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Wie der Messenger uns den Gang zum Arzt ersparen soll

Das Startup HealthTap soll es Nutzern erlauben, direkt per Messenger mit einem Arzt Kontakt aufzunehmen. Wir verraten, wie es funktioniert.

02.05.2016 Kim Rixecker
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Fragen per Facebook-Messenger an einen Arzt richten: Ein US-amerikanisches Startup macht es möglich. (Grafik: HealthTap)

HealthTap: Facebook-Messenger statt Wartezimmer

Niemand sitzt gerne im Wartezimmer einer Arztpraxis. Zumindest wenn es sich vermeiden lässt. Was aber in einem dieser Grenzfälle tun, wenn das googeln nach den Gefahren eines speziellen Ausschlags oder Ähnlichem keine eindeutige Antwort zulässt? Vorsichtige Naturen riskieren es dann, unnötig ihre Lebenszeit im Wartezimmer zu vergeuden, während weniger ängstliche Menschen noch viel mehr aufs Spiel setzen, indem sie die Sache ignorieren.

Für genau solche Fälle bietet sich das Gesundheits-Startup HealthTap an. Über ihre Web- und Mobile-Apps können Patienten sich kostenlos Rat bei echten Ärzten holen. Das funktioniert ab jetzt auch direkt über den Facebook-Messenger . Die Funktionsweise ist denkbar einfach: Zunächst beschreibt der Nutzer seine Symptome. Anschließend zeigt ein Bot ähnliche Fragen samt Antworten echter Ärzte an.

Ist dem Nutzer mit einer automatisierten Antwort nicht geholfen, kann er seine Frage auf Wunsch auch an einen echten Arzt weiterleiten. Der soll, so die Macher, üblicherweise innerhalb von einigen Minuten antworten. Im schlimmsten Fall soll eine Antwort nicht länger als 24 Stunden dauern. Der Clou: Es kostet keinen Cent. Vor allem im Heimatland des Startups, wo Krankenversicherungen noch immer nicht so verbreitet sind wie hierzulande, ist das natürlich ein überzeugendes Argument.

Keine Diagnose per Messenger: HealthTap kann keinen Arztbesuch ersetzen

Zwar können alle möglichen Fragen zu Krankheitssymptomen oder zur Einnahme von Medikamenten gestellt werden, eine zuverlässige Diagnose ist über das Medium Internet-Chat allerdings nicht möglich. Allerdings bietet HealthTap seinen Nutzern die Möglichkeit, gegen eine monatliche Gebühr von 99 US-Dollar per Videochat mit einem Arzt zu sprechen. Dafür müssen Nutzer dann aber doch vom Messenger auf die HealthTap-App wechseln und sollten auch dann nicht erwarten, sich zukünftig alle Arztbesuche sparen zu können.

Die Integration in den Facebook-Messenger ist ein interessantes Beispiel dafür, welche Dienste in einer Messaging-App gut funktionieren. Zumal auch die eigentliche HealthTap-App auf dem Prinzip beruht, dass Nutzer zunächst eine Frage stellen und dann automatisiert passende Antworten erhalten. Die Messenger-Integration erspart den Nutzern jedoch die Installation der App, wodurch auch die Einstiegshürde für neue Nutzer gesenkt wird. Es bleibt abzuwarten, wann es ein ähnliches Angebot auch in Deutschland geben wird.

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