ein intensiver Blick auf alle Verträge sind deshalb unablässig, wenn die erste Euphorie abklingt. Besonders dann, wenn es um die Höhe des Unternehmensanteils geht, der als Gegenleistung auf den Finanzier übergeht. "Es gibt ganz verschiedene Arten von Geldgebern – ob Business Angel, Venture Capital, Acceleratoren und Inkubatoren. Jeder hat seine eigenen Vorteile, deshalb müssen sich Gründer sehr gut mit der Materie auseinandersetzen", sagt auch Kai Stührenberg von der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH. Ein Perspektivwechsel ist dabei hilfreich: Welches Interesse hat ein Geldgeber an der eigenen Idee? Welche Argumente können ihn überzeugen? Diese Fragen können im Pitch entscheidend sein. "Es geht nicht darum, als Bittsteller aufzutreten, sondern als ein Geschäftspartner, der Chancen bietet – das muss im Pitch klar werden. Auf die Finanzfrage sollten Start-ups bei einer Präsentation deshalb als letztes eingehen – und natürlich angemessene Forderungen stellen", so Stührenberg. Wie man zu einem Pitch kommt, da stimmt der Wirtschaftsförderer mit dem Bremer Investor Meyer-Heder überein: Am besten über jemanden, der den Investor kennt, über Netzwerke. Und die baut man sich am besten auf, indem man in das Start-up-Ökosystem der Stadt eintaucht, an Veranstaltungen teilnimmt oder auch mal bei der Wirtschaftsförderung nachfragt.

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