ERP & HR Solutions

Webshop-Lösung für den internationalen Vertrieb

Warum sind B2B-Webshops so selten? Am Beispiel eines mittelständischen Werkzeugbauers zeigt sich der Nutzen der ERP-Erweiterung.

02.02.2017
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Vier von fünf deutschen Unternehmen (82 Prozent) verkaufen ihre Produkte oder Dienstleistungen über das Internet. Das ergab Ende 2016 eine repräsentative Umfrage des Digitalverbands Bitkom unter 503 deutschen Unternehmen ab 20 Mitarbeitern.

Im B2B-Bereich zeigt sich am exportorientierten Industriestandort Deutschland ein überraschend anderes Bild: Im August 2016 fragte die Unternehmensberatung T&O mehr als 200 Unternehmen der deutschen Metall- und Elektroindustrie nach dem Einsatz von Webshops. Sowohl kleine und mittlere Unternehmen als auch Großkonzerne zählten zur Stichprobe. "Die Untersuchung zeigt, dass aktuell nur zehn Prozent der betrachteten Firmen der deutschen Metall- und Elektroindustrie über einen eigenen Webshop verfügen", stellt T&O als Ergebnis fest. 84 Prozent der untersuchten Unternehmen ohne Webshop konnten digital nur per Kontaktformular oder per E-Mail, ohne Online-Katalogunterstützung, kontaktiert werden.

T&O-Projektleiter Gunnar Schmidt schließt daraus, "dass sich gerade für kleinere und mittlere Unternehmen enormes Potential im B2B-E-Commerce verbirgt". Die Einführung eines Webshop-Systems als Teil der Digitalisierungsstrategie sei "ein komplexes, aber häufig sehr lohnendes Projekt". Schmidt: Die entsprechende Erweiterung der traditionellen Distributionskanäle biete im B2B "eindeutige Vorteile".

Die Karnasch Professional Tools GmbH aus Heddesheim zeigt, was konsequente Digitalisierung im Mittelstand bewirken kann: Der Anbieter von Hochleistungswerkzeugen stellt 800 Produkte in unterschiedlichen Varianten her – insgesamt zählt das Sortiment mehr als 25.000 Artikel. "Über 95 Prozent sämtlicher Artikel sind ab Lager lieferbar", erklärt EDV-Leiter Olivier Karnasch. Die Kunden kommen aus dem Werkzeug- und Formenbau, der Luft- und Raumfahrttechnik, der Automobilindustrie, dem Schiffbau, der Kunststoffbearbeitung und der CFK/GFK-Branche. Täglich werden rund 200 Aufträge bearbei¬tet und bis zu 50 Positionen pro Auftrag ausgeliefert. Neun von zehn Karnasch-Aufträgen werden über Händler abgewickelt, der Rest geht direkt an Industriekunden.

"Die ständige Verfügbarkeit unserer Produkte in mehr als 50 Ländern weltweit wird durch eine intelligente Lagerhaltung garantiert", sagt Olivier Karnasch. Für den reibungslosen Ablauf sorgt das ERP-System ALPHAPLAN – mit angeschlossenem Webshop.

"Der ALPHAPLAN Internet-Shop erschließt den Kunden neue Vertriebskanäle", erklärt dessen Anbieter, die Bremer CVS Ingenieurgesellschaft mbH . "Durch die direkte Anbindung an die Warenwirtschaft entfallen die sonst individuell zu erstellenden Schnittstellen. Angebote und Neuheiten, Verfügbarkeiten und aktuelle Lagerbestände werden im Shop angezeigt." Sämtliche Preise und Rabatt-Modelle aus dem ERP-System sind online nutzbar. Auch bloße Anfragen über den Shop sind möglich, ebenso wie ein schneller Überblick über offene und abgewickelte Aufträge.

Um den internationalen Markt, insbe¬sondere die USA, zu erreichen und auszubauen, bietet Karnasch seinen Kunden eine 24/7-Online-Bestellmöglichkeit mit direkter Anbindung an die Warenwirtschaft. Adress-, Artikel- und Bestandsdaten können aus dem ERP heraus erfasst werden. "Der Webshop bildet die warenwirtschaftlichen Handelsprozesse weitestgehend standardmäßig ab", erklärt CVS-Vertriebsleiter Robert Lüers. "Der Aufwand in der Datenpflege wurde stark minimiert, die Auswertungsmöglichkeiten maximiert." Die Integration von Fremdsystemen sei nun ebenfalls möglich.

Weitere Beispiele aus der Praxis zum Thema Digitalisierung im Mittelstand finden Sie in der neuen Sondershow "Digitalisierung live" in der Halle 5. Hier werden Lösungen aus den Bereichen Produktion, Handel & Mobility sowie After Sales/Financial Services direkt am Kunden vorgestellt.

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