Digitale Transformation

Wie künstliche Intelligenz die Unternehmenssoftware verändert

Heute hilft betriebliche Software dabei, abteilungsbezogene manuelle Prozesse zu vereinfachen. Künftig werden jedoch immer mehr betriebliche Abläufe automatisiert und abteilungsübergreifend gesteuert.

08.03.2017
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Eine Buchhaltungssoftware beispielsweise dient dann nicht mehr dazu, dem Buchhalter digital unter die Arme zu greifen, sondern sie erledigt die Buchhaltung weitgehend autonom. Dafür sorgen adaptive – also lernende Verfahren - und künstlich-intelligente Funktionen.

Künstliche Intelligenz lässt nicht nur Autos autonom fahren und macht Gebäude smart, sie wird auch bestimmte Tätigkeiten in Unternehmen langfristig fast vollständig automatisieren und damit weitgehend abschaffen. Ein Beispiel ist die klassische, manuelle Buchhaltung. Ein Zutun des Buchhalters wird nur noch bei besonderen Ausnahmen notwendig sein. Den Rest der Zeit übernimmt eine künstlich-intelligente FIBU die Buchhaltung komplett selbstständig.

Dazu bedarf es Verfahren, mit denen sich Rechnungen und Belege aller Art exakt und positionsgetreu erkennen, automatisiert kontieren, Zahlungen ausziffern, Anomalien wie Preisabweichungen einzelner Artikel erkennen und Routinerechnungen und Belege automatisiert verbuchen lassen. Solche Verfahren sind etwa abstrakte und multipel einsetzbare Expertensysteme auf Basis der erweiterten Booleschen Algebra und integrierte Entscheidungsbäume. Eine künstlich-intelligente Software muss neben der Erkennung dessen, was vorhanden ist, auch damit umgehen können, was nicht oder nur annähernd erkennbar ist. Das heißt, sie muss Unschärfen und Vagheiten beherrschen können. Dies gelingt etwa über Methoden wie eine mehrwertige Fuzzylogik.

Aber KI wird künftig nicht nur dazu eingesetzt, Abläufe zu automatisieren. Sie wird auch die Benutzung von Software vereinfachen – zum Beispiel durch Sprachsteuerung. Einfache Fragen und Antworten machen die Bedienung der Software komfortabel und schnell. Zudem wird sie den Recherche- und Arbeitsaufwand erheblich minimieren. Sprachsteuerung ist daher ein wichtiges Zukunftsfeld – nicht nur im privaten, sondern auch im beruflichen Umfeld. Darüber hinaus informiert clevere Software ihre Benutzer automatisiert und individuell über Veränderungen – etwa via Mail oder Messenger.

Für künstlich intelligente Systeme ist es einfach, Muster aufzudecken, Zusammenhänge zu erkennen und einfache logische Schlüsse zu ziehen, was ein Mensch bei sehr großen Datenmengen kaum so leisten könnte. Und damit sind sie in Zukunft wichtige Partner bei der unternehmerischen Entscheidungsfindung. Ihr Einsatz entlastet Mitarbeiter von Routineaufgaben: Statt mit der Belegverarbeitung wird sich der Buchhalter als Finanzcontroller künftig stärker mit strategischen Unternehmensfragen auseinandersetzen, welche die künstlich intelligente Software auf seine Agenda setzt. Zum Beispiel, weil sie auffällige Kennzahlen oder Benchmarks identifiziert hat oder zukünftige Finanzierungslücken prognostiziert, die mit dem bloßen Auge schwer erkennbar sind.

Die Grundvoraussetzung für das Funktionieren von künstlicher Intelligenz in Unternehmenssoftware ist jedoch, dass geschlossene Systeme geöffnet und Daten-Silos abgeschafft werden zugunsten offener und integrierter Plattformen. Denn nur damit lassen sich Prozesse abteilungsübergreifend steuern und Informationen zentral zusammenführen. Offene Systeme erlauben auch den medienbruchfreien Datenaustausch mit Drittanwendungen und deren Integration, etwa mit DATEV, Microsoft, Creditreform. Erst in solchen integrierten Systemen kann künstliche Intelligenz ihre volle Wirkung entfalten.

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