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Teamhunting etabliert sich in der IT-Branche

Durch Teamhunting versprechen sich Headhunter sofortige Einsatzbereitschaft der Teams und eine kürzere Rekrutierungszeit.

25.03.2015 Melanie Petersen

Erfahrung mit Teamhunting zu 100 Prozent positiv

Dass ein guter Mitarbeiter abgeworben wird, kann schon mal passieren – und ist in der Regel in den allermeisten Unternehmen auch kompensierbar. Wird aber gleich ein ganzes Entwicklungsteam abgeworben, kann das schon ganz anders aussehen. Bitkom Research hat 205 ITK-Unternehmen in Deutschland ab 100 Mitarbeitern zu ihrem Einsatz von Teamhunting befragt.

Dass Teamhunting gang und gäbe wäre, kann man zwar nicht sagen – nur etwa ein Viertel der befragten ITK-Unternehmen steht dem Thema aufgeschlossen und interessiert gegenüber. Demnach haben sich drei Viertel der Unternehmen (78 Prozent) bisher noch gar nicht damit beschäftigt. Aktuell nutzen sieben Prozent der Unternehmen Teamhunting. Weitere fünf Prozent planen Teamhunting zukünftig einzusetzen.

Aber die Befragung zeigt auch, dass Headhunter, die Erfahrungen mit Teamhunting gemacht haben, durchweg Positives berichten. Berücksichtigen muss man allerdings, dass es sich hier um eine Fallzahl von 15 handelt. Dennoch lässt sich dadurch ein Trend feststellen.

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Trotz kleiner Fallzahlen – die Erfahrungen mit Teamhunting fallen zu 100 Prozent positiv aus. (Screenshot: bitkom-research.de)

Teamhunting – preiswerter und schneller

In erster Linie werden Teams von Mitarbeitern in den Unternehmensbereichen Forschung und Entwicklung sowie IT-Beratung rekrutiert. Für ein Unternehmen kann das durchaus ein großes Problem werden, wenn plötzlich ein ganzes Entwicklerteam wegbricht. Besonders in Startups dürfte das enorm hohen Aufwand und Kosten nach sich ziehen, um das zu kompensieren.

Die Unternehmen, die Teamhunting schon nutzen, damit planen oder darüber diskutieren, sind auch zu ihren Beweggründen befragt worden. Vor allem geht es offenbar darum, die Einarbeitungszeit zu verkürzen – und um eine schnellere Integration der neuen Mitarbeiter. Bei größeren Unternehmen geht es aber auch darum, die Rekrutierungsdauer zu senken.

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Teamhunting soll den Recruitierungsaufwand verkürzen und eine schnellere Integration garantieren. (Screenshot: bitkom-research.de)

Ein weiterer Faktor scheint eine wichtige Rolle zu spielen: 27 Prozent der befragten ITK-Unternehmen sehen im Teamhunting eine Option, um neue Branchen oder Märkte zu bedienen. Schaut man sich nur die Unternehmen der Befragung an, die schon Teamhunting nutzen, sind es sogar 87 Prozent.

Was spricht gegen Teamhunting?

Moralische Vorbehalte hat kaum eines der Unternehmen, die Teamhunting einsetzen oder sich damit beschäftigen. Bedenken bestehen überwiegend bezüglich der praktischen Umsetzung der Integrierbarkeit eines kompletten Teams. Zudem mangelt es an ausreichenden Informationen bezüglich der Methode. Und: Viele Unternehmen haben auch gar keinen Bedarf an vollständigen Teams.

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Moralische Bedenken gegenüber Teamhunting hat kaum eines der Unternehmen. (Screenshot: bitkom-research.de)

Die positiven Erfahrungen der Unternehmen, die Teamhunting schon eingesetzt haben, sprechen jedoch dafür, dass diese Form der Rekrutierung bald stärker in den Fokus von Headhuntern rücken könnte. Noch scheint es jedoch so, als fehle es an Wissen und Sicherheit über die Kosten und Effizienz der Methode. Die vollständigen Befragungsergebnisse findet ihr hier .

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