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Volksbanken und Co. führen "girocard kontaktlos" ein

Nach einer Pilotphase führen Banken bargeldloses Zahlen mit der EC-Karte ein: girocard kontaktlos soll die neue Funktion heißen.

25.01.2016 Jochen Fuchs
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Die neue, kontaktlose, girocard im Einsatz: girocard kontaktlos. (Foto: Bvr)

Die Volksbanken und Raiffeisenbanken sowie die Sparkassen führen nach einem Pilotprojekt der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Zusammenarbeit mit der Deutschen Kreditwirtschaft, dem Zentralverband der deutschen Banken, jetzt das kontaktlose Zahlungsverfahren „girocard kontaktlos“ ein. Allerdings mit unterschiedlichen Vorzeichen: Während die Volks- und Raiffeisenbanken komplett auf girocard kontaktlos setzen, kombinieren die Sparkassen ihr hauseigenes girogo mit dem neuen Verfahren.

"Girocard kontaktlos": Das neue kontaktlose Zahlungsverfahren der EC-Karte

Die EC-Karte heißt seit längerem girocard und ist im stationären Handel das bargeldlose Zahlungsmittel Nummer Eins. Zur Zahlung setzt der Handel Terminals ein, die mittels der Karten in verschiedenen Formen das Lastschriftverfahren zur Abbuchung vom Kunden-Girokonto einsetzen.

Mit einer neuen girocard, die über einen NFC-Chip verfügt, können Kunden im stationären Handel in Zukunft auch kontaktlos bezahlen. Für Zahlungen unterhalb von 25 Euro ist die Nutzung der girocard kontaktlos ohne Pin und bei Zahlungen oberhalb der Grenze von 25 Euro mit Pin-Eingabe möglich. Gerade die Zahlungen ohne Pin bieten einen Komfortvorteil, der Zahlungsvorgang soll so auf eine Sekunde Zahlungsdauer beschränkt werden – und die Akzeptanz von bargeldlosen Kleinstzahlungen erhöhen. Zumindest in der Theorie, denn in der Praxis setzen Sparkassen sowie Volksbanken und Raiffeisenbanken „girogo kontaktlos“ unterschiedlich ein.

Sparkasse setzt auf eine Kombination von "girogo" und "girocard kontaktlos"

Während die Volksbanken und Raiffeisenbanken komplett auf das neue girocard-Verfahren setzen, weigern sich die Sparkassen noch ihr erfolgloses girogo-Konzept zu beerdigen.

Deshalb werden Kunden zukünftig bei der Sparkasse auch weiterhin ihre digitale Geldbörse am Geldautomaten aufladen müssen, um mit ihrer Girocard auch Beträge unterhalb von 25 Euro bezahlen zu dürfen. Erst bei Zahlungen ab 25 Euro, die dann eine Pin erforderlich machen, kommt das neue Verfahren girocard kontaktlos zum Einsatz.

NFC-fähige Terminals können bei Händler weiterverwendet werden, die Bankkarten der Kunden müssen hingegen ausgetauscht werden um eine Nutzung des neuen Bezahlungsverfahrens zu ermöglichen. Die Sparkassen kündigten an rund sieben Millionen ihrer Kunden 2016, die Volksbanken und Raiffeisenbanken drei Millionen, ihrer Kunden mit neue Karten udn damit mit girocard kontaktlos auszustatten – zum Vergleich: laut Statista sind in Deutschland rund 100 Millionen Bankkarten im Umlauf.

Pilotprojekt generiert mit 130.000 Karten 10.000 Transaktionen

Seit Oktober ist der Netzbetreiber CardProcess in Zusammenarbeit mit der Deutschen Kreditwirtschaft dabei, ein Pilotprojekt mit den Volksbanken und Raiffeisenbanken durchzuführen. 130.000 Bankkarten haben die beteiligten Banken an ihre Kunden ausgegeben, die seitdem damit im Raum Göttingen und Kassel rund 10.000 Transaktionen bei 350 Händlern durchgeführt haben – darunter auch der Edeka-Verbund Hessenring.

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(Foto: bvr)

Am Pilotprojekt waren vier örtliche Banken und ein Verbund des Einzelhändlers Edeka beteiligt – von links nach rechts, in einem Edak-Markt in der Pilotregion: Wolfgang Osse, Vorstand der Kasseler Bank, Hans-Richard Schneeweiß, Geschäftsführer der EDEKA Handelsgesellschaft Hessenring, Hans-Christian Reuß, Vorstand der Volksbank Göttingen und Michael Hohmann, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank Baunatal.

"Die Erfahrungen in der Pilotregion haben unsere Erwartungen übertroffen, die Akzeptanz bei Kunden und im Handel ist durchweg positiv. Wir sind überzeugt von der Technologie der Near Field Communication (NFC). Daher ist es nur konsequent, die girocard als Deutschlands unbares Zahlungsmittel Nummer eins für kontaktloses Bezahlen zu öffnen", so Dr. Andreas Martin, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR).

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