Wearables

Wearables krempeln die Gesundheitswirtschaft um

Fitness-Tracker und smarte Armbanduhren werden immer beliebter. Connected Health bietet große Chancen für Krankenkassen, Ärzte und Patienten. Unsere Gesundheitsdaten werden dabei zur Währung.

17.03.2016
Health - 1

Während Fitness-Armbänder, die die Schritte des Benutzers zählen und daraus die am Tag zurückgelegte Distanz berechnen, schon seit längerer Zeit verfügbar sind, erobert derzeit eine andere Wearables-Kategorie den Markt: die Smartwatch. Beide Produktgruppen haben dabei eine Gemeinsamkeit: Sie helfen dem Nutzer, mehr über sich und seinen Körper zu erfahren.

"Die Treiber im Bereich Wearables sind ganz klar die Themen Wellness und Fitness. Gerade hier ist eine große Bereitschaft zu beobachten, auch höhere Preise für die entsprechenden Produkte zu bezahlen", erläuterte Mirko Kisser, Geschäftsführer von celloon GmbH, am Mittwochnachmittag bei seinem Vortrag auf der CeBIT. "Zugleich werden die Menschen immer mündiger. In der Gesellschaft nimmt das Verlangen zu, die Dinge selbst zu kontrollieren, ohne dabei auf das staatliche Gesundheitssystem angewiesen zu sein."

Sensoren und Schnittstellen sind entscheidend

Momentan ist bei den meisten Fitness-Trackern und smarten Armbanduhren noch die Verbindung zu einem Smartphone notwendig. Aus einem ganz einfachen Grund, wie Mirko Kisser weiß: "Smartphones verfügen über Schnittstellen wie LTE, W-Lan, Bluetooth sowie NFC, besitzen allerlei Sensoren und dazu auch noch die Rechenleistung, die nötig ist, all die Daten in Echtzeit zu verarbeiten und in die Cloud zu übertragen." Doch das werde sich bald ändern. "Die Wearables werden autonomer und nicht mehr auf die Konnektivität des Smartphones angewiesen sein."

Daneben beobachtet der celloon-Geschäftsführer eine Ausdifferenzierung des Marktes. Inzwischen können die Nutzer bereits ihr Gewicht, ihren Blutdruck und sogar ihre Körpertemperatur überwachen und in der Cloud den Verlauf dokumentieren. Weitere Anwendungsgebiete dürften in Kürze folgen - ebenso wie die ersten Implantate. Doch was passiert mit all den Daten?

Gesundheitsdaten werden zur Währung

Mediziner sehen die ständige Verfügbarkeit der Gesundheitsdaten als riesige Chance. "Für Forscher ist das wie eine permanente Studie", betonte Kisser. Noch nie zu vor seien so viele medizinische Daten verfügbar gewesen. Krankenkassen erhoffen sich von den Gesundheitsdaten eine Verbesserung von Therapien und damit verbunden Kostenreduzierungen. In diesem Kontext werden die Gesundheitsdaten der Patienten zur Währung eines vernetzten Zeitalters.

Gerade in Deutschland sind die Hürden diesbezüglich allerdings sehr hoch, da nicht nur der Datenschutz sondern auch ein komplexer Gesundheitsmarkt und zahlreiche Regularien der Auswertung der Daten im Weg stehen. Aber auch unter den Nutzern selbst ist die Skepsis noch groß. Laut einer aktuellen Umfrage kennen viele Bundesbürger zwar Wearables, benutzen sie aber nicht. Mündig sein heißt eben auch, dass man selbst über seine Daten entscheidet.

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