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Tipps von Runtastic: Wie Startups gute Teams aufbauen

Runtastic gehört bei jedem Freizeitsportler aufs Smartphone. Gründer Florian Gschwandtner erklärt, worauf es bei der Mitarbeitersuche und -führung ankommt.

04.10.2016 Lisa Hegemann

Hinter jedem erfolgreichen Startup steckt ein starkes Team. Das klingt erst einmal nach Floskel. Doch schlechte Stimmung, zu viele Fehler oder gute Leute an der falschen Stelle können gerade in jungen Unternehmen ernsthafte Probleme verursachen. Sich früh ein gutes Team aufzubauen gilt daher als einer der Grundsteine für Erfolg.

Aber wie findet ein Startup die richtigen Leute? Und wie kann es sie fördern? Genau diesen Fragen widmete sich Florian Gschwandtner. Der Gründer des österreichischen Startups Runtastic führt mittlerweile mehr als 100 Mitarbeiter. Am Beispiel seines eigenen Unternehmens erklärte er, was Startups beachten sollten.

Schon in die Bewerberauswahl steckt Runtastic viel Zeit: Wer bei dem Unternehmen arbeiten will, muss drei Leute aus dem Personalbereich treffen. Auch ein gemeinsames Mittagessen zählt zum Prozess. Florian Gschwandtner rät, sich den sozialen Aspekt genauer anzuschauen. "Du musst herausfinden, was die Leute außer ihrer Arbeit ausmacht", so der Gründer.

Sechs Monate Probezeit? Nicht bei Runtastic

Runtastic
Runtastic-Gründer Florian Gschwandtner erklärt auf der „Bits and Pretzels 2016“, welche Typen von Mitarbeitern es gibt. (Foto: t3n)

Wenn sich Runtastic für einen Mitarbeiter entscheidet, gibt es keine lange Probezeit: Ob jemand ins Team passt oder nicht, das merke er schnell, sagt Gschwandtner. "Wir haben keine sechsmonatige Probephase." Bei Runtastic entscheidet die Führungsriege nach spätestens einem Monat, ob jemand bleibt oder doch wieder gehen soll. Wenn man länger warte, verliere man am Ende fünf Monate, so Gschwandtner.

Für den Runtastic-Chef dreht sich alles um das Teambuilding. "Wenn ein Mitarbeiter schlechte Stimmung verbreitet, kann er das ganze Team zurückhalten", sagt Gschwandtner. Er hat gleich mehrere Modelle, mit denen er versucht, seine Mitarbeiter zu motivieren und sie zusammenzubringen.

Ein Beispiel: der "Mystery Lunch" bei Runtastic. Dabei werden alle Namen der Mitarbeiter in eine Schüssel gepackt und zwei wahllos herausgezogen. Die beiden sollen dann gemeinsam zu Mittag essen. Die Idee: So tauschen sich auch Kollegen aus, die fachlich vielleicht eher wenig miteinander zu tun haben oder die sich sonst nur über die Arbeit unterhalten. Es sei nicht besonders teuer, aber es bringe die Mitarbeiter zusammen, so Gschwandtner.

Runtastic setzt aber auch auf klassische Teambuilding-Events, beispielsweise eine Veranstaltung namens "DONI". An jedem Freitag basteln die Mitarbeiter an einer Idee, die nicht mit Runtastic zusammenhängt. Es sei beeindruckend, was binnen eines Tages zustande komme, sagte Gschwandtner. Auch große Firmen wie Google arbeiten mit solchen Konzepten, andere Konzerne setzen auf Hackathons.

Vor allem aber müssen Startups ihre Mitarbeiter und ihre Stärken kennen. Denn jeder ist dann am besten, wenn er das macht, worin er gut ist. Gerade Chefposten werden aber oft immer noch an den vergeben, der am längsten da ist, nicht an den, der sie am besten ausfüllen kann. Ein Problem, findet Gschwandtner: "Führung kannst du nicht lernen."

Der Runtastic-Gründer beschreibt ein Beispiel, das viele junge Unternehmen kennen: Weil sie schnell wachsen, werden plötzlich die Mitarbeiter erster Stunde zu Abteilungsleitern. Das ist jedoch nicht immer eine gute Idee, wie auch das österreichische Startup feststellte. Ein Mitgründer von Gschwandtner arbeitete zunächst mit im C-Level, als die Firma wuchs. Doch das ganze Team-Management lag ihm nicht. "Er hat es nicht so sehr genossen, über Gehälter zu diskutieren", sagt Gschwandtner.

Heute arbeitet sein Mitgründer wieder als Entwickler – weil dort seine Stärke liegt.

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