Research & Innovation

Weiterkommen mit Elektroautos

Von Hannover bis Berlin – so weit kann uns derzeit ein Elektroauto bringen. Mit einer Ladung Strom können die Fahrzeuge rund 250 km zurücklegen, bevor man wieder an der nächsten Stromtankstelle eine Rast machen muss. Aber was, wenn mitten auf der Autobahn der Akku zur Neige geht und die nächste Ladestation zu weit entfernt ist?

08.03.2016
BMBF Gastbeitrag

Die begrenzte Reichweite von Elektroautos ist ein Grund dafür, warum viele Menschen immer noch lieber ein herkömmliches Auto mit Benzin- oder Dieselmotor kaufen als ein Elektroauto. Für den Stadtverkehr sind die Stromer zwar praktisch, für längere Fahrten quer durch Deutschland oder gar Europa aber noch weniger geeignet.

Wie man die Energieversorgung der Elektroautos noch effizienter machen kann, mit dieser Frage beschäftigen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Hochschule Karlsruhe. Im Projekt "PRE-E" entwickelt das Team um den Ingenieur Reiner Kriesten ein intelligentes Energie- und Routenmanagement. Das System berechnet eine Fahrtroute, die energetisch optimal ist. Gleichzeitig steuert es den Stromverbrauch von Klimaanlage, Navigationssystem und Musikanlage so, dass das gewünschte Ziel sicher erreicht werden kann – ohne das dem Elektroauto auf den letzten Kilometern die Energie ausgeht.

Das von den Ingenieuren entwickelte System verfolgt dazu während der gesamten Fahrt die Route und rechnet aus, wie weit das Fahrzeug mit der Restenergie noch kommt. Die aktuelle Verkehrslage, Straßenverhältnisse oder auch das Wetter werden in die Berechnung mit einbezogen. Reicht die Restenergie für die verbleibende Strecke nicht aus, reagiert das System: Der Fahrer erhält Hinweise zu energiesparenden Fahrweisen, die Nebenverbraucher werden gedrosselt und Alternativrouten angezeigt.

Das Routenmanagement der Karlsruher Ingenieure basiert auf einem Algorithmus. Fahrzeughersteller können diesen Algorithmus unkompliziert in die Software ihrer Elektroautos einbauen - eine kostengünstige Möglichkeit, die Reichweite und Effizienz der Fahrzeuge zu steigern.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Programms "Forschung an Fachhochschulen" und der Hightech-Strategie der Bundesregierung gefördert. Es ist eines von vielen Beispielen dafür, wie der digitale Fortschritt Produkte verbessert und damit unseren Alltag verändert.

In der Wirtschaft hat die Digitalisierung längst Einzug gehalten. Wir sprechen heute von der vierten industriellen Revolution, kurz Industrie 4.0. Für Deutschland bietet die digitale Revolution große Chancen. So werden beispielsweise Einzelanfertigungen unter den Bedingungen einer hoch flexibilisierten Serienproduktion möglich - ein wichtiger Faktor für die deutsche Wirtschaft, um ihre internationale Spitzenposition zu erhalten.

Denn die guten Ideen aus Deutschland sind weltweit gefragter denn je. Als Exportnation sind Innovationen "Made in Germany" die treibende Kraft unseres wirtschaftlichen Wachstums und Wohlstands – das gilt es zu sichern und zu stärken. Dafür setzt sich die Bundesregierung mit der neuen Hightech-Strategie ein.

Mit ihr unterstützt die Bundesregierung seit September 2014 Wissenschaft und Wirtschaft dabei, Innovationen schneller in die Anwendung zu bringen, damit sie den Menschen nützen. In den vergangenen beiden Jahren sind 14 Milliarden Euro in die Innovationsförderung geflossen.

Erleben Sie die Innovationen der Hightech-Strategie auch auf der CeBIT : Das Bundesministerium für Bildung und Forschung stellt acht Forschungsprojekte an Stand A34 in Halle 6 aus. Sie zeigen uns schon heute, wie die Digitalisierung unsere Zukunft gestaltet.

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