Startups

Welche Startups braucht die Welt?

Jetzt denken wir mal Out-Of-The-Box: 10 Dienste, die uns bisher noch fehlen – wirtschaftliche Tragfähigkeit nicht garantiert.

04.03.2015 Lea Weitekamp

Startups, die wir uns wünschen:

Massagen, Haarschnitte, Yoga-Stunden: Viele Dinge könnten uns auch in den eigenen vier Wänden Spaß machen. Weil es bequemer ist, Zeit spart oder weil man sich vielleicht eine vertraute Atmosphäre wünscht. In Zeiten, in denen Portale wieHelpling, bookatiger oder Homejoy die unangenehmen Aufgaben im Haushalt in Angriff nehmen und Startups wie Shopwings uns das lästige Einkaufen abnehmen wollen – wie wäre es mit einem Uber für die schönen Dinge im Leben?

Das Startup Kitchensurfing verfolgt das Prinzip beispielsweise schon, indem es professionelle Köche in Privathaushalte vermittelt. Wir sind uns sicher: Da geht noch was!

2. Ein verlagsübergreifendes News-Abo

Guter Journalismus ist nicht umsonst – das wissen die meisten Leser und sind bereit, für ein entsprechendes Angebot zu bezahlen. Blöd nur, dass die momentan einzige Alternative zum „kostenlosen“ oder per Werbung finanzierten Nachrichtenjournalismus darin besteht, sich bei vielen verschiedenen Diensten zu registrieren oder Abonnements abzuschließen. Anbieter wie die Startups Yones oder Magious sind schon dabei, News zu aggregieren und in individualisierbare Feeds umzuwandeln. Doch nicht alle Verlage machen mit, noch immer tun sie sich schwer damit, Zugriff auf ihre Online- und Print-Inhalte zu gewähren und zusammen ein gemeinsames Angebot zu stricken.

Als Verbraucher interessieren uns diese Befindlichkeiten aber ehrlich gesagt nicht. In unserer Eigenschaft als Nachrichtenkonsumenten wünschen wir uns: ein Login, ein Dashboard, ein Preis. Eine gute Usability und die Möglichkeit, schnell auszuwählen, welche Ressorts und Themen wir von wem abonnieren wollen. Die Ausgabe könnte per digitalem Feed oder als Druckversion erfolgen, gegen eine Zuzahlung gibt es das ganze dann noch ohne Werbung. Es klingt doch gar nicht so utopisch, oder?

3. Ein Dienst zur Planung und Durchführung von Gruppenreisen

Wer schon mal versucht hat, sich mit mehreren Menschen auf einen Termin zu einigen, kennt das: ewige Facebook- oder WhatsApp-Chats, alle verlieren den Überblick … und schließlich schreibt jemand die erlösenden Worte: "Ich hab mal ein Doodle angelegt." Zeit zum Aufatmen, denn Doodle ist die wohl einfachste und effektivste Möglichkeit, um die Interessenlagen mehrerer Menschen zu synchronisieren. Wie schön wäre es, wenn es das auch fürs Reisen gäbe: Wer bringt was mit? Wer reist wann (und mit wem zusammen) an? Wer hat was bezahlt und wem schulde ich noch Geld?

Organizer-Dienste wie Evernote heben hervor, dass sie sich auch für die Urlaubsplanung eignen, doch in der Regel hat nicht jeder den entsprechenden Account. Ein simpler Webdienst mit niedriger Einstiegshürde, der zudem auf Schnittstellen zu Flug- und Hotelbuchungs-Portalen verzichtet (denn davon gibt es wirklich mehr als genug!) könnte einen echten Mehrwert bieten.

4. Sameday-Delivery für Grillkönige

Strandgrillparty
Startups, die wir uns wünschen: Die Sameday-Delivery-Grillbox.

Stellt euch vor es ist Sommer und spontan entsteht die Idee, abends in gemütlicher Runde zusammen zu kommen. Bei einer normalen Grillparty hetzt dann jeder nach der Arbeit noch im Supermarkt vorbei, kauft vor lauter Hunger gleich für mehrere Leute ein – und am Ende bleiben drölfzig angebrochene Würstchen- und Fleischfackel-Packungen übrig.

Hier mal ein alternatives Szenario: Die Entscheidung zur Grillparty fällt, ein Anruf oder eine Bestellung per Website unter Angabe der Personenzahl, und pünktlich zur vereinbarten Zeit steht eine Kühlbox mit einer feinen Auswahl an Grillwaren vor der Tür – auf Wunsch mit Beilagen, vegetarisch, bio. In diesem Szenario, so glauben wir, haben Sameday-Delivery und Lebensmittel-E-Commerce definitiv eine Zukunft!

5. Ein interaktiver "Finder" für Hausbauer und Grundstückskäufer

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Der Baugebiets-Finder der Stadt Hannover. (Screenshot: hannover-gis.de)

Wer sich im Netz über Grundstückskauf und Hausbau informieren will, wird von den Suchmaschinen meist an einschlägige Immobilienportale verwiesen. Auf den Seiten von Stadtteilen oder Gemeinden gibt es weitere Informationen zu Bebauungsplänen oder schon genehmigten Bauprojekten, ebenso wie bei den jeweiligen Projektbüros und Trägern. Die Informationslage ist für potenzielle Häuslebauer also nicht unbedingt übersichtlich.

Hilfreich wäre eine interaktive Karte, die beim Heranzoomen geplante Bauprojekte und zum Verkauf stehende Grundstücke anzeigt, inklusive Link zum jeweiligen Anbieter. Unter der Headline „Wo kann ich bauen?“ bietet etwa die Stadt Hannover eine solche Kartenübersicht an . Allerdings lässt sie in Sachen Design und Usability noch etwas zu wünschen übrig – und ist zudem auf eine einzige Region beschränkt. Wie wäre es mit einem Google-Maps-Overlay, das die entsprechenden Infos deutschlandweit aggregiert und wie ein Finder für Kaufinteressierte funktioniert? Ein hilfreicher Service, für den die verlinkten Anbieter vielleicht sogar Affiliate-Provisionen springen lassen würden.

6. Ein Echtzeit-Paket-Tracker

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Echtzeit-Tracking bei Uber.

Wer online bestellt, hat häufig Probleme beim Entgegennehmen seiner Sendungen. Klar, die meisten Dienstleister bieten eine Sendungsverfolgung an, die zeigt, welche Station des Weges das Paket zuletzt erreicht hat. Das hilft aber in der Regel nicht dabei, den Paketboten tatsächlich an der Tür abzupassen. Und wie oft rennt man seinem Päckchen am Ende mit einem Zettel in der Hand hinterher.

Toll wäre: eine Live-Ansicht à la Glympse , bei der man nachvollziehen kann, wo genau das Paket gerade lang schippert. Und wie lange es genau noch braucht, bevor der Postbote klingelt. Auch die Uber-App oder auch die MyTaxi-App machen das sehr schick: Hier kriechen kleine Auto-Symbole im Sekundentakt über die Landkarte – das gewählte Taxi kann man dann live dabei beobachten, wie es sich nähert. Und man weiß, wann genau es draußen vorfährt: eine nette Sache, die das Planen deutlich erleichtert.

7. IoT-Haushalts-Assistenten

Unsere Umgebung wird intelligenter. Jetzt muss uns das nur noch helfen.

Das Internet of Things kommt, kein Zweifel. Einige Innovationen haben es schon bis in unser Zuhause geschafft, intelligente Türschlösser beispielsweise , oder Thermostate. Und immer mehr Geräte sind dabei, "smart" zu werden, was sich in vielerlei Hinsicht als nützlich erweisen könnte.

Waschmaschinen und Staubsauger, die Waschpulver, Weichspüler und Staubbeutel bei Bedarf automatisch auf unsere Einkaufsliste setzen. Ein Kühlschrank, der Bescheid sagt, wenn Milch oder Eier ausgehen. Und ein intelligenter Haushalts-Manager, mit dem wir alle Smart-Home-Devices anbieterübergreifend steuern können. Fehlt nur noch die entsprechende Technik – und viele neue Apps!

8. Ein Airbnb für Haustiere

Hund mit AirBnB
Startup-Idee mit Niedlichkeitsfaktor: Wer hilft uns dabei, Haustiere anderer Menschen zu bespaßen?

Ich habe etwas, das ich gerade nicht brauche, und erlaube dir, es (für ein geringes Entgelt) temporär zu nutzen: Ungefähr so funktioniert die Vermittlung von Wohnraum bei Airbnb – ein Prinzip, das mittlerweile Schule gemacht hat. Kein Wunder, dass es mittlerweile immer mehr Startups gibt, die sich der Welt als "Airbnb für …" vorstellen. Was noch fehlt: Eine Plattform, auf der tierliebesbedürftige Menschen mit passenden Vier- oder Mehrbeinern zusammengebracht werden.

Schon klar, ein Haustier ist kein „Etwas“, das ich zur Nutzung freigebe. Ein persönlicher, vertrauensvoller Kontakt ist Voraussetzung für so einen Service. Doch gerade wenn Herrchen und Frauchen berufstätig sind, könnten auch die Tiere von solchen Play-Dates profitieren. Und Menschen, die gerne Zeit mit flauschigen Freunden verbringen, ohne gleich ein Gewerbe als Dog-Walker anmelden zu müssen, gibt es wohl mehr als genug. Wir wissen jedenfalls, dass wir dafür zahlen würden!

9. Ein CRM für Privatpersonen

Die meisten Unternehmen verlassen sich in Sachen CRM, also Kundenbeziehungsmanagement, schon lange auf Software-Lösungen. Neben den großen, mit zahlreichen Funktionen ausgestatteten Suiten gibt es auch CRM-Tools für kleinere Betriebe oder Freelancer, wie etwa Contactually. Doch auch als Privatperson wünscht man sich manchmal einen Helfer, der den Überblick bewahrt, lästige Adressbuch-Synchronisierungen übernimmt und von Zeit zu Zeit daran erinnert, Mama und Papa mal wieder anzurufen.

Kann uns ein Startup dabei helfen, auch private Kontakte ordentlich zu pflegen?

Im Idealfall schnappt so ein privates CRM sich die hinterlegten Kontaktdaten aus den verschiedenen Netzwerken, erkennt und kombiniert Duplikate und bietet zudem eine Möglichkeit zur Kontaktaufnahme. Wer will, stellt Push-Benachrichtigungen ein wie "Du hast dich schon X Tage nicht mehr bei Person Y gemeldet". Und selbst bei Handyverlust oder Gerätewechsel sind die Daten durch Cloud-Synchronisation schnell wieder an Ort und Stelle. Wer diese Idee verfolgen will, sollte allerdings auf der Hut sein: Das Startup Brewster scheint mit seiner App ganz Ähnliches im Sinn zu haben!

10. Ein Nachbarschafts-Netzwerk für Aktivitäten

Gute Nachbarn sind etwas Feines. Zum Beispiel, wenn man aus Versehen zu viel gekocht hat, spontan noch ein Bier im Park um die Ecke trinken will oder jemanden braucht, der auf die Katze aufpasst. Aber oft kennen wir unsere Nachbarn gar nicht richtig und wissen dadurch auch nicht, was uns entgeht. Vielleicht kann ja mal jemand ein entsprechendes Add-on für Facebook entwickeln, bei der sich Menschen aus derselben Straße oder Wohnanlage ganz einfach finden können. Oder eine Infrastruktur, auf der sich solche Netzwerke ganz leicht selbst anlegen lassen.

Wichtig ist in jedem Fall ein hoher Verbreitungsgrad, damit so ein Netzwerk seine Stärke entfalten kann. Und dann wird vieles so viel einfacher. Spontaner Lauf-Partner gesucht? Werkzeug, Bierzeltgarnitur oder Sky-Abo teilen? Straßenfest organisieren? Alles easy, im neuen Nachbarschafts-Network. Wir können’s kaum erwarten!

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