Unternehmen

Was Tim Cook von Steve Jobs unterscheidet

Viele waren skeptisch, ob es Apple nach Steve Jobs überhaupt schafen kann. Tim Cook tickt als CEO anders als sein Vorgänger, und das hat Apple seit der Amtsübergabe auf die Erfolgsspur gebracht.

08.04.2015 Elisabeth Oberndorfer

Tim Cook bringt neuen Führungsstil zu Apple

timcook_teaser
Soziales Engagement statt Rampenlicht: Mit diesem Ansatz führt Tim Cook den Konzern Apple. (Foto: Apple)

Mehr als drei Jahre nach seinem Tod wird Steve Jobs noch immer als die wichtigste Persönlichkeit in der Tech-Branche gefeiert. Auch wenn es rund um den Globus viele Skeptiker gab - sein Nachfolger Tim Cook kann die großen Fußstapfen anscheinend doch füllen. Seit Sommer 2011 leitet er den Konzern Apple, und die skeptischen Stimmen der frühen Tage dürften verstummt sein.

Das Wirtschaftsmagazin Fortune zeichnet Cook jetzt mit dem Titel "World's Greatest Leader 2015" aus und blickt auf die ersten Erfolge des Mannes, der seit 1998 für Apple arbeitet, zurück. Dass das Unternehmen aus Cupertino an der Wall Street vorne dabei ist und die Verkaufszahlen der Gadgets steigen, führt das Magazin vor allem auf eines zurück: den Führungsstil Cooks, der sich stark von dem seines Vorgängers unterscheidet.

Coach statt manipulatives Mastermind

War Apple-Gründer Jobs ein manipulatives Mastermind, so ist Cook mehr wie ein Coach, der seinen Spielern vertraut. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger begrüßt der neue CEO Enterprise-Kunden und schreckt nicht vor großen Akquisitionen wie Beats zurück. Während Jobs sich gerne allein im Rampenlicht sah, teilt Cook die Bühne gern mit anderen Top-Managern.

Auch das Thema Philanthropie sei ein fundamentaler Unterschied im Führungsstil der beiden, schreibt Fortune. So habe sich Jobs wenig um Soziales gekümmert, Cook hingegen fördert soziales Engagement im Konzern. Er hat sogar angekündigt, sein gesamtes Vermögen zu spenden.

Ein weiterer Unterschied ist, dass sich Cook auch in die ein oder andere gesellschaftliche Debatte in den USA einmischt. Nach seinem öffentlichen Bekenntnis zur Homosexualität – einem der ersten in der großen US-Wirtschaft – twittert er auch gegen Gesetzesvorhaben in streng konservativen Bundesstaaten. So veröffentlichte etwa die Washington Post Ende März einen Gastkommentar von ihm unter dem Titel "Pro-discrimination ‘religious freedom’ laws are dangerous."

Nach dreieinhalb Jahren im Chefsessel fühlt sich Cook in seiner Rolle wohler als noch in Anfangstagen. Ob Steve Jobs den neuen Führungsstil bestätigen würde, sei nicht wichtig. Denn Jobs selbst sagte seinem Kollegen, er solle nicht zu sehr versuchen, ihn nachzuahmen.

Unternehmen RSS Feed abonnieren