5G

Spitzengeschwindigkeit in greifbarer Nähe

Mit dem Internet der Dinge wächst der Bedarf an schnellen Datenverbindungen: Allein der Ausblick auf zig Milliarden vernetzter Geräte zwingt das bisherige mobile Netz in die Knie. Mit 5G steht der nächste Standard schon den Startlöchern – und der verspricht nicht nur mehr Geschwindigkeit.

01.03.2017
5G Mobilfunkstandard News
Der Mobilfunkstandard 5G lässt die vernetzte Welt Realität werden. (Foto: Fotolia)

Für die einen klingt es ein wenig nach George Orwell, für die anderen eher wie Musik in ihren Ohren: Bis zum Jahr 2020 sollen weltweit zwischen 20 und 50 Milliarden Geräte im Internet der Dinge vernetzt sein. Vom vielzitierten Kühlschrank, der selbst Lebensmittel nachbestellt, bis hin zur Industrieanlage sind dann vermutlich nahezu alle Maschinen online. Das für sich genommen wäre schon eine Herausforderung für die Netzbetreiber. Gibt man aber zu bedenken, dass ein Großteil dieser Geräte auch noch mobil mit Internet versorgt werden will, ist die Herausforderung für die Netze geradezu gigantisch.

Allein in jedem Auto stecken schon jetzt verschiedene Assistenzsysteme, die im ständigen Austausch mit dem Fahrer, anderen Verkehrsteilnehmern oder einer Servicezentrale sind. Ihre Zahl wird kontinuierlich steigen. Anhand der Daten sollen Verkehrsströme besser gesteuert und Staus oder Gefahrensituationen vermeiden werden. Einzige Voraussetzung dafür: ein engmaschiges Versorgungsnetz mit Mobilfunkdaten und entsprechende Bandbreite, um den Datenverkehr zu bewältigen.

5G verspricht die Lösung für schnelles Internet

Abhilfe verspricht der Mobilfunkstandard der fünften Generation, kurz 5G , an dessen technischen Details und Einführung die Netzbetreiber weltweit derzeit arbeiten. Wenn alles klappt, soll die Standardisierungsorganisation ITU noch in diesem Jahr das Regelwerk festlegen, ein Roll-out bis 2020 wäre dann noch realistisch – und damit die vernetzte Zukunft. Das Versprechen, dass die Telekommunikationsanbieter geben, ist gewaltig: 5G soll nicht weniger als das technologische Rückgrat der Gigabit-Gesellschaft werden.

Denn 5G ist weit mehr, als nur ein "Update" fürs Mobilfunknetz, bei dem mehr Daten durch die Leitung schlüpfen – wenn das auch auf den ersten Blick das spannendste Argument ist. Die kommenden 5G-Mobilfunknetze werden erheblich engmaschiger und leistungsfähiger sein als die Vorgänger. Die Infrastrukturanbieter sprechen aktuell von bis zu 10 Gigabit pro Sekunde möglicher Bandbreite und Latenzzeiten von weniger als einer Millisekunde. Zum Vergleich: der schnellste LTE-Standard liefert derzeit 0,3 Gigabit pro Sekunde.

5G: schneller, besser, günstiger

Aber "es ist weniger der Leistungsschub, als das Öffnen von Türen zu neuen Geschäftsmodellen und -ideen, was 5G so besonders macht", verriet Bruno Jacobfeuerborn, CTO der Deutschen Telekom, kürzlich dem Fachmagazin CRN. Ein Vorteil von 5G sei, so Jacobfeuerborn, dass die Netze im Gegensatz zu 4G auf individuelle Anforderungen von Sensoren, Maschinen und Menschen gleichermaßen eingehen könnten. Während LTE sämtlichen Clients im Netz dieselben Features zur Verfügung stellt, spricht 5G alle Teilnehmer individuell an. "5G kann Aufwand und somit auch den Stromverbrauch senken und der Sensor ein paar Jahre länger funken", erklärt Jacobfeuerborn.

Ein Nebeneffekt der Unterscheidungsmöglichkeit: günstigere Tarife für das Internet der Dinge. Ein entscheidendes Merkmal, denn "die derzeitigen Tarife werden wir für Car2Car nicht bezahlen", moniert etwa Osvaldo Gonsa , Director Mobile Communications IST bei Continental. Denn wenn Maschinen oder Autos miteinander plaudern, um beispielsweise das sogenannte "See-Through-Sensor-Sharing" zu nutzen – ein Austausch der Sensordaten im vorausfahrenden Auto, um rechtzeitig Brems- oder auch Überholmanöver einleiten zu können – muss letztendlich jemand für den Traffic bezahlen.

Smart Cities basieren auf 5G

Das gilt auch für Zukunftsprojekte im Bereich Smart Cities, die ebenfalls eng an den neuen Mobilfunkstandard geknüpft sind. Das Fraunhofer FOKUS arbeitet derzeit an der Testumgebung "5G Berlin" . Mit diesem Modell können Unternehmen und Forschungseinrichtungen bereits vor dem kommerziellen Einsatz und dem Abschluss der Standardisierungsprozesse ihre Produkte auf "5G Readiness" erproben und testen, ob sie innerhalb einer 5G-Umgebung reibungslos mit anderen Komponenten zusammenarbeiten.

Der chinesische Netzausrüster ZTE hat gerade schon das erste 5G-Mobiltelefon der Welt präsentiert. Es kann im 5G-Netz Daten mit einer Geschwindigkeit von einem Gigabit pro Sekunde herunterladen, virtuelle Welten mit 360-Grad-Radius darstellen und ultraschnell besonders hoch aufgelöste Videos abrufen. Die Voraussetzung für schnelle, sichere, zuverlässige Business Communications und IoT sind intelligente Netzwerke und Interoperabilität. Von IP-basierten Kommunikations-Technologien über M2M zu Telematics: In der Ausstellung Communications & Networks im Rahmen der CeBIT finden Besucher die richtige Verbindung.