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Vier Frauen - vier Karrieren: Julia Kasper

Julia Kasper, Gründerin von holzgespür im Interview

05.02.2016
CeBIT, Interview Julia Kasper

Julia Kasper gründete 2014 das Unternehmen holzgespür. holzgespür ist eine Online-Plattform, auf der man mithilfe eines innovativen 3D-Konfigurators Möbel auf Maß individualisieren kann.

Zeiteffizient und zielgenau werden hier hochwertige Materialen, moderne Designs und ein All-inclusive-Service angeboten. Die zu holzgespür gehörende Familientischlerei Kasper garantiert dabei für die Qualität der aus Meisterhand gefertigten Maßmöbel und liefert und montiert diese kostenfrei. holzgespür setzt dabei ausschließlich auf hochwertige heimische Hölzer aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung.

Experten sprechen viel von der Gläsernen Decke bei der Karriere von Frauen. Wie haben Sie das erlebt?

Ich stehe noch am Anfang meiner Karriere als Gründerin von holzgespür und bin bislang an keine Gläserne Decke gestoßen. Dennoch habe ich andere Frauen in Führungspositionen darüber berichten hören und bin gespannt auf das, was kommt!

Gibt es aus Ihrer Sicht Tipps, die junge Frauen beherzigen sollten, wenn sie Karriere in der Digitalwirtschaft machen wollen – und wenn ja welche?

Mein allererster Tipp: Mut, viel Mut! Ich glaube, dass Frauen durch die Art, wie sie typischerweise (falls es das gibt) kommunizieren, im Vorteil sein können. Insbesondere dann, wenn es um einen männerdominierten Bereich geht. Diesen Vorteil mutig einzusetzen, kann durchaus für junge Frauen nützlich sein.

In Karrierewegen gibt es oftmals den glücklichen Moment, mit dem alles begann – wie sah dieser Moment bei Ihnen aus?

Ein brillanter Moment für mich war der, als wir mit der ersten, groben Idee zu unserem Business Model einen Wettbewerb gewonnen hatten. Das hat mir einen wahnsinnigen Anschub gegeben und gezeigt, dass wir Potential haben. Ich hatte dann das Glück, dass ich über meine Hochschule (WHU) von zwei Professoren mit meiner Gründungsidee begleitet und unterstützt wurde. Das alles hat dazu beigetragen, dass ich holzgespür gegründet habe.

Wie kann es Unternehmen aus Ihrer Sicht gelingen, mehr Diversity in die eigene Organisation zu bringen?

Hinter Diversity versteckt sich für mich nicht nur die Genderfrage, sondern ebenso auch die Frage nach der Sprache, der Herkunft und dem Alter. Flexibilität und Offenheit in der Führung sind bestimmt bedeutende Faktoren, um mehr Diversity in der eigenen Organisation zu erreichen. Dass mehr Diversity zu besseren Ergebnissen führt, ist ja eigentlich weithin bekannt und belegt...

Bereiten Schule und Universität ausreichend auf eine Karriere in der Digitalwirtschaft vor?

Kompetenzen zu Digitalem aufzubauen, ist von enormer Bedeutung für unsere Zukunftsfähigkeit. Einen wesentlichen Beitrag müssen Schulen und Unis dazu leisten. Ich glaube, dass hier noch viel mehr getan und ausprobiert werden muss. Ein ebenso zentraler Beitrag muss aber aus der Gesellschaft selbst kommen. Wir müssen einfach mehr Mut zum Ausprobieren und Anpacken haben. Insgesamt liegt es also an jedem Einzelnen, sich mit der digitalen Welt auseinanderzusetzen. Meine Oma (80 Jahre) ist da mein Lieblingsbeispiel: Ihre Enkel sind in der Welt unterwegs und sie hat sich in den letzten Jahren daran gewöhnt, via Skype mit ihnen im Kontakt zu bleiben. Ihr Vorwurf während meines Auslandsaufenthalts war "Kind, Du bist ja niiiiiie online!". Dass es aber durch die Zeitverschiebung von sieben Stunden einfach kaum Überschneidungen beim "On-Sein" gab, hat sie dabei eigentlich vergessen…

mehr über holzgespür

Lesen Sie hier die weiteren Interviews der Serie "Vier Frauen - vier Karrieren".

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