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Was auf Anwender, Unternehmen und IT-Abteilungen zukommt

Vor rund acht Jahren stellte Steve Jobs das erste iPhone vor. Eine Revolution. Heute sind Smartphones überall, die physische und die digitale Welt verschmelzen rasant. Für User wird es komfortabler. Für Unternehmen ungemütlicher. Für IT-Abteilungen komplizierter.

23.02.2015
Von disruptiven Start-Ups, neuen Tablets, innovativen Business Apps bis hin zu Lösungen für das Gerätemanagement.

Klingt gut: "Nutzer mobiler Endgeräte leben künftig wohl ein halbes Jahr länger", prognostizieren zumindest die Marktforscher von Gartner.

Möglich machen sollen das die neuen Wearables, etwa Microsofts Band, Samsungs Smartwatch oder die Apple Watch, die Anfang des Jahres zu erwerben ist. Die Geräte erfassen gesundheitliche Messdaten wie Herzfrequenz oder Körpertemperatur. Dann schlagen sie Alarm, falls etwas aus dem Ruder läuft. Schon bald sollen die Daten dann direkt an Mediziner übermittelt werden können – und so die Lebenszeit in den Industrienationen weiter verlängern.

Mobiles Bezahlen setzt sich durch

Ab 2015 wird der Alltag für Anwender dank der mobilen Geräte aber nicht nur gesünder, sondern wohl auch noch komfortabler. So steht beispielsweise das Bezahlen via Telefon dank Apple Pay wohl endlich vor dem Durchbruch. Man tippt auf sein iPhone, hält das Gerät in die Nähe der Kasse – fertig. Lange Wartezeiten sind passé. Bis 2017 soll sich laut den Marktforschern von Gartner der weltweite Umsatz mit Mobile Payment auf über 700 Milliarden Dollar belaufen. Das ist fast eine Verdreifachung zu 2013.

"Viele Verbraucher werden demnächst ohne Portemonnaie aus dem Haus gehen und mit dem Handy zahlen",
sagt Prof. Dieter Kempf, Präsident des IT-Branchenverbandes BITKOM.

Dies sei beispielsweise bereits in einigen Supermärkten, Verkehrsverbünden und Museen möglich. Darüber hinaus werde sich Mobile Banking neben dem herkömmlichen Online Banking etablieren.

Netz ist Turbolader für die deutsche Wirtschaft

Die Beispiele zeigen, welch verändernde Kraft das allgegenwärtige Internet hat. Vor allem aus der Kombination digitaler Märkte mit physischer Logistik entstehen Geschäftsmodelle, die traditionelle Branchen massiv unter Druck setzen. Beispiel: der Taxidienst Uber. Über eine App werden Mietwagen mit Fahrer oder private Fahrer vermittelt – und das günstiger als zu klassischen Taxitarifen. Oder das Startup Zalora, in Südostasien der führende Online-Händler mit eigener Logistik. Wer die Zukunft kennenlernen wolle, müsse 15-Jährige fragen, die alles per Smartphone erledigten, sagte der umstrittene Internet-Gründer Oliver Samwer beim Konsumgüterforum in Paris im Juni. Der Wandel zum Internet käme in der Geschwindigkeit eines Formel-1-Wagens. Für herkömmliche Unternehmen wird es ungemütlich.

Empirisch belegen lässt sich: Unternehmen, die das Netz und damit auch mobile Technologien in ihre Strategie integrieren, sind erfolgreicher als der Rest der Wirtschaft, so eine Studie von BITKOM, IW Köln und Google. "Das Netz ist ein Turbolader für die deutsche Wirtschaft: Unternehmen, die auf digitale Transformation setzen, eröffnen sich immense Möglichkeiten", sagt Stefan Hentschel, Industry Leader Technology bei Google Deutschland.

User Experience wird immer wichtiger

Doch dass User heute ständig von Rechenpower umgeben und permanent online sind, macht die Arbeit für Entwickler nicht einfacher. Es gibt immer mehr Plattformen und unterschiedliche IT-Architekturen. 2015 verschiebe sich daher die Aufmerksamkeit von den Geräten hin zu Usability-Design und dem Nutzungskontext von Apps, betonte David Cearley, Vice President und Gartner Fellow, bei der Gartner ITxpo im Oktober in Orlando.

Geräte-Wirrwarr in der IT-Abteilung

Auch die Verwaltung des Geräte-Wirrwarrs in der IT-Abteilung ist immer noch kompliziert. Mitarbeiter bringen ihre eigenen Smartphones und Tablets mit oder installieren eigenhändig Apps. Der Kampf gegen diese Schatten-IT steht auch im nächsten Jahr wieder ganz oben auf der Agenda vieler CIOs. Ob Steve Jobs bei der ersten iPhone-Präsentation geahnt hat, wie weitreichend die Konsequenzen dieser Innovation sein werden?

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