Social Media

Wenn Facebook künftig auch das Garagentor steuert

Auf der Entwicklerkonferenz f8 hat Mark Zuckerberg zugleich Ende und Zukunft des weltweit größten sozialen Netzwerks eingeläutet. Künftig sollen Nutzer auch ihre Garagentore mit Facebook ansteuern können – das Internet der Dinge lässt grüßen.

08.04.2015 Daniel Hüfner

Vom Social Network zum Mädchen für alles

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Mark Zuckerberg auf der Entwicklerkonferenz f8 in San Francisco. (Foto:: Facebook)

Facebook hat auf seiner Entwicklerkonferenz f8 in San Francisco neue Funktionen rund um das weltweit größte soziale Netzwerk vorgestellt, das mittlerweile von 1,4 Milliarden Menschen genutzt wird. Wobei: soziales Netzwerk? Nein, das war einmal.

Denn spätestens jetzt ist damit Schluss. Längst hat sich Facebook gemausert zu einem multidisziplinären Online-Konzern, der dank strategisch smarter Übernahmen eine Reihe miteinander in Konkurrenz stehender, erfolgreicher und zunehmend gleichgewichtiger Marken betreibt. Bei seiner Keynote gab sich CEO Zuckerberg alle Mühe, das zu unterstreichen:

"Der Sprung von einer einzelnen App zu einer Familie von Apps war unsere wichtigste strategische Weichenstellung überhaupt",

sagte er.

Konkret: Dienste wie WhatsApp, Instagram und der hauseigene Facebook-Messenger sind nicht länger nur Nischenprodukte. Sie sind das Produkt.

Facebook-Messenger bekommt eigenen App Store

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Der Facebook-Messenger soll zur universellen Kommunikationsplattform werden. (Screenshot: Facebook)

Insbesondere der Facebook-Messenger spielt in den strategischen Überlegungen von Zuckerberg eine zentrale Rolle. Dieser wird von rund 600 Millionen Menschen genutzt und soll in Zukunft mehr als nur eine WhatsApp-Alternative sein.

Deshalb hat Facebook dem Messenger einen eigenen App Store spendiert . Mit ihm können Nutzer den Messenger ab sofort um Funktionen wie animierte GIFs, interaktive Videos oder Minispiele erweitern. Zum Start sind bereits einige Partner mit entsprechenden Apps an Bord, etwa das beliebte GIF-Portal Giphy. Das alles mag albern und angesichts der Konkurrenz aus Asien auch nicht revolutionär klingen, für Zuckerbergs Vision einer umfassenden Kommunikationsplattform aber ist das ein wichtiger Baustein. So dürfte es ihm gelingen, seine Nutzer noch enger an das blaue Ökosystem zu binden und die Werbeerlöse anzukurbeln.

Shoppen per Messenger

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Facebook öffnet den Messenger für E-Commerce. (Screenshot: Facebook)

udem will Facebook den Messenger künftig auch für den E-Commerce attraktiv machen. Weder der klassische Support per Telefon noch ellenlange E-Mail-Verläufe seien im Sinne der Nutzer, erklärte Zuckerberg. Auch Händler und Kunden sollen daher den Messenger für ihre Kommunikation nutzen, beispielsweise für Tischreservierungen, Bestellungen in einem Online-Shop oder gar die Sendungsverfolgung. Erste Partner sind die Online-Shops Everlane und Zulily. Passend dazu hatte Facebook vor Kurzem schon eine Bezahlfunktion integriert. Die unter der Schnittstelle „ Businesses on Messenger “ gebündelten Funktionen will Facebook in den nächsten Monaten veröffentlichen.

Was die Zukunft von Facebook sonst noch bringt

Das alles passt wunderbar zum Claim von Zuckerberg, den er an diesem Mittwoch fast schon gebetsmühlenartig proklamiert: „Build, Grow, Monetize“ – mit diesem Rezept und vielen neuen Zutaten will er Entwickler und Geschäftstreibende in sein Ökosystem locken. Das mobile Werbenetzwerk etwa wird ausgebaut und es gibt jetzt auch eine Schnittstelle für das Internet of Things. Bald soll man Garagentore per Facebook steuern können.

Es ist ein Tanz auf allen Hochzeiten, in dessen Ergebnis Facebook seine Nutzer schrittweise mit allem in Berührung bringt, was für Werbe- und Geschäftstreibende auch nur annähernd von Interesse sein könnte. Vom sozialen Netzwerk, das Facebook einst groß gemacht hat, ist jedenfalls immer weniger übrig. Nur kurz kommt Zuckerberg drauf zu sprechen, als er die Fortschritte in der Virtual Reality anpreist: Nutzer sollen künftig auch 360-Grad-Videos in ihren Newsfeed einbinden können. Das aber, so Zuckerberg, sei noch „a bit futuristic“.

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